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Burma nach dem Zyklon „Nargis“

Katastrophale Zustände - Helfer warten auf Visa

Burmas Militärregime lässt Helfer noch immer nur zögerlich in das vom Zyklon „Nargis“ verwüstete Land. Die Unterstützung für die notleidende Bevölkerung bleibt nach Informationen von Hilfsorganisationen unzureichend. Die Exilregierung befürchtet, dass die Zahl der Opfer auf 100.000 steigen könnte.

Lesermeinungen zum Beitrag

08. Mai 2008 14:31

@ Herrn Doerre

Benedict v. Harling (BenedictHarling)

Ich weiss nicht, wie Sie auf die Behauptung kommen, kleinere Hilfsorganisationen haetten einen noch groesseren Verwaltungskostenanteil als UNICEF. Ein Gegenbeispiel: OXFAM Deutschland hatte in 2006 einen Werbungs- und Verwaltungskostenanteil von 16 Prozent. Zwar wurden weitere 19 Prozent in Kampagnen in Deutschland investiert, jedoch kann bei der Spende angeben werden, dass diese nicht fuer solche Kampagnen verwendet werden soll. Von einem gespendeten Euro fliessen dann 84 Cent in die Not- oder Entwicklungshilfe. Das von mir bereits erwaehnte DZI fuehrt eine Liste mit ueber 200 Organisationen, deren verantwortungsvoller Umgang mit Spendengeldern regelmaessig ueberprueft wird (UNICEF Deutschland wurde das entsprechende DZI-Spendensiegel uebrigens vor kurzem aberkannt). Sie werden auch nicht ernsthaft behaupten wollen, dass der Staat seine Mittel fuer Entwicklungshife kosteneffizienter verwaltet. Und auch wenn wir in einem halbswegs funktionierendem Sozialstaat leben - die Bundesrepublik schafft es nicht mal, die eingegangene Verpflichtung zu erfuellen, 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts fuer Entwicklungshilfe auszugeben. Im Jahr 2007 lag die Quote lediglich bei 0.37 Prozent!

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07. Mai 2008 20:20

@ Herrn v. Harling

norbert doerre (ndoerre)

Leider läßt die Küze der Texte keine ausführlichen Thesen zu. Wie ich aber schon beschrieb, ist gegen eine Hilfe von außen, sofern überhaupt erwünscht und notwendig, nichts einzuwenden. Was ich auf den Punkt bringen möchte, ist lediglich der allzu lockere Umgang mit den anvertrauten Geldern. Wir leben schließlich in einem Sozialstaat mit einem Außenministerium. Warum bedarf es dann noch der wie auch immer organisierten Werbetrommler für Spenden, deren Notwendigkeit durch die Spender unkontrollierbar ist? Die Frankfurter Rundschau hat die Verwaltungskosten aufgeschlüsselt: Der Verein Unicef Deutschland gibt 18,9 Prozent seiner Einnahmen für Verwaltung, Werbung, Presse und Personal aus. Im Jahr 2007 seien dies insgesamt 18,9 Millionen Euro gewesen. Ein großer Teil des verbleibenden Geldes fließe an die Unicef-Zentrale bei der Uno in New York. Hier würden noch einmal drei bis sieben Prozent abgezogen. Von New York aus werde das Geld dann an die Unicef-Büros in den Projektländern überwiesen. Auch hier fielen erneut Verwaltungskosten an. Insgesamt, schreibt die Zeitung, dürften von einem gespendeten Euro nur rund 70 Cent bei bedürftigen Kindern ankommen. Kleinere Hilfsorganisationen haben einen wesentlich höheren Selbstbehalt.

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07. Mai 2008 13:46

Um welche Größenordnungen geht es hier?

San Isidro (San_Isidro)

Die USA haben Hilfen für rund 1,8 Mio €, Großbritannien für 4,5 Mio € zugesagt Wahnsinnssummer, welch unglaubliche Großzügigkeit!

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07. Mai 2008 12:51

Sehr geehrter Herr Doerre,

Benedict v. Harling (BenedictHarling)

mit Verlaub, aber ich finde Ihren Kommentar reichlich geschmacklos. In dem von Ihnen kommentierten Artikel wird von Zehntausenden Toten und Vermissten und Millionen Obdachlosen berichtet - und Sie beschweren sich darueber, dass Hilfsorganisationen Sie um Geld bitten. Geld, mit dem man Menschenleben retten kann (zumindest, wenn es die Regierung Burmas zulaesst). Darueberhinaus halte ich Ihren Kommentar auch sachlich fuer falsch. Hilfsorganisationen schuetten niemandem Gewinne aus und agieren typischerweise eben nicht wie Wirtschaftsunternehmen. Dafuer gibt es Organisationen wie das DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen), die die Verwendung der Spendengelder ueberprueft. Auch kann ich leider keine ausfuehrliche Berichterstattung ueber den Zyklon entdecken. Diese ist aber unabdingbar, um die benoetigten Spendengelder zu mobilisieren. Auf faz.net versteckt sich der betreffende Artikel zumindest recht weit unten auf der Web-Seite.

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07. Mai 2008 10:19

Sie wollen unser Bestes - unser Geld.

norbert doerre (ndoerre)

Daß notleidenden Menschen über die schlimmsten Nöte hinweggeholfen wird, hat höchste Proirität. Doch in Deutschland wird jeder Fall von Katastrophe zu einem Spendenfeuerwerk hochgepusht, mit viel Tamtam, Bettelbildern und Werbung in Rundfunk und Presse. Warum, fragt sich da der Normalbürger, folgt einer Katastrophe stets ein solcher Schwall von sich entflammender Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit? Es liegt schier daran, daß Hilfsorganisationen Geld verdienen wollen. Sie haben sich längst zu den Aaasgeiern des Unglücks Anderer entwickelt und schöpfen jede Möglichkeit aus, Spenden in Hülle und Fülle zu erwirtschaften, von denen sie einen Großteil für sich selbst behalten dürfen. Sie sind Wirtschaftsunternehmen, die die Gunst der Stunde nutzen und mit dem Mitleid der Bürger spekulieren. Der Gewinn aus Spenden ist in der Regel wesentlich höher als das, was ein produktives Wirtschaftunternehmen am Markt erzielen kann. Daß mit der Tätigkeit von Hilfskräften an den Brennpunkten menschliches Leid gelindert wird, steht außer Frage; doch sollten wir uns davor hüten, Hilfsorganisationen als menschenfreundliche Samariter zu betrachten. Sie wollen alle nur das Beste der freiwilligen und unfreiwilligen Spender - ihr Geld.

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