Alarm am 11. September

Polizei verhindert „Katastrophe“ in Ankara

In Ankara wird der Kleinbus mit der Bombe weggeschafft

In Ankara wird der Kleinbus mit der Bombe weggeschafft

11. September 2007 Die türkische Polizei hat im Zentrum der Hauptstadt Ankara eine Bombe mit 300 Kilogramm TNT Natriumnitrat entschärft. Die Polizei habe mit ihrem gewissenhaften Vorgehen eine mögliche Katastrophe verhindert, sagte der Gouverneur von Ankara, Kemal Önal. Es handelte sich um die größte bisher in Ankara sichergestellte Menge Sprengstoff. Die in einem Kleinbus deponierte Bombe hätte für eine große Explosion gereicht, berichteten die türkischen Medien.

In der Türkei sind die Sicherheitsvorkehrungen zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 verschärft worden. Der Kleinbus, der in einem Parkhaus abgestellt war und ein gefälschtes Kennzeichen trug, war seit Montagabend beobachtet worden. Spürhunde witterten am Dienstag den Sprengstoff. Zu dem Anschlagsversuch habe sich noch niemand bekannt, sagte Önal.

Alarm auch in der Eifel

Spürhunde durchsuchen ein verdächtiges Auto in Spangdahlem

Spürhunde durchsuchen ein verdächtiges Auto in Spangdahlem

Dieselbe Art des Sprengstoffs war im November 2003 bei zwei Doppelanschlägen in Istanbul gegen zwei Synagogen und zwei britische Einrichtungen eingesetzt worden. Türkische Dschihadisten hatten sie unter Anleitung eines syrischen Vertrauten von Zarqawi verübt. Die Autobombe wurde in einem Parkhaus des belebten Geschäftsviertels Sihhiye entdeckt. Die Polizei setzte Instrumente ein, um eine ferngesteuerte Zündung des Sprengstoffs zu verhindern. Sie sperrte das Viertel ab und evakuierte vorsorglich die Wohnhäuser in der Umgebung. Mehrere Straßen wurden gesperrt.

Auch in Deutschland wurde am Jahrstag der Anschläge auf Amerika Terroralarm ausgelöst. Nach der Anschlagdrohung eines anonymen Anrufers gegen den amerikanischen Luftwaffenstützpunkt im rheinland-pfälzischen Spangdahlem leitete die Polizei einen Großeinsatz ein, der den ganzen Dienstag andauern sollte. Ein Mann hatte angekündigt, die amerikanische Militärbasis mit mindestens vier Komplizen anzugreifen, teilte die Polizei in Trier mit. In dem Telefonat war auch von „Bomben“ die Rede. Eine konkrete Gefährdung der Bevölkerung oder des Stützpunktes in Spangdahlem bestehe aber nicht. Die Polizei sprach vielmehr von einer „Präventivmaßnahme“. Ein Zusammenhang mit den in der vergangenen Woche festgenommenen mutmaßlichen islamistischen Terrorverdächtigen in Nordrhein-Westfalen wurde ausgeschlossen.

Bin-Ladin-Video zum 11. September

Unterdessen präsentierte der auf Analysen islamistischer Internetseiten spezialisierte amerikanische Onlinedienst Laura Mansfield am Dienstag eine weitere Videobotschaft des Al-Qaida-Führers Usama bin Ladin. Zu sehen ist ein Standbild des Terroristenführers. Daneben laufen Einblendungen von Szenen der Terroranschläge von 2001. Unter dem Titel „Das Vermächtnis der Helden der Angriffe auf New York und Washington“ spricht Bin Ladin von „19 Helden“. Er fordert am Schluss des mehr als 47 Minuten langen Videos die „Befreiung“ Palästinas, des Iraks und Afghanistans. Außerdem enthalte das Video den letzten Willen dieses Selbstmordattentäters, hieß es weiter.

Das neue Video wird nach Angaben des amerikanischen Senders CNN auf mehreren einschlägig bekannten islamistischen Internetseiten verbreitet. Eine offizielle Bestätigung für die Echtheit der Aufnahme lag zunächst nicht vor. Am vergangenen Freitag war erstmals seit Oktober 2004 wieder eine Videobotschaft Bin Ladins aufgetaucht. Darin hatte Bin Ladin unter anderem das Scheitern der Vereinigten Staaten im Irak vorausgesagt und amerikanische Bürger dazu aufgefordert, zum Islam überzutreten. Konkrete Terrordrohungen enthielt die Botschaft aber nicht.

24 Jahre Haft für Teilnahme an Terrortraining

In Kalifornien hat ein Bundesrichter einen amerikanischen Bürger zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er ein Ausbildungslager für Extremisten in Pakistan besucht hatte. Wie die Behörden am Montag mitteilten, wurde Hamid Hayat zudem zur Last gelegt, Terroristen unterstützt zu haben und Falschaussagen über seine Tätigkeiten zwischen 2003 und 2005 gemacht zu haben. Die Behörden der kalifornischen Stadt Lodi, dem Wohnort Hayats, hatten im Sommer 2005 bekanntgegeben, eine Zelle des Extremistennetzes Al Qaida aufgedeckt zu haben.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in der Eifel

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen in der Eifel

Im April vergangenen Jahres hatte eine Jury den in den Vereinigten Staaten geborenen Sohn pakistanischer Einwanderer bereits für schuldig befunden. Die Verteidigung hatte daraufhin eine Haftstrafe von höchstens 15 Jahren gefordert, die Anklage wollte 35 Jahre Gefängnis erreichen. Hayats Vater kündigte an, sein Sohn werde in Berufung gehen.

In Deutschland stellt der Aufenthalt in Terroristen-Lagern bislang keinen Straftatbestand dar. Die Innenministerkonferenz hatte jedoch vergangene Woche bei einer Sondersitzung vereinbart, eine Verschärfung der Sicherheitsgesetze zu prüfen. Unter anderem soll geklärt werden, ob vorbereitende Handlungen wie der Besuch eines Terroristen-Lagers oder die Werbung für terroristische Aktivitäten unter Strafe gestellt werden könnten.

Text: Her./FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, REUTERS

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