Nahost-Konferenz

Araber kommen nach Annapolis

Von Rainer Hermann, Istanbul

Saud al Faisal nimmt an der Nahost-Konferenz teil

Saud al Faisal nimmt an der Nahost-Konferenz teil

23. November 2007 Nach Ägypten und Jordanien hat am Freitag auch Saudi-Arabien zugesagt, an der Nahost-Konferenz in Annapolis teilzunehmen. Der saudische Außenminister Saud al Faisal teilte am Rande eines Treffens der Außenminister der Arabischen Liga in Kairo mit, er werde nach Amerika reisen. Auf eine „theatralische Show“ mit der israelischen Delegation werde er sich aber nicht einlassen, sagte Saud al Faisal. Auch der Libanon, der Jemen, Sudan, Qatar, Bahrain, Marokko, Tunesien und Algerien kündigten eine Teilnahme an.

Der saudische Außenminister gab zu, dass es Widerstand gegen seine Teilnahme gebe. Aufgrund des arabischen Konsenses habe er sich aber zur Teilnahme entschlossen. Washington dringt auf eine möglichst breite arabische Beteiligung und lud 16 arabische Staaten sowie die Arabische Liga ein. Palästinenserpräsident Abbas hatte am Freitag die Außenminister der Liga über die Ergebnisse seiner jüngsten Gespräche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert unterrichtet.

„Wir würden das Mikrofon nicht abstellen“

Syrien dagegen hat sich auch am Freitag nicht festgelegt, ob es eine Delegation nach Annapolis entsenden werde. Voraussetzung dafür sei, dass die Konferenz die Rückgabe des Golan an Syrien erörtere, sagte Außenminister Muallim. Er rechne aber damit, dass Washington diese Forderung ablehne. Amerika hatte bisher signalisiert, dass die Frage des Golan durchaus in Annapolis diskutiert werden könnte.

Washington hatte jedoch nicht angeboten, daraus einen regulären Tagesordnungspunkt zu machen. Außenministerin Rice hatte gesagt, wenn Syrien über den Golan sprechen wolle, werde niemand es daran hindern. „Wir würden das Mikrofon nicht abstellen“, sagte am Mittwoch der Abteilungsleiter im Außenministerium, Welch.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, forderte von Israel einen Stopp aller neuen israelischen Siedlungen in den palästinensischen Gebieten. Bei diesem Thema stehe man mit Amerikanern und Europäern im Gespräch, sagte Moussa. Am Vorabend des Außenministertreffens hatten sich im ägyptischen Sharm al Scheich der ägyptische Präsident Mubarak, der jordanische König Abdullah und Palästinenserpräsident Abbas getroffen und geäußert, „Annapolis“ biete breiten Raum für Optimismus, dass der Friedensprozess in Gang komme und ein palästinensischer Staat gegründet werde.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa

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