Ministerpräsident Tusk an der Klagemauer in Jerusalem - Entschädigung noch dieses Jahr

Entschädigungen in Polen

Nur „Feinde des polnischen Volkes“ sollen leer ausgehen

Warschau hat dementiert, dass polnische Bürger deutscher Herkunft generell nicht für Enteignungen durch Nazis oder Kommunisten entschädigt werden sollen. Nur wer sich im Krieg bewusst gegen den polnischen Staat entschieden habe, soll nichts bekommen. Von Konrad Schuller, Warschau

Lesermeinungen zum Beitrag

15. April 2008 16:49

Enteignungen der poln.Juden und anderen polnischen Staatsbürger (der Polen)

Jan Skalski (Skalski)

Die Enteignungen der polnischen Juden und anderen polnischen Staatsbürger wurden zunächst teilw.durch die Deutschen im 2.Weltkrieg durchgeführt, danach in dem als Folge des 2.Weltkriegs durch die Sowjets eingeführten Sowjetkommunismus vollendet.
D.h. die Polen müssen wiederum Probleme lösen, die durch den 2.Weltkrieg und die Folgen entstanden sind und durch andere Nationen/Staaten (durch die Deutschen und die Russen gemeinsam bzw. getrennt voneinander) verursacht wurden.

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15. April 2008 16:43

An Hr.Rüger

Jan Skalski (Skalski)

„Die Unterscheidung von Enteigneten und Vertriebenen nach völkischen und religiösen Kategorien ist eine Altlast des christlich-panslawistischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts…“

Das Problem der Vertriebenen (auch den polnischen Vertriebenen) und diese von Ihnen erwähnte Unterscheidung ist das Ergebnis des von Deutschland angefachten 2.Weltkrieges mit den als Folge durch Russland festgelegten und durchgeführten Grenzverschiebungen/Umsiedlungen (darunter auch Umsiedlungen von den Polen aus den Ostgebieten).
Den christlich- panslawistischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts hat es in Polen so nicht gegeben, da Polen damals ein besetztes und geteiltes Land war, was diese Entwicklung nicht möglich machte.
Ich befürchte Sie haben hier einige Dinge durcheinandergebracht.

Da möglicherweise das eine oder das andere Problem durch die Länder des Mitte-Ost-Europas immer noch nicht gelöst ist, liegt daran dass diese Probleme überhaupt entstanden sind und durch die Vielzahl anderer Probleme in den letzten 18 Jahren als weniger dringen hinausgeschoben wurden.

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15. April 2008 14:31

veraltete Freund-/Feind-Kategoriserung

TOBIAS RÜGER (t.ruger)

Der polnische Staat tut sich nach wir vor schwer mit seinem Weg nach Europa. Die Unterscheidung von Enteigneten und Vertriebenen nach völkischen und religiösen Ketegorien ist eine Altlast des christlich-panslawistischen Nationalismus des 19. Jahrhunderts von dem sich Polen - und alle weiteren mitteleuropäischen Staaten des ehemaligen Ostblocks auch - schleunigst verabschieden sollte. Tricksereien mit dem Thema wer wann im Zuge irgendwelcher Grenzziehungen die Staatsbürgerschaft gewechselt hat sind ein miserables Spiel der polnischen Nationalisten. Widerwärtig übrigens auch, wie der polnische Staat polnisch-stämmige Israelis bei der Wiedererlangung der polnischen Staatsbürgerschaft seit Jahren hinhält - ...aber das ist ein anderes Thema.

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