Istanbul

Tote bei Schießerei vor amerikanischem Konsulat

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09. Juli 2008 Bei einem Feuergefecht vor dem amerikanischen Konsulat in Istanbul sind am Mittwochvormittag mindestens sechs Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Bei drei der Toten handele es sich um Polizisten, bei den drei anderen um Angreifer, berichtete der private türkische Nachrichtensender NTV.

Die Hintergründe des Angriffs sind unklar. Ein mit vier Personen besetztes weißes Auto sei langsam herangefahren und habe vor dem Konsulatsgebäude im europäischen Teil Istanbuls gehalten, berichteten Augenzeugen. Dann seien drei der Insassen ausgestiegen und hätten das Feuer auf die Wachleute vor dem Eingang der amerikanischen Vertretung eröffnet. Ein Augenzeuge sagte dem Fernsehsender CNN-Türk, einer der Angreifer, der seine Waffe verborgen hielt, habe sich einem Polizisten genähert und diesem in den Kopf geschossen.

„Terroristischer Akt“?

Die Schützen hätten sich sieben bis acht Minuten lang ein Feuergefecht mit den Polizisten geliefert. Nach Angaben des Istanbuler Gouverneurs Muammer Guler waren die drei Angreifer und einer der Polizisten sofort tot, die beiden anderen seien ihren Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Fernsehsender zeigten Bilder von Opfern auf dem Pflaster. Zu sehen waren Helfer, die versuchten, einen Menschen wiederzubeleben.

Der amerikanische Botschafter Ross Wilson sprach von einem „Terrorakt“. Die Sicherheitsvorkehrungen vor den amerikanischen Einrichtungen sollten nach dem Angriff verschärft werden. „Das war ein Angriff auf eine amerikanische diplomatische Einrichtung“, sagte Wilson. Der Zwischenfall werde der Zusammenarbeit mit der Türkei keinen Abbruch tun. „Unsere Länder stehen zusammen im Kampf gegen den Terrorismus“.

Auch der leitende Staatsanwalt von Istanbul, Aykut Cengiz Engin, sagte: „Die ersten Spuren der Untersuchung zeigen, dass es sich um einen terroristischen Akt handelte“. Innenminister Besir Atalay sprach von drei „Terroristen“, die beteiligt gewesen seien. Es würden alle möglichen Spuren verfolgt.

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Konsulatsmitarbeiter seien bei der Schießerei nicht verletzt worden, sagte eine Sprecherin der amerikanischen Vertretung in Ankara. Fernsehberichten zufolge fahndete die Polizei nach einem vierten Mann. Augenzeugen sagten, er sei nach dem Angriff in einem weißen Auto geflüchtet. Im November 2003 waren bei Anschlägen auf zwei Synagogen, das britische Konsulat und eine britische Bank in Istanbul innerhalb weniger Tage insgesamt 63 Menschen getötet worden. Für die Anschläge war eine türkische Al-Qaida-Zelle verantwortlich gemacht worden.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: F.A.Z. - dpa, reuters

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