Jahrestag der Irak-Invasion

Bush: „Vor einem großen Sieg im Kampf gegen den Terror“

19. März 2008 Zum fünften Jahrestag des Beginns des Irak-Krieges hat der amerikanische Präsident Bush seine Entscheidung zur Entmachtung des damaligen irakischen Diktators energisch verteidigt. „Der Sturz Saddam Husseins war die richtige Entscheidung - und dies ist ein Kampf, den Amerika gewinnen kann und muss“, sagte Bush in einer Rede im Pentagon.

Bestätigt sieht Bush sich durch die „unbestreitbaren Erfolge“ seit Aufstockung der amerikanischen Streitkräfte im vergangenen Jahr. Dies gelte nicht nur für die Lage im Irak, sondern für den Krieg gegen den Terrorismus überhaupt. Die Truppenaufstockung habe „die Tür für einen großen strategischen Sieg im weiteren Kampf gegen den Terror geöffnet“. Der Irak sei zu einem Land geworden, in dem arabische und amerikanische Streitkräfte gemeinsam gegen das Terrornetz Al Qaida kämpften.

Fast 4000 amerikanische Soldaten getötet

Bush appellierte an die amerikanische Bevölkerung, deren Sorgen über die Kosten des Krieges durch Rezessionsängste vermehrt werden, Geduld zu haben. Niemand bestreite, dass Amerika einen hohen Preis für den Militäreinsatz im Irak zahle. Seit dem Beginn der Luftangriffe in der Nacht auf den 20. März 2006 sind Zehntausende Iraker und fast 4000 amerikanische Soldaten sowie mehr als 300 Soldaten der Koalitionsstreitkräfte getötet worden.

Aber die Kosten seien notwendig, wenn man bedenke, wie teuer die Vereinigten Staaten ein Sieg der Feinde im Irak zu stehen käme, sagte Bush. Seinen Nachfolger im Weißen Haus warnte der Präsident vor einer raschen Beendigung des Einsatzes, wie ihn führende Demokraten zu dem Jahrestag abermals forderten.

Der Irak sei heute „ein demokratischer Staat“

Die Opposition erinnerte daran, dass die Regierung die Notwendigkeit des Krieges mit falschen Berichten über irakische Massenvernichtungswaffen begründet habe und dass die Regierung keine Strategie zur Beendigung des Konflikts habe. Von Siegeszuversicht und Durchhalteappellen war dagegen die Rede von Vizepräsident Dick Cheney vor amerikanischen Soldaten in Bagdad geprägt. Die Geschichte gebe Amerika recht, dass der Kampf für Freiheit und Demokratie im Irak die Opfer wert sei.

Die britische Regierung sieht sich unterdessen gezwungen, den versprochenen Truppenabzug aus ihrem letzten Stützpunkt im irakischen Basra zu verzögern. Entgegen früherer Ankündigungen von Premierminister Brown, wonach im Frühjahr 1500 der insgesamt noch 4000 Soldaten aus der Basis am Flughafen von Basra abgezogen werden sollten, heißt es jetzt in Zeitungsberichten, die sich auf Quellen aus dem Regierungslager berufen, es könnten momentan nicht mehr „als ein paar hundert“ Soldaten nach Großbritannien zurückverlegt werden. Offenkundig liegen die Ursachen zum einen darin, dass sich die Lage am Flughafen nicht wie erwartet beruhigt und die Truppenbasis weiterhin fast täglich Ziel von Raketenattacken ist. Zum anderen sind weiterhin britische Kräfte durch das Training irakischer Truppeneinheiten gebunden. Wie Bush verteidigte auch Brown am Mittwoch im britischen Unterhaus die Teilnahme am Einmarsch in den Irak vor fünf Jahren. Der Irak sei heute „ein demokratischer Staat“.



Text: F.A.Z./gel./Lt.
Bildmaterial: dpa

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