Neapels Abfallkrise

Die Unterwelt macht Müll zu Gold

In Italien sollen jetzt Soldaten die Müllberge aus den Straßen schaffen. Der Notstand, so meinen viele, sei das eigentliche Element der Camorra. Die nepolitanische Variante der Mafia ist zwar nicht Urheberin der Abfallberge - aber sie profitiert davon. Von Florentine Fritzen

Lesermeinungen zum Beitrag

11. Januar 2008 19:08

Die armen Neapolitaner...

andrea borsato (KonstantinLevin)

Die armen Neapolitaner, unschuldige Opfer des bösen Norditaliens, sollen also freigesprochen werden! Denn die Italiener sind alle gleich, und zwar alle gleich Neapolitaner, gleich faul und gleich mafiosi. (...) Dass man den kulturellen Unterschied zwischen Nord- und Süditalien so grob übersieht, um ihn auf einen bloss wirtschaftlichen Unterschied zurückzuführen, ist ein verbreiteter, verhängnisvoller Fehler, den man von einem naiven deutschen Touristen erwartet, jedoch nicht von der FAZ-Korrespondentin aus Italien.

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11. Januar 2008 08:15

@Vilmer

Joe Public (PublicJoe)

Jawoll!
In Deutschland ist ja alles in bester Ordnung, drum immer schön auf die Anderen zeigen! Typische, protestantisch-preussische Geisteshaltung...

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10. Januar 2008 10:07

Bananenrepublik

Jürgen Villmer (Villmer)

Die Strassen sind mit Muell verseucht und die Politik/Wirtschaft mit Kriminellen. Denen ist nicht mehr zu helfen...

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10. Januar 2008 08:43

Müll entsorgen das eine - Müll verhindern ist das andere

Ogdan Ücgür (Ogdan)

Nun dreht sich die Diskussion seit 1994 um die Entsorgung der immer weiter anschwellenden Müllberge. Jeder weiß: eine völlig ungefährliche Entsorgung gibt es nicht und in Campanien übersteigt der produzierte Müll die verfügbaren Entsorgungskapazitäten bei weitem. Ein Nachhaltige Bewältigung der Müllberge ist nicht abzusehen.

Die Bevölkerung von Campanien hat - jeder einzelne - versagt. Die Quote der Mülltrennung ist lächerlich niedrig, die Leute waren jahrzehntelang zu faul, zehn Schritte zum Glas- oder Papiercontainer zu machen.

Heute: In Neapel herrscht Notstand - auf en Straßen brennen die Müllberge. Das Militär ist eigerückt. In Campanien sterben die Kinder, weil sie die bei der Verbrennung von Plastik entstehenden Dioxine einatmen.

In dieser Situation liegt es für mich nahe, daß man bei der Müllproduktion genauso anfassn muß, wie bei der Entsorgung: wenn Notstand herrscht, Sondergesetzgebung und das Militär eingerückt ist, warum wird dann nicht dem Hande verboten, Müll in Umlauf zu bringen?

Die Straßen sind voll von überflüssigen Plastikverpackungen, Plastikgetränkeflaschen, Umverpackungen von Zeitschriften, Kartonagen. Warum bitte werden diese Verpackungen/"Müll in spe" im Müllnotstandsgebiet nicht verboten?

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