
Ich verstehe nicht, wieso hier in Deutschland die Mehrheit der Öffentlichkeit derart unkritisch die Meldungen zu lesen scheint. Alls was China zu der Problematik erklärt wird ausschliesslich als Propaganda dargestellt, alles was aus dem Lager des Dalai Lama und der Exiltibeter zum Besten gegeben wird, wird kaum hinterfragt.
<br>Da spricht der "EU-Gesandte" des Dalai-Lama in der ARD und spricht von 80 "bestätigten" Todesopfern. Von einem guten Journalisten würde ich mindestens erwarten, daß er oder sie nachfragt, wie "bestätigt" zu verstehen sein soll. Überhaupt verlautbaren die Exiltibeter im wesentlichen Mutmaßungen.
<br>Man sollte nicht vergessen, da ziehen gewalttätige Demonstranten mit Macheten und Molotow-Cocktails durch die Straßen und hier heißt dann die Meldung "Demonstranten wurden mit Tränengas beschossen" und vermittelt damit ein Bild, als handele es sich um brave Friedensaktivisten.
<br>Egal welche Meinung man zum Thema Tibet hat, ich denke man muss doch von der chinesischen Regierung erwarten, daß sie gewaltsame Übergriffe unterbindet. Selbst wenn man ein autonomes Tibet fordert, die derzeitige Ordnungsmacht ist China und diese Ordnungsmacht ist zu aller erst einmal verpflichtet, Gewalttaten zu unterbinden.

Na dann wird es aber höchste Zeit, dass die Chinesen mal durchgreifen!
Bestimmt stecken auch die Tibeter hinter den Skandalen mit den Kindersklaven in China und vielleicht war es der Dalai Lama höchstselbst, der die Kinderspielzeuge, die zu uns exportiert werden, mit Blei vergiftet hat! Sicher werden im Zuge dieser dringenst nötigen Polizeiaktionen auch endlich mal ein paar dieser Fälscherwerkstätte (in welchen Westmarken schamlos kopiert wird), die sich in den Klostern verstecken, ausgehoben, um den Raub geistigen Eigentums zu unterbinden. Von den schier unglaublichen Umweltverschmutzungen, den verdreckten Flüssen, der verpesteten Luft, mit denen die Mönche den armen Han-Chinesen zusetzen, ganz zu schweigen!
Und überhaupt... Was wollen diese Tibeter überhaupt in China!?

Natürlich sind die Demonstranten verantwortlich zu machen, wer denn sonst? Sie hätten sich ja auch brav weiter drangsalieren, demütigen und das Wenige nehmen lassen müssen, was sie als Tibeter im eigenen Land noch haben dürfen. Mit den Hardlinern der KP in Tibet kann, genauso wie einst mit Hitler, kein konstruktiver Dialog geführt werden. Selbst bei 100%iger Anerkennung aller chinesischen Positionen werden diese stets mehr wollen. Wer auch immer etwas Selbstbestimmung einfordert ist sofort ein Separatist und gehört ausgemerzt. Ein Regime, das von durchgeknallten, komplexbeladenen Kleinbürgern mit Macht über Leben und Tod geführt wird ist ja wohl so ziemlich das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Mao wird aus der Hölle Beifall spenden.
Ich frage mich, was im nächsten Jahr um den 10. März herum in Tibet passieren wird, wenn sich der Aufstand zum 50sten Mal jähren wird.

Wer hat eigentlich Peking als Austragungsort der olympischen Spiele 2008 bestimmt?In diesem Land beherrschen seit Mao Blut und Tränen den Alltag.Seit 50 Jahren ist nun auch noch Tibet okkupiert,auch hier nun Blut,Tränen,Unterdrückung und die Eliminierung der Landeskultur.Herzlichen Glückwunsch an das olympische Komitee.Zumindest Frau Merkel hat (in den letzten Jahrzehnten....) Stellung bezogen,Hut ab,vor dieser Frau.

Wieviel Goldmedaillen werden in China vergeben? 100? 150? Keine Ahnung. Aber wenn jeder Sportler auf dem dreistufigen Siegertreppchen bei der Medaillenverleihung beide Hände hinter dem Kopf verschränken würde
(wie nach einem "Hände hoch!"-Befehl) wäre das eindeutiges und vor allem "unübersehbares" Zeichen der Solidarität mit Tibet.

Man sollte mal aufhören den Dalai Lama zwischen netter charismatischer Mensch im Exil und dem Hokuspos von Reinkarnation zu sehen. Zwischen diesen beiden Sichtweisen springen sämtliche hiesigen Berichterstattungen. Übrigens nicht nur in der FAZ, aber die Beispiele hier sind: die "zwei Dalai Lamas" aus dem letzten Artikel und die übliche Schilderung der Person an gleicher Stelle. Diese Sichtweise beschreibt die Person nur unvollständig.
Vielmehr ist der Dalai Lama auch als ganz normaler (Exil-)Politiker zu sehen, der von außen noch sehr großen Einfluss in Tibet hat und diesen unverholen nutzt. Seine charismatischen Auftritte in den westlichen Medien sind zum Großteil Mittel zum Zweck - die Beliebtheit seiner Person hat er dabei stets zu nutzen gewusst. Die Unruhen in China - ausgerechnet im olympischen Jahr indem sich China um Seriosität und Stabilität bemüht - sind wohl kein Zufall und treffen China hart. Ob der Dalai Lama involviert ist oder nicht, er ist in forderster Front und stets präsent.
Ich sage hier nicht, dass der Dalai Lama für eine ungerechte Sache kämpft oder wir Chinas Position unterstützen sollten, aber: Etwas mehr Sachlichkeit im Umgang mit der Person wäre im aufgeklärten Abendland doch ganz angemessen!