Dora Bakogiannis

Griechische Außenministerin Bakogiannis

„Skopjes Anachronismus heizt Spannungen an“

Griechenlands Außenministerin Dora Bakogiannis begründet, warum Athen verhindern will, dass Mazedonien kommende Woche unter seinem eigenen Namen zum Nato-Beitritt eingeladen wird.

Lesermeinungen zum Beitrag

01. April 2008 18:41

Diplomatie als Schlüssel zum Erfolg

Efstathios Triantafillidis (StathisT)

Sie haben Recht Herr Trilomis. Während die FYROMler in den letzten zehn Jahren eine ausgezeichnete Taktik gefahren sind, haben die griechischen Regierungen seit 1949 geschlafen. Ein teurer Schlaf, wie sich nun zeigt. Die Krokodilstränen, die ND und PASOK nun heulen, erscheinen mir recht heuchlerisch. Ich befürchte es ist zu spät um die Entwicklung jetzt noch aufhalten zu können.

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01. April 2008 17:07

Mangel an Willen

Theodor Tirilomis (tirilomis)

Alternativen für einen auch historisch korrekten Namen gibt es, aber einen politischen Willen gibt es nicht! Es wird agiert frei nach dem Motto: Was die Bulgaren vor über hundert Jahren nicht geschafft haben, schaffen wir es heute, man muss nur auf dem diplomatischen Parkett ensprechend auftretten und die internationalen Medien beeinflussen! Und ehrlich gesagt, Hut ab, beides beherrschen sie!

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01. April 2008 02:50

Leider keine Alternativen

Efstathios Triantafillidis (StathisT)

Sie sprechen einen bitteren aber wichtigen Punkt an. Ich muss ehrlich gestehen, daß es keine Alternative zu einem Namen gibt, der wenigstens zu einem Teil die Bezeichung Mazedonien tragen wird. FYROM hat in den letzten zehn Jahren Fakten geschaffen und eine historische Fälschung ist Tatsache geworden. Die Wletgemeinschaft kennt diesen Staat als Mazedonien und so bitter es ist, die Griechen werden keine andere Wahl haben als dies zähneknirschend zu akzeptieren, denn es kann realistischerweise nicht damit gerechnet werden, daß 150 Staaten der Erde nun plötzlich diesen Staat "umtaufen". Diese bittere Erkenntnis hat nun auch die gr. Regierung getroffen und versperrt sich nicht mehr gegen einen zusammengesetzten Namen in welchem der Begriff "Mazedonien" vorkommen wird. Die Slawen in FYROM wissen um ihren Joker und verweigern selbst einen zusammengesetzten Namen. Das ganze ist ein Witz der Weltgeschichte der hoffentlich nicht in ein paar Jahren zu einer vielleicht blutigen Katastrophe führen wird.

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31. März 2008 12:58

griechische Kommentatoren..

Fatih_Mehmet Uenal (Jerusalem1187)

vielen Dank für ihre Ausführungen. Es ist interessant Ihre Standpunkte aus erster Hand zu erfahren.Aus türkischer Sicht unterstütze ich ihre Thesen. Das "slawische" FYROM sollte unter einem anderen Namen als "Republik Mazedonien" auftreten.
Unter diesem Namen denken die Menschen in der Tat zunächst an Phillip II und seinen grossen Sohn Alexander.Die Bevölkerung von FYROM hat mit dieser Geschichte nichts zu tun.Nur welche Alternativen gibt es zumal FYROM in der Region Mazedonien besteht? Wie ist ihre Meinung?

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30. März 2008 23:08

Geschichte ist nicht Hollywood

Theodor Tirilomis (tirilomis)

Es geht nicht um Angst, es geht um Mißbrauch der Geschichte und das macht die Menschen (auch in Athen) wütend!
Herr Milososki und die gesamte politische Führung in Skopje weiß ganz genau, dass es sich hier bei dieser Diskussion nicht um das Selbstbestimmungsrecht seines Landes geht, sondern um die Suche nach einer Identität für sein Land und dabei bedient man sich unverschämterweise der Geschichte eines anderen Volkes.
Es geht aber auch darum, dass eine Provokation, geschaffen im Kalten Krieg, im Jahre 1991, nach dem Zerfall von Jugoslawien, widerspruchslos als (historische) Tatsache angenommen werden sollte.
Ja, es geht um die Geschichte Makedoniens, um die Geschichte von König Philipp II und seinem Sohn Alexander den Großen, um Aristoteles, um die gleichnamige byzantinische Kaiserdynastie, um Kyrill und Methodius... Es geht um einen Teil der griechischen Geschichte!
Vergleiche mit Luxemburg oder gar Lappland sind absolut fehl am Platz. Bis heute habe ich nicht einmal gewußt, dass auch in Belgien eine Provinz Namens Luxemburg gibt, aber von Alexander den Großen haben die Menschen auf der ganzen Welt schon mal gehört!
Können und dürfen überhaupt die Griechen einen solchen Mißbrauch ihrer Geschichte legitimieren?

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30. März 2008 15:37

Kommentare wie Ihrer sind gemeint Herr Bujtor

Efstathios Triantafillidis (StathisT)

Sehr geehrter Herr Bujtor, Kommentare wie ihr unsahclicher und im übrigen völlig unqualifizierter Beitrag sind es, die die Vorbehalte der Griechen gegen die unbegründeten und provokativen Gebietsansprüche der Slawen in FYROM bestätigen. Was ist das denn für ein Unsinn, daß die griechische Provinz Makedonien nicht frei sei?? Sie reden heir von einem demokratischen Rechtsstaat westlicher Prägung und nicht von einer ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik. Ich bin selber griechischer Makedone. Können Sie mir bitte sagen, wo ich oder anderen Makedonen von Griechenland unfrei gehalten werden? Bitte nehmen Sie zur Kenntnis das dieses FAZ-Forum einen sachlichen und rationalen Meinungsaustausch fördern und nicht spätpubertätere und plumpe Propagandabedürfnisse stillen soll. Diesem Bedürfnis kommen Sie bitte auf anderen Seiten nach. Wenn Griechenland tatsächlich Angst vor der "Anziehungskraft" eines wirtschfatlich starken FYROM hätten, dann wäre die gr. Wirtschaft wohl kaum der mit weitem Abstand größte ausl. Investor. in FYROm trotzd er politischen Differenzen. Ichkomme auseinem Dorf nur 22 km von der Grenze zu FYROM entfernt. Es herrschttäglich ein reger, beidseitiger Grenzverkehrohne den FYROM erhebliche wirtschaftliche Probleme hätte??

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30. März 2008 11:46

Wer hat Angst vor wem?

Josef Bujtor (Mramorak)

Griechenland hat keine Angst vor einer Forderung Mazedoniens. Es hat aber Angst, dass eines Tages ein erfolgreiches Mazedonien eine Anziehungskraft auf den grischischen Teil Mazedoniens habe könnte - das ist der Punkt! Das griechische Mazedonien ist eben auch nicht frei, was die Griechen nicht zugeben werden. Da gibt es noch andere unbegründete Ängste der Griechen. Der Name alleine ist es nich.

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30. März 2008 00:03

europäische ignoranz

Efstathios Triantafillidis (StathisT)

Ja ja diese komischen Griechen. Da sie ja mit Ausnahme der EM 2004 seit 2000 Jahren nichts mehr gerissen haben, reiten sie auf ihrer tollen Geschichte herum und zicken bei derart lächerlichen "Petitessen" wie den Namen ihres Nachbarstaates herum. Haben halt nichts besseres zu tun diese notorischen Querulanten . So oder so ähnlich lautet die Kommentierungstendenz fast aller deutscher Medien und allen voran der FAZ und das schon seit Bestehen dieses Konflikts ANfang der 90. Wer diese politische Frage als "Petitesse"bezeichnet, offenbart sich nicht nur als ein wenig sachkundiger Journalist , sondern als Ignorant historischer und politischer Tatsachen. Die Leserkommentare die ich hier bislang lesen konnte, zeigen, daß die Leser der FAZ ganz offensichtlich allesamt mehr mit den Tatsachen vertraut sind, als der Verfasser des Artikels. Die Griechen wehren sich gegen die Einvernahme eines Teils ihrer Geschichte durch einen Nachbarstaat und gegen damit verbundene territoriale Ansprüche dieses Staates. Das ist keine Petitesse, sondern ein selbstverständliches Recht der Griechen. Die Ignoranz einiger europ. Staaten hat den Balkan schon einmal zu einem Schlachtfeld werden lassen und das ist gar nicht lange her; dies gilt es zu vermeiden.

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29. März 2008 19:22

Historisches Disneyland

Andreas Breuer (IUSTINUS)

Das Tito die bulgarische Bevölkerungsmehrheit in Serbien mit dem Begriff "Mazedonier" zur Staatsnation erklärte, ist wohl nicht mehr aus der Welt schaffen und einer seiner genialsten Schachzüge. Auch wenn die Slawistik nach wie vor Mazedonisch nicht von Bulgarisch unterscheiden will, was Millionen glauben ist nun eine Tatsache geworden.

Nur wie soll Griechenland damit umgehen, ein Land als Nachbar zu haben, das sich an seiner Geschichte bedient? Bekanntermaßen waren die historischen Mazedonier ein Volk das die griechische Kultur adaptierte. Hingegen die Bulgaren und überhaupt alle Slawen kamen aber erst mit der Völkerwanderung in diese Gegend.

Darf wieder die Geschichtsfälschung siegen, oder kann sich dieses Land auch mit einem weniger prestigeträchtigen Namen wie "Nord-Mazedonien" zufriedengeben, auch in Rücksichtname auf Griechenland, das übrigens auch der größte Investor im Land ist.

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29. März 2008 18:01

Alexander's Erbe

Abdullah Dik (abudik)

Ich verstehe, dass die Griechen zu diesem Thema sehr sensibel gegenüber stehen und mit aller Macht versuchen das Unvermeidliche zu vermeiden. Schliesslich geht es hier um das grosse Erbe von Alexander dem Grossen. Makedonien ist übrigens nur die griech. Übersetzung für Mazedonien, so dass diese Unterscheidung zu geringfügig für jeden stolzen Hellenen wäre. Es is ein tiefer Riss in das griech. Bewusstsein, wenn das ehemalige Makedonien mit der Hauptstadt Saloniki nun ein Land ist, dass überwiegend von Slawen und anderen Balkanvölkern bewohnt wird.
Die Griechen habe jahrhunderte Land unter anderen Herrschern leben müssen und konnten so ihre Identität nur sehr schwierig beschützen. Vieles der einst so grossen Hochkultur ist in der Vergangenheit verloren gegangen. Deswegen ist es für mich nur verständlich, dass die Griechen so empfindsam reagieren, auch wenn meiner Meinung nach die Griechen über solchen Banalitäten stehen sollten. Es bringt doch herzlich wenig sich mit solchen Thematiken zu beschäftigen, da hat Griechenland doch viel ernsthaftere Probleme. Aber vielleicht muss man auch Hellene sein, um dieses Erbe zu verstehen. Ich persönlich wünsche mir mehr Toleranz auf dem Balkan, anyway. Danke.

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28. März 2008 14:28

Mazedonien..

Fatih_Mehmet Uenal (Jerusalem1187)

..ich kann die Griechen verstehen.Aber es wird wohl auf dem Balkan nicht mehr zu Kriegen kommen.Trotz allen Anachronismen ist das doch sehr unwahrscheinlich.
Ausserdem ist Griechenland in der EU und der NATO voll integriert und unterhält eine Schlagkräftige Armee.
Aus türkischer Sicht kann ich die Griechen verstehen.Die Mazedonischen Politiker sollten, ohne zu Provozieren, in einen Dialog mit Griechenland eintreten.

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28. März 2008 12:04

Bedauerliche griechische Standpunkte

Hanno Meissner (hanno_meissner)

Es ist bedauerlich, dass sich die griechische Politik offenbar auf ihren Standpunkt, nämlich dass der Name "Mazedonien" diesem Staat nicht zusteht, fixiert hat.
Vor 1991 existierte eine griechische Region Makedonien neben deiner jugoslawischen Republik Mazedonien.
Als der jugolsawische Staat zerfiel und die mazedonische Teilrepublik unabhängig wurde, war es doch nur logisch, dass Sie diesen Namen weiterführte.
Angenommen, der finnische Teil Lapplands würde unabhängig, dann würde dieser neue Staat sich vermutlich "Lappland" nennen, weil es sich um Lappland handelt.
Hätten deshalb Schweden oder Norwegen das Recht zu intervenieren, nur weil es auf ihren Staatsgebieten ebenfalls Regionen gibt, die als "Lappland" bezeichnet werden?
Das wäre völlig absurd.
Leider geht die Außenministerin nicht auf das angesprochene Beispiel Luxemburg ein bzw. sie verdreht die Bedeutung.
Die belgische Provinz Luxemburg gehörte schließlich vor 1839 zum Großherzogtum Luxemburg, weshalb Belgien nach der griechischen Logik viel eher luxemburgische Gebietsansprüche fürchten müsste.
Die griechische Region Makedonien gehörte nie zu einem unabhängigen mazedonischen Staat. Wovor hat Griechenland also Angst?
Reicht die Unterscheidung Makedonien/Mazedonien nicht?

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