Atomprogramm

Fortschritte bei Verhandlungen mit Nordkorea

Nordkoreas Unterhändler Kim: Noch strittige Punkte

Nordkoreas Unterhändler Kim: Noch strittige Punkte

09. Februar 2007 Bei den Sechs-Staaten-Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm in Peking zeichneten sich am zweiten Verhandlungstag Fortschritte ab. Nach Angaben von Diplomaten hat Nordkorea gegenüber den Vereinigten Staaten seine Bereitschaft bekundet, die Atomanlage in Yongbyon zu schließen. Nordkorea solle im Gegenzug Wirtschaftshilfe und Energielieferungen erhalten.

Die amerikanischen und nordkoreanischen Unterhändler warnten allerdings vor allzu großem Optimismus. Der nordkoreanische Verhandlungsführer Kim Kye Gwan, der am Freitag zu einem Gespräch mit dem amerikanischen Unterhändler Christopher Hill zusammenkam, sagte, es gebe Einigungen, aber auch noch strittige Punkte. Man versuche, einen Kompromiss zu finden. Auch die japanische Delegation mahnte zur Vorsicht, jedes Land habe seine eigenen Vorstellungen zu einer Lösung.

Chinesischer Resolutionsentwurf

Am zweiten Tag der Verhandlungen kamen die Delegationen zu Beratungen über einen chinesischen Resolutionsentwurf zusammen, der vorsieht, dass Nordkorea innerhalb von zwei Monaten seine Atomanlagen stilllegen soll, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Außerdem soll die Internationalen Atomenergiebehörde demnach wieder Inspektionen durchführen.

Der südkoreanische Unterhändler bezeichnete den Entwurf als gute Basis für Gespräche. Nach Angaben aus japanischen Delegationskreisen stellt Gastgeber China auch eine Liste von Arbeitsgruppen zusammen, die sich nach einer Einigung mit konkreten Fragen befassen sollen. Es soll dabei Arbeitsgruppen zu bilateralen Fragen, wie etwa den japanisch-koreanischen Beziehungen, und auch zu Fragen der regionalen Sicherheit und Nordostasien allgemein geben.

Abe fordert Aufrichtigkeit bei Entführungsfällen

Japan hält daran fest, dass es keine finanziellen Hilfen an Nordkorea zahlen wird, so lange Nordkorea in der Frage der entführten Japaner keine Aufrichtigkeit zeigt. Dem japanischem Ministerpräsidenten Shinzo Abe ist die Frage der nach Nordkorea entführten Japaner ein persönliches Anliegen.

Die Fortschritte bei den Sechser-Gesprächen waren möglich geworden, nachdem Abgesandte Nordkoreas und der Vereinigten Staaten im Januar in Berlin erstmals seit dem Atomtest Nordkoreas zusammengetroffen waren und dort Kompromissbereitschaft gezeigt hatten. Bei den Gesprächen in Peking, an denen Nord- und Südkorea, Japan, China, Russland und die Vereinigten Staaten teilnehmen, geht es jetzt um die Implementierung der Gemeinsamen Erklärung vom September 2005, in der sich Nordkorea verpflichtete, sein Atomprogramm aufzugeben. Dafür wurden dem kommunistischen Staat Wirtschaftshilfen und Sicherheitsgarantien angeboten. Pjöngjang zog sich aber von der Einigung zurück und testete im Oktober 2006 einen atomaren Sprengsatz. Die Vereinten Nationen verhängten daraufhin Sanktionen gegen Nordkorea.

Text: P.K./Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bildmaterial: dpa

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