12. Dezember 2005 Eine Straßenschlacht am Strand und in der Innenstadt von Sydney hat in Australien eine Debatte über Rassismus ausgelöst. Ministerpräsident John Howard nannte die Ausschreitungen vom Sonntag unerträglich, betonte aber, er sehe keine unterschwelligen rassistischen Strömungen in der australischen Gesellschaft. Polizeiminister Carl Scully räumte am Montag dennoch ein, daß den Unruhen ein Gebaren weißen Überlegenheitsdenkens zugrunde gelegen habe.
Nach der Straßenschlacht, bei der 31 Menschen verletzt wurden, gab es 16 Festnahmen. Die Behörden riefen eine Sonderkommission ins Leben, um die Anstifter der Ausschreitungen zu ermitteln. Polizeichef Ken Moroney sprach von der schlimmsten Gewalt, die er in seiner 40 Jahre währenden Dienstzeit gesehen habe.
Brandsätze sichergestellt
Am Montag kam es abermals zu Unruhen gekommen. Sieben Menschen wurden nach Angaben der Polizei vom Dienstag verletzt, dutzende Autos beschädigt. Vor einer Moschee im Westen der Stadt hätten hunderte Moslems arabischer Herkunft Steine auf Sicherheitskräfte geworfen und Menschen mit Baseball-Schlägern angegriffen. Am Maroubra-Strand seien 30 Brandsätze sichergestellt worden.
An einem Strand im Süden von Sydney hatten sich am Sonntag rund 5000 weiße Jugendliche Kämpfe mit Gleichaltrigen arabischer Abstammung sowie mit der Polizei geliefert. Viele der meist betrunkenen Angreifer schwenkten australische Flaggen und skandierten rassistische Parolen. Hintergrund waren offenbar Medienberichte, wonach zwei Jugendliche libanesischer Herkunft für
einen Angriff auf zwei Rettungsschwimmer verantwortlich gewesen sein sollen.
Das Fernsehen zeigte Bilder, auf denen die Polizei einen Krankenwagen schützte, der von der Menge mit Bierflaschen beworfen wurde. Andere Jugendliche trampelten auf Polizeifahrzeugen herum. Die Sicherheitskräfte setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein.
Text: FAZ.NET mit Material von AP
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, Reuters