Honduras

Zelayas Rückkehr zunächst gescheitert

Vor dem Flughafen treffen honduranische Polizisten und Demonstranten aufeinander

Vor dem Flughafen treffen honduranische Polizisten und Demonstranten aufeinander

06. Juli 2009 Eine Woche nach dem Sturz und der Vertreibung des honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya hat der Politiker vergeblich versucht, in sein Land zurückzukehren. Soldaten blockierten am Sonntag (Ortszeit) mit Militärfahrzeugen die Landebahn des Flughafens der Hauptstadt Tegucigalpa, so dass Zelayas Maschine abdrehen musste. Der gestürzte Präsident wurde von Tausenden Anhängern erwartet, die sich Ausschreitungen mit Sicherheitskräften lieferten. Dabei wurde mindestens ein Demonstrant erschossen.

Zelaya machte sich von Washington aus auf den Weg nach Tegucigalpa und wurde vom Präsidenten der UN-Vollversammlung, Miguel D'Escoto Brockmann aus Nicaragua, und einigen Botschaftern begleitet. Die neue Regierung hatte zuvor gedroht, Zelaya bei seiner Ankunft festzunehmen und vor Gericht zu stellen.

Anhänger Zelayas versuchten, den Zaun des Flughafens zu durchbrechen. Dabei erlitt ein Mann einen Kopfschuss. Die Sicherheitskräfte setzten auch Tränengas ein. Das Rote Kreuz berichtete von 30 Verletzten.

Neuer Landeversuch geplant

Der Pilot von Zelayas Maschine sah wegen der blockierten Landebahn keine Möglichkeiten zu landen und flog zunächst ins benachbarte Nicaragua und von dort weiter nach El Salvador, damit sich Zelaya dort unter anderen mit den Staatschefs von Argentien, Paraguay und Ecuador treffen kann. Der Politiker sagte dem Rundfunksender Telesur, dass er an diesem Montag oder am Dienstag aufs Neue versuchen werde, nach Honduras zurückzukehren. Er rief zudem das honduranische Militär zum Einlenken auf. „Ich bin Befehlshaber der Streitkräfte und wurde vom Volk gewählt“, sagte Zelaya. Die Freigabe des Flughafens sei ein Befehl. Übergangspräsident Roberto Micheletti will nach eigenen Worten aber erst verhandeln, wenn sich Lage beruhigt hat. Seine neue Regierung vertrete das Volk.

Kritiker werfen Zelaya vor, er habe mit einer angestrebten Verfassungsänderung seine im Januar 2010 endende Amtszeit verlängern wollen. Micheletti und seine Regierung haben im Ausland keinen Rückhalt und müssen befürchten, dass das arme Land Hilfsleistungen und Kredit in dreistelliger Millionenhöhe verlieren könnte.

Text: AP
Bildmaterial: AFP, AP, REUTERS

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