28. März 2008 Die kolumbianische Regierung hat der Guerilla-Bewegung Farc als Gegenleistung für eine Freilassung der früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt die Entlassung Hunderter inhaftierter Rebellen angeboten. Präsident Alvaro Uribe unterzeichnete am späten Donnerstagabend ein entsprechendes Dekret, um Bewegung in den Fall der seit 2002 entführten französisch-kolumbianischen Politikerin zu bringen.
Die rechtliche Grundlage für einen Gefangenenaustausch ist geschaffen, und wir haben die Bedingungen so weit wie möglich minimiert, sagte Friedenskommissar Luis Carlos Restrepo zu Journalisten.
Der Gesundheitszustand Betancourts ist nach offiziellen Angaben sehr ernst. Die 46-Jährige sei an Hepatitis B sowie am sogenannten Schwarzen Fieber erkrankt, einem von Sandfliegen übertragenen und mit Hautgeschwüren einhergehenden Leiden.
Chancen für eine Freilassung standen zuletzt schlecht
Die Farc hält Hunderte Menschen zum Teil seit Jahren in ihrer Gewalt, um Lösegeld zu erpressen oder politischen Druck auszuüben. Venezuelas Präsident Hugo Chavez hatte in Verhandlungen mit der Farc in diesem Jahr die Freilassung von sechs Geiseln erreicht, darunter einer Mitarbeiterin Betancourts.
Die Chancen für eine Freilassung der Politikerin hatten sich zuletzt aber verschlechtert: Kolumbianische Truppen töteten vor einer Woche in Ecuador den Farc-Kommandeur Raul Reyes. Die Nummer Zwei der Bewegung war der wichtigste Kontaktmann französischer und anderer Verhandlungsteams.
(Siehe auch:Kolumbien: Führender Rebellenkommandeur getötet)
Für eine Freilassung der prominenten Geisel, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, hat sich auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eingesetzt.
Text: FAZ.NET mit Reuters, dpa
Bildmaterial: AFP
Tarifpolitik: Kochs Regierung will linker Mehrheit nicht ![]()
Bush: Wir sind Israels engster Freund
Die Burma-Hilfe kommt nicht voran
Serbien: Anti-Europäer einigen sich auf Koalitionsgrundlagen
Ist ein Boykott der Olympischen Spiele richtig?
