
Es ist mir bis heute schleierhaft warum die Angelsachsen nicht darauf bestanden haben als die kommunistischen Usurpatoren des Festlandes die Vertretung Chinas in der UN zugesprochen bekommen haben, dass Taiwan als souveräner Staat anerkannt wird. Ebenso ist mir unerklärlich warum die USA kein bindendes Bündnis mit Taiwan eingegangen sind, sondern es bei schwammigen Garantieerklärungen bewenden lassen. Taiwan an China für den Frieden zu opfern ist mehr als die Tschechoslowakei Hitler zu opfern. Was damals, als die Angelsachen mit ihrem temporären Bündnis mit der VR China die UdSSR ärgerten, noch absurder war als heute wo sich China (fast) unaufhaltsam zum mächtigsten Staat der Erde erhebt.

Nun, immerhin durften die Taiwanesen über ihr Schicksal selbst entscheiden. Dennoch ist der vorbelastete Ma (der sich als Student in den USA und später als Anwalt in Taiwan für die Militärdiktatur einsetzte) niemand, dem ich persönlich meine Stimme zu geben bereit gewesen wäre.
Ein guter taiwanesischer Bekannter hat mir als wesentliche Gründe für Mas Popularität drei Punkte genannt: (1) Ein immer noch korruptes und der KMT anhängendes Justizsystem, dank dessen er sich aus einer Korruptionsaffäre retten konnte, (2) bessere Hoffnungen auf kurzfristige wirtschaftliche Verbesserungen, und (3) Angst vor dem großen Nachbarn. Wie weit dies wahr ist, kann ich nicht endgültig beurteilen, aber ich fürchte, daß es wahrer sein könnte, als wünschenswert wäre.
Unabhängig davon steht nun zu befürchten, daß Taiwan den gleichen Fehler begeht, dessen `der Westen' bereits schuldig ist-- Appeasement gegenüber einer brutalen Diktatur aus kurzfristigen Interessen heraus.