Naher Osten

Mindestens fünf Tote bei Selbstmordanschlag in Israel

26. Oktober 2005 Ein Selbstmordattentäter hat sich am Mittwoch in der israelischen Stadt Hadera in die Luft gesprengt und mindestens fünf Menschen mit in den Tod gerissen. 21 weitere Israelis wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte. Der Mann zündete seinen Sprengsatz vor einem Falafel-Stand nahe der zentralen Busstation von Hadera.

In einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP bezichtigte sich die militante Organisation Islamischer Dschihad zu der Tat. Es habe sich um Vergeltung für die Tötung von Luay Saadi gehandelt, sagte ein Sprecher der palästinensischen Gruppe. Der Führer des militärischen Flügels der Organisation im Westjordanland war am Montag bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten ums Leben gekommen.

Erakat verurteilt Anschlag

Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat verurteilte die Tat umgehend. „Wir verurteilen den Anschlag in Hadera, wie wir jeden Anschlag auf israelische Zivilpersonen verurteilen“, sagte er, und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, der Anschlag werde den Friedensprozess nicht zerstören. „Gewalt bringt nur neue Gewalt hervor, und wir wollen nicht zu dieser tödliche Spirale zurückkehren.“

Ein israelischer Regierungssprecher machte die palästinensische Autonomiebehörde dagegen mitverantwortlich. Diese tue nichts, um die Terroristen zu stoppen, sagte David Baker. „Die palästinensische Regierung sollte die militanten Gruppen entwaffnen und auflösen.“
Diese hatten im März einen Waffenstillstand ausgerufen, seitdem ging die Gewalt erheblich zurück. Die Hamas drohte allerdings erst am Mittwoch, die Waffenruhe aufzukündigen, sollte Israel keine Gegenleistungen erbringen.

Bild der Verwüstung

Auf dem Markt in Hadera, auf dem sich der Attentäter in die Luft sprengte, war eine Spur der Verwüstung zu sehen. Rettungswagen rasten zu dem Anschlagsort am Falafel-Stand, Sanitäter kümmerten sich um die zahlreichen Verletzten.

„Es ist ein schlimmer Anschlag“, sagte Jeruham Mendola, Sprecher des Rettungsdienstes. „Die Zahl der Verletzten ist sehr hoch.“ Nach Polizeiangaben stand der Attentäter in einer Warteschlange vor dem Falafel-Stand, als er seine Bombe zündete.

Hamas will über Waffenstillstand beraten

Hamas-Führer Mahmud Sahar sagte der Zeitung „Haaretz“, in den kommenden Wochen werde über die Fortführung des Waffenstillstandes beraten. Bislang seien die Ziele der Hamas, die Freilassung palästinensischer Häftlinge und ein Stopp israelischer Festnahmen von Hamas-Mitgliedern sowie die Parlamentswahl, nicht erreicht. „Alle drei Verpflichtungen wurden nicht eingehalten“, kritisierte Sahar.

Abbas hatte der Hamas im Gegenzug für ihre Zustimmung zu dem Abkommen Beteiligung an der palästinensischen Politik zugesagt. Die Parlamentswahl ist für den 25. Januar angesetzt, dabei wird mit einem guten Abschneiden der Hamas gerechnet.

Die israelische Luftwaffe flog am Morgen abermals einen Angriff im nördlichen Gazastreifen, nachdem von dort aus Raketen auf Israel abgefeuert worden waren. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es nicht. Bei dem darauf folgenden israelischen Luftangriff wurde nach Militärangaben ein Raketenabschussplatz von Extremisten getroffen.



Text: AP
Bildmaterial: REUTERS

 
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