Jaroslaw Kaczynski: Keine Versöhnungsgesten

Deutsch-polnisches Verhältnis

Kaczynski wettert gegen Berlin

„Deutschland muß sich um Aussöhnung bemühen“: Der designierte polnische Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski ist weiter empört über eine Satire der „taz“, die aus Sicht Warschaus das deutsch-polnische Verhältnis belastet.

Lesermeinungen zum Beitrag

17. August 2006 22:29

Pressefreiheit ala Nachbar Putin & Co

Matthias Rietz (oekonom_de)

Interessant ist, dass die Pressefreiheit je weiter man nach Osten vordringt verringert wird. Pressefreiheit ist Menschenrecht. Wenn von sog. Staatsoberhäuptern eines Europäischen Landes Gefängnis für Karikaturen gefordert werden, frage ich mich was Polen in der EU zu suchen hat. Es erinnert mich an den Mohamed-Karrikaturenstreit. Die EU ist nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern in erster Linie eine Wertegemeinschaft, daran sollten die Kaczynski-Brüder denken. Wenn man sich lieber an der Weißrußland oder Putin Demokratie orientieren möchte, dann bitte vorher aus der EU austreten. Jedoch Augen auf liebe Polen: Wer so über andere herpoltert versucht meistens vom eigenen Versagen oder von Menschenrechtsbeschränkungen im eigenen Land abzulenken. Vielleicht haben die Kaczynski Brüder die Castro Brüder als Vorbild?
Schäubles Aussage zum Kerneuropa innerhalb eines Europas scheint mir nachdenkenswert zu werden. Kerneuropa könnte sich ohne solche nationalen Stammtischparolen und ohne das ewige Veto aus London endlich auf seine Vorwärtsentwicklung konzentieren.

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24. Juli 2006 20:15

Volle Kraft voraus zurück ins Mittelalter !!

ulf schneider (nazguel)

Also entweder die Brüder Kaczynski leiden an erheblichem Größenwahn, oder einem beachtlichem Minderwertigkeitskomplex, wahrscheinlich aber an einer Kombination von beidem. Da kann man nur hoffen, das der Spuk der ultra konservativen, und extrem nationalistischen Staatsführung der Kaczynki Brüder vorüber ist, bevor Polen die Ratspräsidentschaft in der E.U. übernihmt.

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24. Juli 2006 15:52

zu Herrn Wojciechowski,

harald schneider (asklepion)

Vor kurzer Zeit sagte eine Israelin in einem Interview dieser Zeitung auf die Frage warum ihr Vater nur nach dem 2. Weltkrieg aus Polen nach Deutschland habe emigrieren können, habe dieser geantwortet:" in Deutschland hätten die Antisemiten den Krieg verloren, in Polen jedoch gewonnen. "
Das ist doch bezeichnend genug.

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13. Juli 2006 17:59

@ Remigiusz Wojciechowski

Christian Barzel (Falke27)

Lieber Herr Wojciechowski,

leider müssen auch Sie den geschichtlichen Fakten in die Augen sehen.
Natürlich ist Polen am Ausbruch des 2.WK mitverantwortlich. Und natürlich ist es auch ein Faktum, daß das Polen Pilsudksis und Becks sehr nationalistisch war und darin dem NS-Deutschland wie ein Ei dem anderen glich.

Auch ist es Fakt, daß die Zwangspolonisierungen der Deutschen und Ukrainer, aber auch der litauischen Miderheit und der Juden zu ernsten Spannungen Polens mit all seinen Nachbarn führte. Nicht ohne Grund flohen bereits bis 1933 allein 1, 5 Mio. Deutsche aus Polen.

In diesem Sinne rate ich also Ihnen, der Realität ins Auge zu sehen, die Tastatur selbst beiseite zu legen und stattdessen ein paar historische Bücher über die Vorgeschichte des 2. WKs in die Hand zu nehmen.

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11. Juli 2006 15:14

Wie 1919-1939

Christian Barzel (Falke27)

Kaczynski und das nationalistische Polen der Gegenwart gleichen dem Polen zwischen den Weltkriegen. Großmäulig, arrogant, aber eigentlich von Komplexen zerfressen und mit all seinen Nachbarn im Clinch.

Wollen wir nur hoffen, daß es den Polen diesmla nicht gelingt, Europa in eine neue Krise zu stürzen.

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11. Juli 2006 13:58

Zum Glück....

Arndt Ludwig (Lorddersith)

...gibt es auch anderes Gemüse in Mitteleuropa.

Auf unserer letzten Masuren-Rundtour jedenfalls hatten wir nur gute Erfahrungen mit Polen. Selbst die deutschen Heimweh-Touristen waren angenehm überrascht, wie offen und problemfrei insbesondere die gebildete polnische Jugend mit der gemeinsamen Vergangenheit umgeht.

Ein paar Sack alte Kartoffeln stören da nicht weiter...

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11. Juli 2006 12:47

Kaczynski & Co

Friedebald Merkle (friedebaldmerkle)

die beiden Kaczynski & Co - einfach ignorieren!!!!!

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11. Juli 2006 12:28

Was ist denn mit unseren Nachbarn los?

Marcus Römer (mfroemer)

Wenn ich das alles hier so lese (Trilaterale Gipfel werden wegen einem Satiereartikel abgesagt und gegen den Autor soll nun ein Haftbefehl erwirkt werden) muß man sich fragen, wen sich die Polen da gewählt haben.
Man mag diesen Artikel gelungen finden oder nicht, aber ich kann nichts strafbares in ihm erkennen.
War bei den Mohammedkarrikaturen Satiere in Polen noch ein probates Mittel, denn es galt den freien Westen zu verteidigen, ist sie nun "Majestätsbeleidigung" von überempfindlichen Staatsoberhäuptern.
Ich frage mich, wie paranoid und empfindlich jemand sein muß, der so exponiert im öffentlichen Leben steht, um das als beleidigend zu empfinden. Verglichen mit Kohlkarrikaturen, die oft sehr nah an der Schmerzgrenze waren, ist der Artikel doch nun wirklich harmlos.
Das Gesamtbild der polnischen Regierung im Auge wage ich zu sagen "Wehret den Anfängen".
Provozierende, irrational handelnde Staatsführer, konstruierte Beleidigungsaffairen und Antisemiten im Kabinet, wir wissen ja wie sowas ausgehen kann.

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11. Juli 2006 12:18

Lächerlich...

Thomas Schmitt (redfish)

Die Gebrüder Kaczynski sollte man einfach nicht ernst nehmen. "taz"-Autor einsperren... Was bilden sich die beiden Komiker eigentlich ein, wer sie sind?!?

Man sollte ihnen beim nächsten Staatsbesuch in Deutschland beim festlichen Diner vielleicht als Vorspeise ein schönes Kartoffelsüppchen nach Großmutter-Art servieren...

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11. Juli 2006 11:40

Take it easy

Ben Hur (titopoli)

Keep cool, take it easy.

Weder braucht sich Herr Chmielewski noch sonst irgendjemand für die eigene Regierung zu entschuldigen. Polen ist wie alle osteuropäischen Länder in einem Umbruch ohnegleichen und es gibt Gewinner und Verlierer. Manchmal kommt es dann zu solchen Erscheinungen.

Eine internationale Gefahr geht von den Brüdern wohl nicht aus und national müssen und werden es die Polen richten. Wem die Richtung nicht gefällt, kann auswandern. Wir können Ingenieure gut gebrauchen :-), denn unsere wandern anscheinend weiter nach Westen (FAZ: 150.000 deutsche Auswanderer in 2004).

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11. Juli 2006 11:14

Pressefreiheit auch in Polen verteidigen

Michael Senn (SENN1965)

Es ist allmählich an der Zeit, daß sich in ganz Europa und auch in Polen massiver Widerstand gegen die autoritären Anmaßungen Kaczynskis organisiert, der sich nicht scheut, mit der LPR eine Partei in die Regierung aufzunehmen, die offen Bewunderung für faschistische Diktatoren wie Franco und Pinochet pflegt. Wehret den Anfängen! Wenn Kaczynski mit seinem Angriff auf die Pressefreiheit in Polen und im europäischen Ausland so weitermacht, sollten die Medien in ganz Europa die "taz" unterstützen und die polnische Regierung von den Regierungen Europas auf die Einhaltung der europäischen Standards zur Pressefreiheit gedrängt werden, gegebenfalls auch mit der Androhung von Sanktionen. Schon jetzt ist die Lage der Pressefreiheit in Polen so schlecht wie in keinem anderen EU-Land. Drohungen und Übergriffe der polnischen Regierung auch gegen Journalisten im eigenen Land sollten auch im Europaparlament und Europarat auf die Tagesordnung gesetzt werden. Wer weiß, wie weit die Brüder Kaczynski noch gehen, wenn man sie jetzt gewähren läßt! Das zeigen auch ihre Pläne, eine "Vierte Pepublik" anzustreben, womöglich mit noch mehr Macht für den Präsidenten...

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11. Juli 2006 10:39

Beleidigung der Demokratie

Thomas Cichon (iustus)

Eine harmlose Satire soll strafbar sein?
Es ist doch einfach unglaublich, was diesen Herren aus Polen immer wieder einfällt, um ins Gespräch zu kommen. Eine solche Satire ist doch nicht zu vergleichen mit den Beleidigungen, die die polnische Regierung vom Stapel lässt. Einführung der Todesstrafe, Verfolgung von Homosexuellen, Postengeschacher, u.v.m. Eben dies sind doch unverzeihliche Beleidigungen, die das höchste gesellschaftliche Gut - die Demokratie - auf's tiefste beleidigen. Nach der schweren Vergangenheit unter kommunistischer Diktatur sollte man doch in Polen dankbar dafür sein, dass man Mitglied einer freiheitlichen EU angehören darf, anstatt dich erneut isolieren zu wollen.

Beruhigend ist jedoch, dass die polnische Regierung so widersprüchlich daherkommt, dass man sich keine Sorgen machen muss. Wenn auf der einen Seite ein nationalistisches Polen ohne Einfluss der EU gepriesen und auf der anderen Seite der EU-Haftbefehl gefordert wird, kann man doch nur schmunzeln.

Bleibt zu hoffen, dass die polnische Bevölkerung sich von solchen demagogischen Ausuferungen nicht für beeindrucken lässt.

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11. Juli 2006 09:46

The war is over, Mr. Kaczynski

lothar kempf (wilkem)

Die Ewiggestrigen sterben aus, wenngleich einige wenige - in Polen zwei baugleiche - es vermutlich nicht realisieren wollen.
Gedanken sind frei und die Freiheit der Presse ein besonders zu schützendes demokratisches Gut.
Nun stehen Sie, Herr Kaczynski mal staatsmännisch über der Sache und rufen nicht gleich nach Wiedergutmachung für eine satirische Darstellung, die nur das widerspiegelt, was Ihren Gedanken entwächst.
Ihr Kollege in den USA müsste der Welt den Krieg erklären, würde er Satire so missverstehen wie Sie.

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11. Juli 2006 09:23

Minderwertigkeitsproblem

stefan martin (Stefanodinmartin)

Aus den Veröffentlichungen über die polnische Regierungsgangart erkenne ich eine deutliche Spannung zwischen Minderwertigkeitsgefühlen auf der einen und nationalistischer Überheblichkeit auf der anderen Seite. Das was schon immer die brisante Mischung, welche Konflikte nach sich gezogen hat und zeugt von zu geringer Selbstwahrnehmung. Lange wird man sich mit einer so unerwachsenen Art in Europa, Gott sei Dank, nicht behaupten können.
Zu entschärfen wäre der Konflikt allmählich, wenn unsere Wertschätzung endlich der "polnischen Seele" gelten würde.

Stefan Martin

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10. Juli 2006 23:35

Kaczynski wettert gegen Berlin

Jarek Chmielewski (Rydzyk)

Liebe Leser...
Ich kann Sie darin versichern, dass das Schamgefühl im Herzen der meisten Polen, noch viel größer ist, als der Nationalstolz dieses Präsidenten...Das Land blickt mit Abscheu auf seine Eliten- oder es schaut gar nicht mehr hin und geht auch nicht zur Wahl. Die Wahlbeteiligung bei den letzten Parlamentswahlen betrug kaum über 40%, etwas mehr als ein Viertel davon viel auf die PiS, somit stehen gerademal 10% der Polen wirklich fest hinter ihrem Präsidenten!
Eine klare Mehrheit der Polen befürwortet weiterhin die Mitgliedschaft in der EU und die europäische Integration. Auch die Sympathiewerte für Deutschland sind weiterhin stabil.
Diese anachronistische Formation aus Nationalisten und Populisten kann den polnischen "Drang nach Westen" mit ihrer Rhetorik und Propaganda höchstens noch beschleunigen...Denn den meisten Protest und den lautesten Widerstand gibt es aus dem Land selbst! Und man schämt sich...man schämt sich sehr für seine politischen Vertreter...
Bitte, betrachten sie die politischen Ereignisse in Polen ein stückweit so, wie es die Polen tun: mit viel Distanz und ein wenig Ironie. Und bedenken Sie: selbst in Polen gelten diese Menschen als eigentümliche Exoten...
Jarek Chmielewski

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10. Juli 2006 23:29

Lieber Herr Präsident,

Karl Fuchs Karl (fuka60)

ist es nun ein Relikt alter monarchistischer Tradition, dass Sie wegen einer solchen "Majestätsbeleidigung" gleich Satisfaktion von der deutschen Regierung fordern?
Es gibt dafür einen viel einfacheren Weg, den Ihnen unsere Rechtsordnung bietet: So Sie Ihre Ehre und Tugendhaftigkeit befleckt sehen, bleibt es Ihnen unbenommen, vor einem deutschen Gericht Strafanzeige wegen Beleidigung zu stellen (Majestätsbeleidugung haben wir leider nicht mehr im Programm) und ein Gerichtsverfahren anzustrengen. Allerdings würde ich an Stelle der betroffenen Zeitung mit gleicher Münze heimzahlen. Man kann von der taz halten, was man will - sie aber mit dem "Stürmer" zu vergleichen, ist ein qualitativ mindestens gleichwertiger Tiefschlag.
Hierzulande gilt im Großen und Ganzen die Pressfreiheit, die es erlaubt, auch Personen in hohen Ämtern mal durch den Kakao zu ziehen. Das mag in Ihrem Land nicht so sein, was dann Ihre Lesart von (Presse-)Freiheit ist und wo wir Ihnen nichts hineinreden. Hierzulande gelten unsere Spielregeln, die Sie so lange zu achten haben, wie sich die Dinge hier abspielen.
Ich für meinen Teil hoffe, dass die deutsche Regierung vernünftig(-er) ist - und zur Tagesordnung übergeht.

Gruß von hier!

K.F.

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10. Juli 2006 19:10

Polen: Hauptsache dagegen

Johanna H. (J_H)

Seitdem Polen von den Brüdern Kaczynski regiert wird, soll die Todesstrafe wieder eingeführt werden, im Fernsehen werden polizeiliche Verhöre live gezeigt und jetzt soll auch noch gegen den "taz"-Autor für eine satirische Aussage der Europäische Haftbefehl ausgestellt werden. Polen ist nicht nur beratungsresistent im Bezug auf Europarecht, sondern versteht wohl auch nichts von Menschenrechten. Liebe Brüder Kaczynski: Dümmer geht's nimmer! Und dass Marcinkiewicz nur eine Marionette war, wusste ohnehin jeder! Ich gebe meine polnische Staatsangehörigkeit ab!

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