Bei der Abwehr der Massenproteste setzt die afghanische Polizei Schusswaffen ein und tötete am gestrigen Mittwoch mehrere Landsleute. Ihre Ausbildung erhielten die einheimischen Polizeieinheiten durch deutsche Instrukteure. Diese Tätigkeit hält an. Damit führt Berlin seine frühere Kolonialpolitik fort, bei der es bereits in den 1930er Jahren zur Beistellung deutscher Sicherheitskräfte im afghanischen Polizeiwesen kam. Die Anbindung wird noch in diesem Monat ausgeweitet und soll dann auch Grenz- und Fernstraßenpolizeien einbeziehen. Eine entsprechende Planungskonferenz sieht vor, dass deutsche Instrukteure die "internationale afghanische Polizeikooperation" anleiten. Auch jenseits der afghanischen Grenze stehen deutsche Uniformierte, die das Berliner Innenministerium schickt: Mit Blickkontakt in die deutsche Besatzungszone des Landes, jedoch auf tadschikischem Hoheitsgebiet führt das Bundeskriminalamt (BKA) ein sogenanntes Pilotprojekt durch. Dabei werden BKA-Beamte mit den Polizeikräften Tadschikistans die Verfolgung von Opiumhändlern proben - ein weiteres Unternehmen, das den Widerstand der örtlichen Bevölkerung hervorrufen wird und unter ausländischer Ägide nicht gelingen kann.