27. Juni 2006 Das Tauziehen um die niederländische Staatsbürgerschaft der aus Somalia stammenden Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali ist gütlich beigelegt. Einwanderungsministerin Rita Verdonk erklärte in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an das Parlament, die Einbürgerung Alis 1997 sei bei rechtem Licht betrachtet nicht in Zweifel zu ziehen.
Hirsi Ali habe für ihre Einbürgerung in den Niederlanden doch keinen falschen Namen benutzt, so Frau Verdonk. Obwohl ihr offizieller Nachname damals Hirsi Magan war, sei sie nach somalischem Recht befugt gewesen, auch den Namen ihres Großvaters - Ali - zu führen.
Ali geht nach Washington
Frau Verdonk macht die 36 Jahre alte Ali jedoch dafür verantwortlich, daß vor einigen Wochen Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihrer Einbürgerung aufkamen. Das wurde von Frau Ali bestätigt, die in einem getrennten Schreiben eingestand, sie habe bei einem Fernsehauftritt die Öffentlichkeit in die Irre geführt. Nachdem Frau Ali selbst in einem Interview zugegeben hatte, schon im Asylantrag einen falschen Namen gebraucht und gelogen zu haben, leitete Ministerin Verdonk eine Überprüfung ein. Sie kam zu dem Schluß, daß die Einbürgerung als nicht erfolgt zu gelten habe. Erst nach erheblichem politischem Druck leitete Frau Verdonk eine weitere Überprüfung ein und gestand Hirsi Ali nun doch die niederländische Staatsbürgerschaft zu.
Die wegen ihrer Kritik am Islam umstrittene Politikerin Ali will die Niederlande dennoch verlassen. Ihr Mandat im Parlament in Den Haag hat sie schon niedergelegt. In diesem Sommer beginnt Hirsi Ali ihre Tätigkeit am konservativen American Enterprise Institute in Washington.
Der Streit war auch deshalb politisch hoch brisant, weil Frau Ali das Drehbuch zu dem islamkritischen Film Submission des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh geschrieben hatte, der im November 2004 in Amsterdam ermordet wurde.
Text: FAZ.NET
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