Afghanistan

Cheney entgeht Anschlag

Dick Cheney blieb unverletzt

Dick Cheney blieb unverletzt

27. Februar 2007 Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten Dick Cheney ist bei seinem Besuch in Afghanistan einem Anschlag entgangen. Zu dem Selbstmordattentat vor den Toren des wichtigsten amerikanischen Luftwaffenstützpunkts im Land bekannten sich die islamistischen Taliban. Ein Sprecher der Organisation sagte am Dienstag, der Anschlag habe Cheney gegolten. Wie viele Tote die Tat forderte, blieb zunächst unklar.

Laut Angaben der Nato kamen mindestens zwei ausländische Soldaten, ein Vertragsarbeiter der amerikanischen Regierung sowie der Attentäter ums Leben; 23 Menschen wurden demnach verletzt. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, mindestens 16 Menschen hätten ihr Leben verloren; es wäre damit einer der schwersten Anschläge der vergangenen Monate gewesen. Die örtliche Polizei war zunächst von zehn Todesopfern ausgegangen.

Beim Treffen mit Präsident Karzai sieht Cheney immer noch mitgenommen aus

Beim Treffen mit Präsident Karzai sieht Cheney immer noch mitgenommen aus

Cheney sagte, er habe nur einen lauten Knall gehört. Danach sei er für kurze Zeit in einen Bunker gebracht worden. Vertreter der amerikanischen Armee teilten mit, angesichts der Größe des Stützpunkts sei Cheney zu keiner Zeit in Gefahr gewesen.

Als Tagelöhner verkleidet

Der Anschlag ereignete sich vor einer Sicherheitsschleuse außerhalb des Luftwaffenstützpunkts Bagram, etwa 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul. Der Attentäter habe sich unter Tagelöhner gemischt, die vor der Anlage auf Arbeit gewartet hätten, berichtete ein Polizist vom Anschlagsort.

Unter den Toten ist laut Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul auch ein koreanischer Soldat. Er habe zum Zeitpunkt des Anschlags vor dem Hauptportal des Stützpunktes Wache gestanden. Südkorea hat etwa 150 Soldaten in Afghanistan stationiert. Im Norden des Landes sind auch Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

Treffen mit Karzai

Kurz nach dem Anschlag kam Cheney wie geplant in der Hauptstadt zu Gesprächen mit Präsident Hamid Karzai zusammen. Das Treffen war ursprünglich bereits für Montag vorgesehen, wurde jedoch verschoben. Cheneys Besuch war vor seiner Anreise aus Islamabad geheimgehalten worden.

Mit der Delegation des Vizepräsidenten reisende Journalisten berichteten, sie seien erst auf den Anschlag aufmerksam geworden, als das Militär für etwa 20 Minuten die höchste Alarmstufe für den Stützpunkt ausgerufen habe. Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar wurden laut Augenzeugen mehrere Menschen getötet und verletzt.

Die Taliban in Afghanistan hatten eine Frühjahrsoffensive angekündigt, die nach Angaben der Rebellen unmittelbar bevorsteht. Die Nato, die die Internationale Schutztruppe Isaf führt, will diese Offensive unbedingt vereiteln.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, dpa

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