Sri Lanka

Minister bei Anschlag auf Marathon-Veranstaltung getötet

06. April 2008 Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Sportveranstaltung in Sri Lanka sind am Sonntag 13 Menschen getötet worden. Der Täter löste nach Angaben eines Militärsprechers in Colombo die Explosion aus, als Straßenbauminister Jeyaraj Fernandopulle gerade die Startflagge bei einem Marathonlauf schwenken wollte.

Neben Fernandopulle wurden der Olympiateilnehmer und zweifache Südasien-Marathonmeister K.A. Karunaratne und der Leichtathleten-Nationaltrainer Lakshman de Alwis mit in den Tod gerissen, wie Regierungssprecher Lakshman Hulugalle mitteilte. Der Marathonlauf in Weliweriya 20 Kilometer außerhalb Colombos gehörte zu en Feierlichkeiten zum singhalesischen Neujahrsfest. Fernsehbilder zeigten nach der Explosion in Panik umherrennende Menschen.

Gewalt in Sri Lanka nimmt zu

Die Regierung machte tamilische Rebellen für den zweiten Anschlag in diesem Jahr verantwortlich, bei dem ein Kabinettsmitglied getötet wurde. Präsident Mahinda Rajapaksa sagte, der Anschlag werde in keiner Weise seine Entschlossenheit mindern, „Terrorismus mit der Wurzel aus unserer Mitte herauszureißen und Frieden, Harmonie und Demokratie unserem ganzen Volk zu bringen“.

Die Gewalt in Sri Lanka hat in den vergangenen Monaten zugenommen, nachdem die Regierung im Januar einen Waffenstillstand aufkündigte. Ein Sprecher der Guerillaorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), Rasiah Ilanthirayan, war zunächst nicht erreichbar. Die Befreiungstiger dementieren grundsätzlich Angriffe auf Zivilpersonen.

Harter Kurs gegen Rebellen

Fernandopulle war einer der Verfechter eines harten Kurses gegen die tamilischen Rebellen. Als Fraktionschef der Regierungspartei besaß er über zusätzlichen Einfluss; er galt als besonders gefährdetes Anschlagsziel. Im Januar war Bauminister D.M. Dassanayake bei einem Anschlag getötet worden.

Die LTTE kämpft seit 1983 für einen eigenen Staat auf der Insel. Mehr als 70.000 Menschen wurden bislang bei den Auseinandersetzungen getötet.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP

 
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