Joachim Löw muss seine schwerste Niederlage wegstecken

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre größte Schlappe in der Ära Joachim Löw erlitten. Der beherzte Offensivfußball aus der Qualifikation blieb bei der 1:2-Niederlage gegen Kroatien auf der Strecke. Nun droht das Aus in der Vorrunde. Von Michael Horeni

Lesermeinungen zum Beitrag

13. Juni 2008 13:43
Kommentar khburg  
Christoph Drude (Wasseracker)

Die Geographiekenntnisse von Leser Burg lassen mich unweigerlich an Andreas Möllers legendären Ausspruch "Mailand oder Madrid - Hauptsache Italien" denken. Das Mannschaftsquartier unser matten Kickerhelden befindet sich aber im zwar italienischsprachigen, aber zur Schweiz gehören Kanton Tessin. Im übrigen sind die teilnehmenden Mannschaften verpflichtet, im Gastgeberland ihre Zelte aufzuschlagen.

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13. Juni 2008 12:11
Müde und Überbetreut  
Karl-Heinz Burg (khburg)

Ein Indiz hierfür ist wohl die Wahl des (kommoden Quartiers) in Italien. Wenn man zweimal in Klagenfurt spielt, wäre wohl eine Unterbringung in der Nähe zum Spielort naheliegend. Dann könnte man auch auf die anstrengende An- und Abreise im Flugzeug verzichten. Man fragt sich zudem, was der Gastgeber der EM Österreich davon hält, dass die deutsche Mannschaft in Italien logiert.

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13. Juni 2008 11:30
Rückfall in vergangene Zeiten (?)  
Steffen Tatje (SteffenT)

Lieber Herr Horeni, ich habe Ihren Kommentar gelesen und leider feststellen müssen, dass Sie als Sportredakteur der FAZ in das gleiche niveaulose Horn stoßen, wie Bild & Co. Deutschland hat gegen Kroatien gestern verdient verloren. Wenn man aber die Kommentare liest, hat man den Eindruck, dass die DFB-Elf nicht in erster Linie von einem der Tunierfavoriten geschlagen wurde, sondern sich letztlich selbst geschlagen hat. Ich finde das etwas respektlos! Gestern hat das bessere Team gewonnen, hat unserer Elf sein Konzept aufgezwungen. Von einem Rückfall in vergangene Zeiten sollte man erst dann sprechen, wenn es eine klare Serie solcher Mißerfolge gegeben hat (... die sich ja wohl keiner ernsthaft wünscht). Das Spiel gegen Österreich wird sicherlich verdammt schwer - wobei die Gastgeber unter einem nicht minderschweren Erwartungsdruck stehen werden. Warten wir doch einfach mal ab... ;-) Eine letzte Anmerkung zu Jens Lehmann: Wenn ich gestern die Zeitlupe des zweiten koratischen Tors richtig gesehen habe, hat Lehmann eine abgefälschte Flanke gerade noch an den Pfosten lenken können. Den zurückprallenden Ball konnte dann Olic abstauben. Ich frage mich: Wo ist da der Fehler des deutschen Torwarts? Viele Grüße - Steffen Tatje

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13. Juni 2008 10:15
Professionalisierung?  
Thomas Seifert (Thomas_Seifert)

Ein Problem ist tatsächlich, dass die seit Klinsmann/Bierhoff forcierte Professionalisierung des "Produkts" Nationalmannschaft sich auch (oder gar hauptsächlich?) auf die Präsentation und das Marketing bezieht. Und so fällt es schwer zu entscheiden, ob die behauptete Professionalisierung auch im Fußballfachlichen tatsächlich stattfindet oder überwiegend Marketing-Geklingel ist. Seit gestern darf man wieder mehr Zweifel haben. Die fachiche Analyse Löws war wie gewohnt unaufgeregt und präzise. Aber was davon findet sich in den Köpfen der Spieler wieder? Allein schon das Beispiel Schweinsteiger macht nachdenklich. Sich so dumm wie ein Jugendfußballer provozieren zu lassen (und schon im Polenspiel eine völlig unnötige Gelbe Karte) - wie und worauf sind solche Leute fokussiert? Professionelles Mentaltraining sollte zu anderen Ergebnissen führen. Oder die Leistungsdiagnostik und Kräftedosierung: Spieler wie Fritz, Klose, Gomez wirkten ausgebrannt, von Ballacks "vollem Akku" war nichts zu spüren. Läuft da irgendwas falsch? Das professionelle Marketing-Deutsch wird es uns leider nicht verraten.

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13. Juni 2008 10:09
also unter Klinsmann war außer "die hauen wir weg" Sprüchen nichts besser  
Erwin Steinhauer (hauer2)

Vor der WM 2006 war z.B. das 1-4 gegen ITA. BEi der WM hat man gegen POL (damals schwächer als heute) gerade mal 1-0 in der Nachspielzeit gewonnen. Was bleibt, war ein gutes Spiel gegen SWE und zwei kampfbetonte, taktische Spiele gegen ARG und ITA - wie schon 2002 (1982 und 1986) waren die Deutschen als kämpfende Turniermannschaft erfolgreich - eine spielerisch gute 1972er oder auch 1974er/1990er Mannschaft hat man unter Klinsmann nie gesehen. Die Vorbereitung zur EM war gut, aber die Gener nicht immer! CRO hatte gestern die besseren Fußballer im Mittelfeld (man wußte vorher, dass Modric, Olic und Srna technisch besser sind als Ballack, Frings und Podolski) - aber auch in puncto Dynamik, kämpferisch und taktisch waren die CRO besser (das hat enttäuscht). Fatal für diese Mannschaft ist, dass mit Lehmann, Ballack und (seit dem POL-Spiel) Podolski drei unangreifbare Ikonen hochgehalten werden, die gestern mit zu den schwächsten gehörten. Ballack und Podi waren defensiv überfordert. Odonkor war total fehl am Platz (wie kann man einen sprintenden Geradeausläufer in ein Spiel ohne Raum nach vorne nehmen? also: Hochjubeln einstellen; Adler und Schweini (wenn er nochmal darf) rein - und taktisch klüger spielen.

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13. Juni 2008 09:56
Was war da los? Leider nichts.  
gisbert heimes (gisbert4)

Die Kroaten unter Bilic's wirklich nur gaaanz leicht übererregt wirkender Anleitung haben - ohne irgendwelche Super-Dinge draufzuhaben - mit einer einzigen biederen Idee, nämlich die Deutschen zu schlagen, Löw's Team schachmatt gesetzt. Als sie nämlich sehr schnell merkten: das geht. Umgekehrt hatte weder am Spielfeldrand noch auf dem Platz irgendjemand einen erkennbaren Schimmer, was sie dem dann entgegensetzen sollten. Die mentale Unterlegenheit, die Unfähigkeit, umzuschalten und das eigene Spiel durchzusetzen, wie es immer wieder beschworen worden war, war das eigentlich Erschreckende an diesem Abend. Dann kamen die Stockfehler gleich reihenweise ganz von allein. Jetzt muß Löw zeigen, ob er auch das kann, nämlich die in ihrem Selbstbewußtsein und -verständnis schwer angeschlagenen deutschen Sensibelchen wieder hinzubekommen.

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13. Juni 2008 09:14
noch eine Anmerkung  
Joachim Kühn (jokuehn)

Mit Klinsmann und Löw gab es übrigens keine "neuen Zeiten". Es wurde lediglich das Marketing rund um die Nationalelf verbessert (was natürlich gut ist). Trotzdem haben wir immer noch nicht gg. eine so genannte große Mannschaft gewonnen (gg. Argentinien bei der WM war es ein Unentschieden!).

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13. Juni 2008 09:13
@ was heißt vergangene Zeiten?  
Joachim Kühn (jokuehn)

Lehmann war schlecht (wie immer!). Das Janssen defensiv nicht der beste ist konnte man schon gg. Polen sehen. Gomez konnte seine starken Leistungen in der Liga noch nicht bestätigen. Warum kommt Neuville nicht? Frings kommt an seine alten Leistungen nicht mehr ran (Dynamik fehlt wg. langer Verletzungspause!). Odonkor hat mir einigermaßen gefallen. Wenn wir weiterhin ohne Torwart spielen, werden wir gg. beherzte Österreicher verlieren und es wäre verdient, schon gg. die Polen brauchten wir ein Abseitstor und das Glück das die Polen mehr neben als auf das Tor geschossen haben.

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13. Juni 2008 09:10
Erst schlapp, dann die Schlappe !  
Edith Schmidt-Ebner (roromind)

Ich bin gespannt, ob wir erfahren, warum "alle Mannschaftsteile" an diesem schwülen Abend so weit unter ihrem Leistungspotential spielte - geistig und körperlich sichtbar langsam! Hat man die Jungs beim "Fitmachen" überfordert oder hat der Chefkoch ..... Dieses Versagen - vom Anfang an sichtbar - war jedenfalls nicht unmittelbar vom Gegner ausgegangen.

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