
Im grossen und ganzen hat Herr Horeni Recht. Aber in der Tat liegen m. E. die Probleme in der Bundesliga respektive in einer mangelnden Verzahnung zwischen Arbeit in den Vereinen und der des DFB. Vor einem Jahr etwa habe ich im Deutschlandfunk ein interessantes Interview mit einem Jugendspieler vom Niederrhein gehört, der bewusst zu einem holländischen Verein hinter der Grenze gegangen ist. Offensichtlich liegen da Welten zwischen der Philosophie in der Jugendarbeit zwischem dem holländischen und dem deutschen Fussballverband. Aber, schaut man auf die U-XX Mannschaften (von Hrubesch und Eilts), dann scheint sich dort etwas zu tun. Und zudem werden wir in der Zukunft wohl weniger zur Stärke anderer Verbände und mehr für die eigene tun (ein, vielleicht sogar zwei, Altintop wäre(n) in der DFB Auswahl gesetzt). Auf der anderen Seite kann man sich aber auch fragen, warum beispielsweise ein Schlaudraff zu Bayern München geht. Will er Knete machen und nicht spielen? Ok, das ist sein gutes Recht, sagt aber viel aus über ihn als Fussball*SPIELER* (vielleicht war's ja auch ein Fehler, der nun korrigiert wurde).

Alles in allem sind bei der Nationalelf seit der WM 2006 keinerlei Fortschritte feststellbar. Mit Ausnahme des Spiels gegen Portugal und mit Abstrichen gegen Polen waren die Leistungen irgendwo zwischen schlecht und miserabel angesiedelt und im Gesamtvergleich zur WM grottenschlecht. Das hat nichts mit Miesepetrigkeit aber sehr viel mit Realismus zu tun. Wo war das direkte Spiel, wo das Forechecking, wo das schnelle Umschalten? Weit und breit keine Spur davon, weder gegen Oesterreich, noch gegen die Türkei und schon gar nicht gegen Kroatien oder Spanien. Herr Löw war schon bei der Zusammenstellung des Kaders übervorsichtig, um nicht zusagen mutlos. Dann hat er es versäumt, in bezug auf formschwache Spieler Entscheidungen zu fällen und so kamen beispielsweise Metzelder und Klose zu sechs Einsätzen, die nie und nimmer gerechtfertigt waren. Und wer die deutschen Spieler im Endspiel über den Platz schleichen sah, könnte auf die Idee kommen, dass Herr Peters mit seiner Ferndiagnose doch näher an der Wahrheit dran war, als es Herrn Löw lieb sein konnte. Denn diese WM hat jedem gezeigt, dass die Nationalelf noch einen weiten Weg vor sich hat, ehe Theorie (vertikal spielen) und Praxis (Rumpelfussball) in etwa übereinstimmen.

Wenn wir uns einmal von dem Gedanken freimachen,dass am vergangenen Samstag "Deutschland " gegen "Spanien" "verloren" hat und nur über Fußball reden ,dann bleibt festzuhalten, dass die DFB-Auswahl über eine ganze Reihe guter Fußballer verfügt, die regelmäßig dann nicht gewinnen können, wenn Sie auf sehr gute bzw. hervorragende Vertreter Ihres Fachs treffen.Wäre diese Einschätzug falsch, dann müßte der in den europäischen Ligen versammelte Fußball-Sachverstand schon lange darauf aufmersam geworden sein und sich mit höchsten Geldsummen um diese Spieler bemühen. Regelmäßig nach dem Ausscheiden aus großen Turnieren hält diese Einsicht auch in den Medien Einzug nachdem vorher auch "Siege" über Mannschaften aus Costa Rica und Zypern kräftig bejubelt wurden und manchem jungen Sportler eingeredet wurde er stehe mit denen, die vor etlichen Jahren einmal WM-Endturniere gewannen , auf einer Stufe. Die Tatsache, dass in den letzten 3 Turnieren gegen Speler aus Brasilien,Italien und Spanien kein einziges Tor erzielt wurde und insgesammt 5 Gegentreffer hingenommen werden mußten, mahnt zu größerer Bescheidenheit ,als sie sich eine bis in Regierungskreise reichende euphorisierte Fangemeinde vorstellen kann.

Ich verkneife mir noch einmal auf die Nörgler einzugehen, die den deutschen Fussball als hirnlos etc bezeichen. Man reagiert eben so, wenn man sonst nichts bzw niemand hat auf das/den man stolz sein kann. Fraglos gibt es die Notwendigkeit Dinge zu verbessern und sich an Fähigkeiten zu erinnern, die man phasenweise schon unter Beweis gestellt hat. Sicher ist, dass Joachim Löw und sein Team diese Verbesserungen dauerhaft nicht allein herbeiführen kann. Ich glaube, dass Jürgen Klinsmann nach seiner Mission bei der Nationalmannschaft nunmehr bei Bayern eine noch viel Wichtigere zu erfüllen hat. Bisher konnte er seine Kritiker ja nur von der Qualität seiner Arbeit bei der Nationalmannschaft überzeugen. Das Gros der Trainergilde ist offenbar immer noch der Ansicht, dass seine Methoden im Bundesligalltag auf Vereinsebene nicht anwendbar sind. Sollte ihm dies beim FC Bayern gelingen (wovon ich überzeugt bin), wird mittelfristig ein Umdenken stattfinden und einen Umbruch im deutschen Fussball nach sich ziehen.

Neben der Ausländerquote (höchste Europas) ist insbesondere die Geringschätzung für deutsche Spieler ein großes Problem der BL. Während in anderen Ländern um die eigenen Talente Mannschaften gebaut werden, wo Ausländer nur punktuelle Verstärkungen darstellen, werden deutsche Spieler geradezu diskriminiert. Wenn ich das Theater bei Bayern um Poldi oder Schweini sehe, die keinen Stammplatz haben, sehe ich keine Besserung des Potentials der deutschen Mannschaft. Wie beim Eishockey oder Baketball holen wir nur immer wieder mehr als das Maximum heraus. Von den Russen kann man lernen, wie Mannschaften ohne Ausländer (Zenith) internationale ERfolge feiern, während die BL international schon lange nichts mehr reißt.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass nach dem europ. WM-Halbfinale (Dtl. wurde 3.) diesmal eine Steigerung festzustellen ist. Dann ist zu bemerken, dass sich die Deutschen - anders als andere teilnehmende Völker - allein auf die positiven Aspekte dieser Veranstaltung konzentrierten. Früher war doch die Miesepetrigkeit eine der höchsten dt. Tugenden. Aber auch dieser Wandel scheint Ihnen nicht zu gefallen. Außer Sie begründen ihn mit einer allg. Flucht aus den Alltagsproblemen. Das deutsche Spiel ist eines der fairsten dieses Ländervergleichs. Und zum Wesentlichen: Anstatt die Ursache dafür, warum die Spanier so stark sind, in Relation zum deutschen Spiel zu stellen und dann zu dem Ergebnis zu kommen, dass die Deutschen weit über ihre Verhältnisse gespielt haben, kritisieren Sie hier nur rum. Wo spielen denn die span. Stars? In England und Spanien, Ligen die als deutlich stärker einzuschätzen sind, als die Bundesliga. Schneller, körperbetonter etc. Ist es nicht Aufgabe der Vereine, dies zu kompensieren, Aufgabe der Spieler, tatsächlich !! (nicht wie Lahm nur verbal) ins Ausland zu streben - um noch stärker in die Nationalmannschaft zurückzukehren. Und das soll Löw kompensieren - wann denn, am 8. Tag, oder nachts?

Die Leistungsfähigkeit ist in den letzten Jahren auch schon vor und während 2006 in den internationalen Spielen des Uefa Cup,s und vor allem der Champions League nicht zu erkennen! Wo bittechön soll sie herkommen wenn nicht aus der Bundesliga? Dauerbankdrücker können auf die Dauer gegen Spitzenspieler keine entscheidenden Spiele gewinnen! Ich erinnere in diesem Zusammnehang an das Spiel zur Eröffnung der Allianz-Arena zwischen Deutschland und Bayern, nach dessen Ausgang der liebe Klinsi mit seinem treuen Eckhard Bierhoff Gift und Galle spuckten angesichts der erhaltenen Klatsche!

eine berechtigte frage,die man nicht den millionen partymachern stellen sollte. was können löw oder ballack dafür,dass es in deutschland nicht einen echten verteidiger gibt wie etwa spaniens schlechtesten?die unsicherheit und unterlegenheit spürt das team und rückt nach hinten und auch der gegner und rückt nach vorne. und dann soll ballack dass alles umdrehen. gegen topverteidiger mit wöchentlicher bewährung in der stärksten liga der welt.ohne professionelle vollblutverteidiger sehen sieger eben nicht so aus in der europäischen spitze.