Jörn Walter gehört zu den begünstigten Menschen. Im Jahr 1999 wurde er Hamburgs Oberbaudirektor. Seitdem wandelt sich die Stadt noch einmal gründlich. Die Hafen-City als neuer Stadtteil entsteht. Die Elbphilharmonie ist im Bau. Zugleich jedoch streitet die Stadt über einen letzten Rest von altem Hamburg, über die Zukunft des von Künstlern besetzten Gängeviertels.
Was wäre gewesen, hätte sich Robert Häusser 1952 nicht zur Flucht aus der DDR entschlossen? Fast drei Jahrzehnte später reist er für eine Fotoreportage nach Berlin und bekennt: "Beim Anblick der Mauer bestürzte mich der Gedanke, ich hätte hinter dieser Mauer weiter leben müssen." Günter Kunert hat ...
Das Porträt ist innerhalb der Tierfotografie ein rares Genre, und meist bleibt es beschränkt auf Amateuraufnahmen des eigenen Vierbeiners daheim oder Bilder, die durch die Käfiggitter Zoologischer Gärten entstanden sind. Was sie zeigen, sind Gesichter, in denen der Fotograf das Individuum sucht, wobei er zugleich jedoch nur allzu oft in die Falle der Vermenschlichung tappt.
Seit uns die Costa Smeralda so geläufig ist wie unseren Eltern es die Riviera war, seit also Sardinien seinen Platz im Tourismusatlas hat, gerät uns der einstige Reiz dieser ehemals abgelegenen Insel aus dem Blick. Deshalb muten uns August Sanders Fotografien an wie im Wasser gespiegelte Szenerien einer versunkenen Welt.
Dass Frankfurts Banken Festungen sind, verschlossen und uneinnehmbar, das macht ihre Architektur auch denen umstandslos klar, die sich sonst nie mit der Deutung von Fassaden beschäftigen. Wie aber die Burgherren auf die Welt zu ihren Füßen blicken, nein: herabschauen muss es heißen, das zeigt sich ...
Auch Michael Martin hat klein angefangen. Mit dem Fahrrad ging es in die Alpen und mit dem Mofa nach Marokko, ehe er sich daranmachte, mit völlig überladenen Motorrädern den Globus zu umrunden und alle Wüsten der Welt zu durchqueren. Von seinen jeweils aktuellen Abenteuern berichtete er bis heute in amüsanten Diavorträgen und aufwendig produzierten Bildbänden.
Den meisten Menschen geht es gewiss nicht anders, als es anfangs Ulla Lachauer erging, wie sie in ihrem Einführungstext gesteht. Vor allem für die junge Generation haben es die Zeit und die politischen Veränderungen auf der europäischen Landkarte mit sich gebracht, dass das Memelland aus ihrem Blickfeld verschwunden ...
Verrückt. Völlig verrückt. Das ist der erste Gedanke, der einem bei der Lektüre von Alexander Hubers Buch "Free Solo" kommt. Free Solo, das heißt: klettern ohne Seil, ohne Gurt, ohne Sicherung. Klettern in Urform, klettern als Nervenspiel, mit minimalen Mitteln und maximalem Einsatz - dem eigenen ...
Es ist noch gar nicht lange her, da hätte man sich nicht gewundert, wenn Eiszapfen von den Regalen der Buchhandlungen heruntergewachsen wären, so viele Titel zur Arktis und Antarktis waren binnen kürzester Zeit erschienen. Nun haben die Verlage das Feuer entdeckt, und die Bretter werden wohl demnächst zu glühen beginnen.
Im Auftrag einer Zeitschrift war Giovanni Chiaramonte 1983 nach Berlin gekommen. Zwei Gebäude sollte er damals fotografieren. Es war der Beginn eines Lebenswerks. Immer wieder reiste Chiaramonte fortan in die Stadt, dokumentierte Abriss, Aufbau und Brachflächen - nie aber Fertiges oder zumindest ...
Dies sind die "Gelben Seiten" von New York - reduziert auf die drei Kategorien Hotels, Restaurants und Läden, dafür üppig illustriert und wunderbar gestaltet, insgesamt freilich so groß, dass man das Buch schwerlich mit auf Reisen nehmen wird. Aber das Hotel bucht man ohnedies von Deutschland aus, ...
Bücher über reisende Frauen gibt es viele, und sie beschäftigen sich alle mehr oder weniger mit denselben Fragen: Was motivierte die Frauen früherer Jahrhunderte zu reisen? Woher nahmen sie den Mut, sich gängigen Konventionen zu widersetzen und sich auf den Weg zu machen? Welche Erfahrungen machten ...
Wer ganz oben ist, hat es geschafft. Das ist ein zivilisatorisches Naturgesetz. Besonders rigoros gilt es in Hongkong, der vertikalsten Stadt der Erde, in der es Hunderte, Tausende von Wohnwolkenkratzern mit sechzig, siebzig Etagen gibt, je höher, umso teurer, die Penthäuser reserviert für Millionäre und Milliardäre.
Dass wir nicht vergessen haben, wie schön die Moderne sein kann, liegt an den Bauten Oscar Niemeyers. Auch wer nie in Paris, Genf oder gar Brasilien gewesen ist, kennt die atemberaubend dynamischen, farbstrahlenden Bauwerke des brasilianischen Architekten, ihre schwingenden Fassaden, ihre Bogenfolgen ...