Kolumne: Frau Minz' Geduld, Lob zu ertragen

Ihre Schwäche für Komplimente gab Frau Minz gerne zu. Es gab viele, die versuchten, sie auf diese Weise gewogen zu stimmen, was sie wiederum zum Beweis dafür nahm, dass diese sogenannten Komplimente letztlich einfach für jedermann ersichtliche Tatsachen wiedergaben. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Mit Anstand verlieren

Kerr, Kraus und Klotz gehörten zu den führenden Köpfen in den Entwicklungsabteilungen dreier konkurrierender Unternehmen. Als klar war, dass Kerr den diesjährigen Innovationspreis der Branche erhalten würde, glaubte Kraus an Interessenverquickungen und Klotz an Schmiergeldzahlungen. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Wahnsinn! Sportreporter!

Drei Stellen als Sportreporter sind ausgeschrieben, eine unbefristet, eine befristet, eine frei, doch die Schar der Bewerber ist groß. Fitt, Fesch und Flink starten aus der ersten Reihe, dahinter das Feld der Verfolger, unter ihnen auch Rott, der Routinier. Von jetzt an ist es ein Kampf gegen die Uhr. Von Georg M. Oswald

Kolumne: „Lasst mir Anschi aus dem Spiel!“

Sofort nach der Rückkehr vom Jahresmeeting griff Claudia Pitz, Chief Creative Officer, genannt Claudi, zum Telefon und rief Angela Pütz, genannt Anschi, an. „. . . Mensch, es war wirklich schade, dass du nicht mitkommen konntest“, sagte sie - und begann, ihr Gewissen zu beruhigen. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Ertrunken im Datenwust

Hätte er damals, als es um die Kosiek-Sache ging, bloß nichts gesagt, dachte Mück heute. In einem Meeting hatte er sich durch einen Lösungsvorschlag hervorgetan, der von den anderen sofort als vielversprechend aufgegriffen wurde. Doch schon bald erschien ihm die Sache in einem ganz anderen Licht. Von Georg M. Oswald

Kolumne: „Also dann, bis nächsten Freitag“

Seltsamerweise konnte Hein den Kollegen so oft sagen, wie er wollte, dass und wann er ausschied. Sie behielten es einfach nicht. Wies man sie aber darauf hin, reagierten sie immer gleich. „Sie Glücklicher!“, hieß es dann. Dabei fand er, es war die Hölle. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Die Tücken der Zeugnissprache

Mosch wusste, wie es um die Wahrheit in Zeugnissen stand. Man konnte ihnen niemals trauen. Unzufriedenheit wurde ausgedrückt, indem man bestätigte, jemand habe „zu unserer Zufriedenheit“ gearbeitet. Und war jemand „tüchtig und wusste sich positiv darzustellen“, konnte das heißen, er sei ein Wichtigtuer. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Die bessere Rechte

Die E-Mail kam am späten Vormittag. Klum hatte die Stelle bekommen. Als Klotz sie las und Klums Foto sah, dieses perfekte Lächeln, öffnete sich etwas in ihm, und heraus strömte purer, tödlicher Hass. Warum der, nicht er? Von Georg M. Oswald

Kolumne: „Herr Mürb kommt, wenn er Zeit für Sie hat!“

Zuerst war es Mürb gar nicht aufgefallen. Er war so stolz darauf, zum ersten Mal in seinem Berufsleben eine eigene Sekretärin zu haben. Und noch dazu eine gute! Frau Stoß war fleißig, pünktlich, zuverlässig. Doch immer wenn er sie sprechen hörte, klang es, als wolle sie eine Tracht Prügel verteilen. Von Georg M. Oswald

Kolume: Die X-Taste

Gruhm schwor die Neuen ein. Er sagte: „Aufgepasst! Es wird Situationen geben, in denen ein Kundenanruf zu Ihnen durchdringt. Verfallen Sie dann nicht in Panik. Auf Ihrem Display finden Sie eine Unterbrechertaste, genannt X-Taste.“ Dann erklärte er, was es damit auf sich hatte. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Unternehmensnachfolge auf Chinesisch

Schon als ihr Erstgeborener Chang sechs Jahre alt war, beschlossen seine Eltern, er solle einmal den väterlichen Betrieb übernehmen. Gerade für eine derart qualifizierte Aufgabe war möglicherweise ein Talent gefordert, wie es nicht jedermann mitbrachte. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Von der Kunst des Schweigens

Flachs nahm sich vor, die Ruhe zu bewahren. Jedes Unternehmen konnte einmal in die Schlagzeilen geraten, das war an sich ja noch nichts Verwerfliches. „Stillschweigen“, lautete nun die Parole des Unternehmens. Doch wie man Stillschweigen bewahren sollte - das blieb leider jedem selbst überlassen. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Einfach unersetzlich

Schon während seiner aktiven Zeit war Selb unersetzlich gewesen. Seine Unersetzlichkeit war so offensichtlich gewesen, dass er sämtliche Überstundenrekorde brach. Und dieses Gefühl, gebraucht zu werden, wurde durch seinen Ruhestand nicht im geringsten gelindert. Von Georg M. Oswald

Kolumne: Bei Fuß!

Seit einiger Zeit beschäftigte Barks Phantasie ein Artikel, den er selbst gar nicht gelesen hatte. Sein Kollege Kleff hatte ihm davon erzählt. Demnach sollten amerikanische Wissenschaftler festgestellt haben, dass Mitarbeiter auf Weisungen ähnlich wie Hunde reagierten. Von Georg M. Oswald

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