Der Termin hatte sich scheinbar endlos in die Länge gezogen. Mit leisem Bedauern stellte Pfahl fest, dass sein Fahrer ihn nicht empfing, wie er das früher getan hätte. Statt dessen stellte der Fahrer fest: Zu spät. Ich kann leider nicht mehr fahren. Von Georg M. Oswald
Einmal jährlich stieg Bruns aus den lichten Höhen der Geschäftsführung hinab in die Tiefen der Produktion und tat sich mit Männern zusammen, von denen er ansonsten höchstens die Personalakte zu Gesicht bekam. Bruns lief mit ihnen, die im Schnitt zwanzig Jahre jünger waren, in der Betriebsfußballmannschaft auf. Von Georg M. Oswald
Sie sind überall: Keime, Bazillen und Bakterien. Keim fühlt sich schon auf dem Weg ins Büro höchst bedroht, die Schweingrippe scheint überall. Abends im Bett zieht er die Konsequenz ... Von Georg M. Oswald
Bewerbungsschreiben werden immer professioneller. Die Blindgänger sind längst nicht mehr so leicht zu erkennen wie früher. Aber ein alter Profi wie Hummel hat so seine Tricks ... Von Georg M. Oswald
Es hatte Stimmen gegeben, die sich gegen einen Oktoberfestbesuch des gehobenen Managements am gestrigen Tag ausgesprochen hatten. Kimbel und seine Kollegen waren trotzdem hingefahren und hatten so richtig Flagge gezeigt. Von Georg M. Oswald
Es war wieder so weit: Heldt wurde gebeten, seinen Vertrag zu verlängern. Seit Jahrzehnten war er der Kopf jenes papierverarbeitenden Unternehmens, das er aus dem Staub zu den Sternen geführt hatte. Doch an einer Aufgabe scheiterte er immer wieder: daran, einen Nachfolger zu finden. Von Georg M. Oswald
Brods Entschluss stand fest. Er würde kündigen wie vor ihm schon Bunk und Blass. Brod war eigentlich keine untreue Seele und hätte auch nicht gewechselt, aber Bein, sein Vorgesetzter, hatte es geschafft, ihn hinauszuekeln. Von Georg M. Oswald
Bach war bestürzt. Ohne einen Blick, ohne einen Gruß rauschte Borg morgens an seinem Zimmer vorbei. Dabei hatte er extra die Türe halboffen stehen lassen. Eigentlich hatte doch so ein freundlicher Ton geherrscht zwischen Ihnen in letzter Zeit... Von Georg M. Oswald
Gantz, ein Personalreferent, war ein Mann ohne besondere politische Leidenschaft. Dennoch stellte er Bewerbern gern Fragen zur Politik - obgleich er natürlich wusste, dass das unzulässig war. Von Georg M. Oswald
Frau Plisch und Frau Plum waren Nachbarinnen und verstanden sich eigentlich gut. Doch es gab einen gewaltigen Unterschied: Frau Plum kümmerte sich Vollzeit um ihre Kinder, während Frau Plisch unverschämterweise Karriere machte. Von Georg M. Oswald
Das Mittwochsmeeting war gefürchtet: Unter vier Stunden war eine solche Sitzung nicht zu haben, auch nicht im Hochsommer. Doch als der Vorstand der Sitzung beiwohnte, erfand ausgerechnet der einen genialen Trick. Von Georg M. Oswald
Für gewöhnlich waren sich Furch und Fast, die sich an einem Tisch im Großraumbüro gegenübersitzen, Ansporn und Ermunterung zugleich. Doch dann fiel die Klimaanlage aus. Von Georg M. Oswald
Die neue Hoffnungsträgerin der Firma hieß Frau Doktor Ursula Kring, Expertin für Social Media Marketing. Leider verstand die gesamte Mannschaft während ihres Vortrags nur Bahnhof. Von Georg M. Oswald
Menno verstand nicht. Er fand seinen Kollegen Bolz uninspiriert, langweilig und irrelevant. Aber aus irgendeinem Grund war Bolz in rekordverdächtig kurzer Zeit zu jedermanns Liebling geworden. Von Georg M. Oswald