Kolumne

Die Tücken der Zeugnissprache

Mosch wusste, wie es um die Wahrheit in Zeugnissen stand. Man konnte ihnen niemals trauen. Unzufriedenheit wurde ausgedrückt, indem man bestätigte, jemand habe „zu unserer Zufriedenheit“ gearbeitet. Und war jemand „tüchtig und wusste sich positiv darzustellen“, konnte das heißen, er sei ein Wichtigtuer. Von Georg M. Oswald

Kolumne

Die bessere Rechte

Die E-Mail kam am späten Vormittag. Klum hatte die Stelle bekommen. Als Klotz sie las und Klums Foto sah, dieses perfekte Lächeln, öffnete sich etwas in ihm, und heraus strömte purer, tödlicher Hass. Warum der, nicht er? Von Georg M. Oswald

Kolumne

„Herr Mürb kommt, wenn er Zeit für Sie hat!“

Zuerst war es Mürb gar nicht aufgefallen. Er war so stolz darauf, zum ersten Mal in seinem Berufsleben eine eigene Sekretärin zu haben. Und noch dazu eine gute! Frau Stoß war fleißig, pünktlich, zuverlässig. Doch immer wenn er sie sprechen hörte, klang es, als wolle sie eine Tracht Prügel verteilen. Von Georg M. Oswald

Kolume

Die X-Taste

Gruhm schwor die Neuen ein. Er sagte: „Aufgepasst! Es wird Situationen geben, in denen ein Kundenanruf zu Ihnen durchdringt. Verfallen Sie dann nicht in Panik. Auf Ihrem Display finden Sie eine Unterbrechertaste, genannt X-Taste.“ Dann erklärte er, was es damit auf sich hatte. Von Georg M. Oswald

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Unternehmensnachfolge auf Chinesisch

Schon als ihr Erstgeborener Chang sechs Jahre alt war, beschlossen seine Eltern, er solle einmal den väterlichen Betrieb übernehmen. Gerade für eine derart qualifizierte Aufgabe war möglicherweise ein Talent gefordert, wie es nicht jedermann mitbrachte. Von Georg M. Oswald

Kolumne

Von der Kunst des Schweigens

Flachs nahm sich vor, die Ruhe zu bewahren. Jedes Unternehmen konnte einmal in die Schlagzeilen geraten, das war an sich ja noch nichts Verwerfliches. „Stillschweigen“, lautete nun die Parole des Unternehmens. Doch wie man Stillschweigen bewahren sollte - das blieb leider jedem selbst überlassen. Von Georg M. Oswald

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Einfach unersetzlich

Schon während seiner aktiven Zeit war Selb unersetzlich gewesen. Seine Unersetzlichkeit war so offensichtlich gewesen, dass er sämtliche Überstundenrekorde brach. Und dieses Gefühl, gebraucht zu werden, wurde durch seinen Ruhestand nicht im geringsten gelindert. Von Georg M. Oswald

Kolumne

Bei Fuß!

Seit einiger Zeit beschäftigte Barks Phantasie ein Artikel, den er selbst gar nicht gelesen hatte. Sein Kollege Kleff hatte ihm davon erzählt. Demnach sollten amerikanische Wissenschaftler festgestellt haben, dass Mitarbeiter auf Weisungen ähnlich wie Hunde reagierten. Von Georg M. Oswald

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„Was war denn nur los?“

Klops stellte sich neben den Beamer und begann locker und eloquent seinen Vortrag. Jeder konnte sofort erkennen: Der Mann war in Hochform. Jeder erkannte aber auch sofort: Seine Hose stand offen. Von Georg M. Oswald

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„Danke Ihnen, Herr Kess!“

Seit neuestem goss Kess die Blumen seiner Assistentin, überließ in der Kantine die letzte Roulade seinem Kollegen, verzichtete auf den Osterurlaub und half sogar dem Leiter der Fahrbereitschaft beim Lösen eines Kreuzworträtsels. Abends war er dann immer völlig erledigt. Von Georg M. Oswald

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„Würden Sie bitte den Tisch decken?“

„Sie unterstützen die Geschäftsleitung im operativen Tagesgeschäft, bei konzeptionellen Aufgaben und strategischen Fragestellungen“, hatte in der Stellenausschreibung gestanden. Auch von „Sonderaufgaben“ war die Rede gewesen. Doch die Chefin hatte davon ihre ganz eigenen Vorstellungen. Von Georg M. Oswald

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Am Dienstagabend ist es ganz schlecht

Am Montagmorgen öffnete Bunk seinen Terminkalender im PC. Seit der Installation der neuen Software war dies ein spannender Moment. Denn nun konnte man nicht nur sich selbst, sondern auch den Kollegen Termine direkt in deren Terminkalender schreiben. Von Georg M. Oswald

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Wann darf ich Sie morgen abholen?

Der Termin hatte sich scheinbar endlos in die Länge gezogen. Mit leisem Bedauern stellte Pfahl fest, dass sein Fahrer ihn nicht empfing, wie er das früher getan hätte. Statt dessen stellte der Fahrer fest: „Zu spät. Ich kann leider nicht mehr fahren.“ Von Georg M. Oswald

Kolumne

Oleeeo-leoleee

Einmal jährlich stieg Bruns aus den lichten Höhen der Geschäftsführung hinab in die Tiefen der Produktion und tat sich mit Männern zusammen, von denen er ansonsten höchstens die Personalakte zu Gesicht bekam. Bruns lief mit ihnen, die im Schnitt zwanzig Jahre jünger waren, in der Betriebsfußballmannschaft auf. Von Georg M. Oswald

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