
Na, indem ich einen Kurs bei Walter belegte.

Als Jugendlichem in der russischen Besatzungszone muß auch dem späteren Schriftsteller täglich das Kotzen gekommen sein. Den Umzug nach Westen vorzubereiten, ist geradezu Bürgerpflicht. Und wenn ein paar US-Besatzer dabei hilfreich sind - na und? Was bitte schön, läßt sich denn da spionieren? Die ideologisch befeuerte Aufgeregtheit von ein paar übereifrigen und geltungssüchtigen Funktionären in der Sowjetzone ist doch nicht ernst zu nehmen, wenn es gilt, Kempowski zu beurteilen.

Nennen Sie mir bitte einen einzigen Kanzler seit Adenauer, einen Editor, einen nennenswerten Politiker oder Manager, der nicht auf die eine oder andere Weise ein Asset bei dem einen oder anderen Gecheimdienst der Siegermächte seine Dienste verrichtet.
Joschka der Teuschka z.B. mit seine Rambotruppe wurde im Taunus als Agent-Provokatör von CIA ausgebildet und bemüht sich z.Z. das Europäische CFR ins Leben zu rufen. Toll nicht wahr ? Was wäre wohl aus der BRD GmbH geworden, wenn es nicht so wäre?
sukrija

Die "spektakuläre Enthüllung" ist eher eine unfreiwillig-komische Enthüllung des Berichterstatter-Standortes. ;) Statt immer wieder die peinlichen aufgedeckten Vergangenheitsstilisierungen und Legenden von vermeintlichen "Antifaschisten" und "Widerstandskämpfern" von Andersch über Hermlin bis zu Strittmatter nachlesen zu müssen - endlich die Bestätigung von dem, was ohnehin wahrscheinlich war: Dass ein junger Deutscher bereit war, gegen das stalinistische Besatzungszonenregime aktiv zu werden. Mit seiner familiären "bourgeoisen" Vergangenheit und seinem persönlichen Temperament hätte W.K. in der SBZ/DDR nie eine Chance gehabt.

Schon der Titel ist übel, denn er suggeriert, Kempowski sei ein "Verräter" gewesen.
Dass er gegen die Kommunisten "spioniert" hat, wird hier wohl negativ gesehen!
Stilistisch und inhaltlich gehört Reents`Artikel wohl eher in eine Boulevard-Zeitung
als in die -üblicherweise- solide und gescheite FAZ!

Frühes Wissen, herrliches Radar, das Waltherr Kempowski beruflich und geistig und sprachlich mitverwalten mochte (in der Milieuebene von Musil oder Mann oder Döblin oder ...; so wichtig war er sich):
„Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.“
2 Chronik 16,9:

gehört G.Grass zu den überschätztesten Literaten Deutschland. Walter Kempowski ist nahezu das komplette Gegenbild.

Dieses Wort sollte man etwas sorgfältiger verwenden. Da wird ja wirklich mal wieder aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Außerdem kann man das ja nur begrüßen, daß ein Schriftsteller mal nicht für die Kommunisten oder andere Linken gearbeitet hat, wie viele andere Gutmenschen a la Grass, deren literarische Qualität zwar sehr zweifelhaft ist, die aber die "richtige" Einstellung haben.

Der Osten kannte nur Kundschafter...
Und Markus Wolf sorgte für die Seinen...er selbst wollte ja 1991 nach Israel!
Eine peersönliche Frage: Ist Jürgen Reents vom Neuen Deutschland mit Ihnen verwandt?
dann läge die Position wohl in der Familie?