
... würde ich den Artikel von Herrn Biller bezeichnen. Wenn sich einer in jugendlichem Übermut, noch nicht trocken hinter den Ohren, so eine lahme und sehr humorlose Tirade "runterhobelt", kann man das vielleicht noch verschmerzen - aber ein "Schriftsteller" in mittleren Jahren, der noch alle seine Sinne beisammen haben sollte? Was es auf die erste Seite des FAZ-Feuilletons "schafft", sollte sich meiner Meinung nach durch eine irgendwie geartete Qualtität auszeichnen, - ich denke, das "wir" interessierte Feuilleton-Leser da die unterschiedlichsten Interessen, Geschmäcker und Stile haben - aber dieses erbärmliche Geschreibstümpere des Herrn Biller ist ja so klein ... und kleinkariert und ich finde, in höchstem Masse spiessig. Ein kleinkarierter Spiessergeist schreit mir im "1. Seite-Rausch" entgegen. Schade, denn Thomas Bernhard war ja ein grosszügiger Mensch, in seiner Gemeinheit, in seiner Ironie und in seiner philosphischen Intelligenz. Schade, FAZ- Kultur-Redaktion - so ein Faux-Pas.

der dem M. B. die Feder führt, wie er auch die des T. B. geführt hat. Nur der Stil wirkt nicht so authentisch.

Wow…männlich-gewaltiges, abgründtieftes Bernloch-Wissen. Injurien - super stark, Bernschrei-Arschwissen - so wirkmächtig wie allerneuestes Boris-Pimmelchen-Wissen. Bis jetzt 13 Kommentare, toll. Gut so, kann von dem Zeug gar nie genug bekommen, allenthalben um die Ohren gewatscht haben, raffinierter möcht ich’s nicht, MEHR Biller, biller, billi_er und LG

Bernhard ist wie Techno, diese Musik hat Biller nie verstanden, gemocht hat er sie auch nicht, Biller ist ja selbst ein guter Schriftsteller, aber er schreibt halt keine Weltliteratur, der Wahnsinn eines T. Bernhard macht ihn ja auch so anziehend, Diederichsen hat es mal in einem Satz gesagt : T. Bernhard ist politisch ein Reaktionär. Genau, Weltliteratur und politisch leider nicht korrekt, eigentlich nach dem Geschmack von Biller.

Meine Güte! Da hat's aber einer nötig. Hoffentlich will Billers Tochter nie nach Harvard, damit er nicht doch noch irgendwann einen Literaturpreis annehmen muss. Rüdiger Amann

Sagte der Sozpäd-Lehrer zu seinem Schüler: Nun schreiben Sie mal eine Kritik über B., und zwar IM STIL von B. Das fand auch M.B. einen lustigen Vorschlag, schwurbelte und loopte sich eine Verschachtelungs-Verachtungs-Prosa zurecht, die die des B. karikieren sollte. Leider reichte es dann doch nicht ganz, B.'s von bitterer Selbstironie getränkte Schreibe zu kopieren. (Es mangelte ein wenig an Eleganz und an -na selbstredend- Selbstironie.) Nichtsdestotrotz schlug sich der Herr Lehrer krachend auf die Schenkel, und gab, weil die Idee von ihm selbst war, eine zwei plus. Wirklich arsch lustig, Herr Biller!

Hach, wie hübsch Maxim Biller den Spiegel zerschlägt, in dem er sich betrachtet. Und wie treffend er sich und seine Literaturkollegen zerlegt, indem er einen der herausragendsten und widerkantigsten Schriftsteller auswählt, um das Dilemma der Literaten angesichts der Preisinflation zu kritisieren. Nicht vergessen: Auch Bernhard hat oft genug Schriftsteller wüstest beschimpft. Ob Maxim Biller die geeignete Person für eine solche Gattungs-Eruption ist, kann diskutiert werden. Aber vor dem Hintergrund der zunehmenden Abhängigkeit von Literatur-Preisen wie dem Marketing-Instrument "Deutscher Buchpreis" oder dem mittlerweile in die Farce abgesoffenen Ingeborg-Bachmann-Preis ein sehr treffender Artikel. Dass Suhrkamp angesichts dieser Preis-Farcen nun mit Bernhards "Meine Preise" kommt ist an sich schon köstlich..... Den "kleinen Autor" sehe ich eher als ironische Replik auf den "kleinen Staatpreis", den Bernhard zum Eklat umfunktionierte.

Der Artikel des Herrn Biller lohnt keine inhaltliche Diskussion, dazu ist er zu niveaulos. Ich frage mich allerdings, was die Feuilletonredaktion dazu bewogen hat, diesen Artikel zu publizizieren und zu drucken. Gefälligkeit? Oder wurde der Text nicht vor Abdruck gelesen? Ich wünsche mir von einer Zeitung wie der FAZ Niveau und Anspruch. Neuerdings ist das offenbar zuviel verlangt.

Es ist schon erstaunlich, dass ein Schriftsteller wie Maxim Biller, dessen einziger nennenswerter Ruhm darin besteht, durch massive, vom Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht scharf missbilligte Verletzung von Persönlichkeitsrechten (BVerfGE 119, 1) in seinem "Roman" "Esra" (so etwa die Darstellung von "Oral-, Anal- und Brutalsex" - FAZ v. 26. 9. 2003 - , offenkundig liebt Biller diese Körperöffnung, wie auch seine Anrede "Arschloch" von Thomas Bernhard in diesem Artikel zeigt) bekannt geworden zu sein, im Feuilleton der FAZ derart Raum gegeben wird, dass er mit Schimpfworten und üblen Tiraden über einen der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts herzieht. Wahrscheinlich bekommt Biller dafür auch noch ein ordentliches Honorar. Wie Warum gibt die FAZ einem solchen Autor Raum, warum schmeisst sie ihn nicht aus der Reihe seiner Autoren raus? Es zeigt, dass Biller immer noch nicht begriffen hat, was ein Persönlichkeitsrecht, auch ein postmortales, ist. Es zeigt auch, wie heruntergekommen inzwischen das FAZ-Feuilleton ist, und bestätigt mich in der Richtigkeit meiner Entscheidung, vor ein paar Monaten das Abonnement der FAZ gekündigt zu haben.

Bei der Lektüre des Artikels von Maxim Biller stellte sich mir immer wieder eine Frage: Über was schreibt der Autor eigentlich? Über das Buch "Meine Preise" von Thomas Bernhard? Über Thomas Bernhard als Schriftsteller? Über Thomas Bernhard als Mensch? Oder vielleicht über sich selber: über Maxim Biller? Ich tendiere zur letzten Antwort. Ich lese hier eine Hasstirade eines Schriftstellers, in der sich nicht das rezensierte Buch erhellt, sondern lediglich die Befindlichkeit von Maxim Biller, der gezielte Provokation durch verworrene und verwirrende, mit Beleidigungen angereicherte Sprache ersetzt. Dass dies durchaus erfolgreich sein kann, zeigen Autoren wie Sophie LaRoche. Es ist für mich aber genauso nervend wie die Freakshows im Privatfernsehen, die sich als Lebensberatung tarnen. Was dies mit Literaturkritik zu tun hat, bleibt mir jedoch verschlossen. Der Leser wird nicht informiert, er wird mit Ressentiments zugedeckt. Ich als Leser fühle mich nicht ernst genommen; ich bin kein Schüler, dem der Oberlehrer Biller die richtige, d.h. seine Sichtweise einhämmern muss. Aber vielleicht liege ich vollkommen falsch. Der Artikel ist wohl als eine Farce auf die Literaturkritik zu lesen und damit als immanente Kritik am Feuilleton der FAZ!

...denn als eine solche lese ich diese Schimpftirade. Tatsächlich hat sie mir Appetit gemacht auf das so spät erscheinende Werk von Thomas Bernhard; dafür meinen Dank. Doch Biller verwischt Ebenen, welche man sorgsam trennen sollte: Dass zwischen Bernhards Text und Leben ein gewisses Maß an Inkonsequenz herrscht, mag für manche Leser interessant sein; als Argument für die Bewertung von Bernhards Literatur ist dies jedoch unzulässig. So gesehen bleibt die literarische Qualität von "Meine Preise" strittig und zugleich die Frage, ob sich in dem autobiographischen Werk nicht doch bloß eine weitere Selbstinzenierung Bernhards verbirgt.

Man muß Thomas Bernhards Literatur nicht mögen. Freilich erscheint neben ihr das talentlose Geschreibsel, das Herr Biller habituell verzapft und ihn in einem Interview mit der renommierten Zeitung "The New Yorker" zum Selbstvergleich unter anderem mit – allen Ernstes – Vladimir Nabokov (!) animierte, als die Bemühung eines Pennälers, der vom Berühmtwerden träumt. Jenes Interview, das Herr Biller überraschenderweise dem "New Yorker" geben durfte, offenbart ebenso wie sein plärrender Artikel in der aktuellen FAZ neben ungenügendem Bildungsstand die hochmögende Selbstgewißheit des Parvenü, der tatsächlich anhebt, bspw. dem lesenden amerikanischen Publikum Wesen und Geschichte der deutschen Literatur und ihrer Rezeption in Deutschland zu erläutern und, wenn er schon einmal dabei ist, das dringende Bedürfnis, sein unbedarftes Mütchen auch an Thomas Mann kühlen zu müssen. Auf mich wirkt Maxim Biller, dieses Abziehbild von einem Schriftsteller, wie ein Kapaun, der mit sich überschlagender Stimme Gehör einfordert - letzteres sogar mit Erfolg, und zwar dank Lautstärke und der einen oder anderen zotigen Vokabel, vielleicht auch nur kraft der hohen Stimmlage, keinesfalls aber wegen auch nur eines Anfluges von dichterischer Begabung.

Stand Biller unter Drogen, als er dies schrieb? Das ganze armselige Geschwafel zeigt, dass nicht jeder Dahergelaufene so elegant wüten kann wie Bernhard es konnte. Gegenüber dem Giganten Bernhard ist Biller nur ein nichtswürdiger Wurm!

Warum man Maxim Biller einen so großen Raum gibt, einfach draufzuschlagen und so viele Kraftausdrücke wie möglich unterzubringen, ist mir ein Rätsel. Als Leser wird man bei Kommentaren doch immer wieder um sachliche Beiträge gebeten. Es gibt sicher etliche Gründe, warum man mit Thomas Bernhard nichts anfangen kann, es käme dann aber auch drauf an, die Gründe darzustellen. Informationswert hat der Artikel keinen, einen literarischen Wert genau so wenig.

eine Bernhard-Beschimpfung mit dem "fast schon kolumnistenhaften, unliterarischen, unbegründbaren Hass", der einfach dazugehört. http://titanic-magazin.de/badl_0901.html#c6647 Vergeßt Bernhard!

niedlich, was sie da schreiben, herr biller. extremst niedlich. hyperniedlich. wunderniedlich. metaniedlich. bezaubernd unverzagt niedlich. (emotionen sind schon etwas wundervolles; insbesondere die in rosa prosa.)

Da hat der liebe Thomas Bernhard wohl ein Buch geschrieben, was dem guten Herrn Biller wie ein Spiegel erscheint und vor dessen Abbild er sich so erschreckt, dass Biller den besten Bernhard-Veriss schreibt, den ich bis dato gelesen habe.