nämlich oft sehr merkwürdig zu sein, Wolf Doleys (Karneades). Einschließlich der eigenen ;-).
Alle Berufe pflegen ihre Status- und Reputationsmythen, man schmeichelt sich gerne selbst und will das eigene Hobby am liebsten für alle verbindlich machen. Was für Belletristerei habe ich freiwillig und auch gezwungen gelesen. Und habe es auch noch studiert! Insofern bin ich zeitweise geworden, was ich gelesen habe, im weitesten Sinne, aber weise wurde ich dabei nicht. Schon im Literaturstudium hatte ich Probleme mit der Schwatzhaftigkeit der Autoren, ihr Wissensfundus kam mir nicht ausreichend vor, und ihre Sichtweise oft sehr merkwürdig. Und dann erst die Sekundärliteratur! Ungenauigkeit, Mutmaßerei, Schlamperei und dreiste Behauptungsattitüde machten mir das Fach immer zweifelhafter. Ich habe mich weitgehend davon befreit. Die meisten Literaten, nicht alle, sind einfach zu beschränkt, in ihrem Wissen, in ihrem Horizont, als daß es lohnte, sie zu lesen. Im großen und ganzen, bedenke die Kürze des Lebens!, kann man sich in der Belletristik fast auf ein Buch beschränken: Goethes Faust in beiden Teilen ... Also statt der Literatenschwafelei Sachliteratur lesen, aus allen Gebieten, ausnahmslos. Damit das Fachidiotentum nicht noch mehr wachse.