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Fahrtbericht Citroën C-Crosser

Die Früchte einer klugen Allianz

Von Boris Schmidt

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11. Dezember 2007 Alle Welt schimpft auf SUVs. Zu groß, zu durstig, zu viel CO2. Den Kunden interessiert das wenig. Er kauft und kauft und kauft. Das Segment der Geländewagen und der nicht ganz so grob geschnitzten SUVs legt seit Jahren in Deutschland zu, auch 2007, im deutlich rückläufigen Markt. Kein Wunder, dass die letzten der Hersteller, die der Mode noch entsagt hatten, jetzt auf den Zug gesprungen sind: Peugeot, Citroën und Renault.

Während Renault-Fans noch ein paar Monate auf den Kaleos warten müssen, können sich PSA-Jünger schon abseits der Straße vergnügen: entweder mit dem Peugeot 4007 oder dem Citroën C-Crosser. Dass sich die Autos der Schwestermarken ähnlich sehen, ist kein Wunder, doch es gibt noch ein weiteres Geschwister: den Mitsubishi Outlander.

Drei Geschwister
Tatsächlich ist das japanische Fahrzeug die Basis für PSA, nur in der Motorisierung gibt es Unterschiede: Selbstverständlich haben C-Crosser und 4007 einen PSA-Diesel unter der Haube, der seit kurzem aber auch für den Mitsubishi zu haben ist. Einen Ottomotor gibt es für den Citroën nicht (wohl aber für Mitsubishi und Peugeot).

Gebaut wird in Japan. Die drei unterscheiden sich nur im Styling der Frontpartie, innen sehen sie bis auf das jeweilige Markenemblem im Lenkrad exakt gleich aus. Der Wagen, der in der Redaktion zu Gast war, hatte die Doppelwinkel auf dem Kühler, war also ein Citroën und somit ein Diesel.

Strammer Bursche

Wenn man so will, gilt dieser Fahrtbericht für drei Autos, wobei Citroën dem Käufer die Entscheidung einfach macht: Geboten werden nur zwei Ausstattungsvarianten, beide lassen sich nicht lumpen, bei Exclusive geht es noch vornehmer zu als bei Tendance, es gibt unter anderem Lederausstattung, Sitzheizung vorn, einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz, Leichtmetallräder, Parkpilot, Xenonscheinwerfer und einige Chromapplikationen. Was es nicht gibt, ist eine Automatik (auch beim Peugeot 4007 nicht), man muss mit einem manuellen Sechsganggetriebe vorliebnehmen.

Doch das gereicht dem C-Crosser kaum zum Nachteil. Die Gänge sind exakt geführt, man kann sich kaum vertun, auch deswegen nicht, weil man für den Rückwärtsgang einen Ring am Hebel ziehen muss. Da sich auch die Kupplung leicht tritt, haben wir eine Automatik kaum vermisst. Der 2,2-Liter-Turbodiesel ist ein strammer Bursche, 380 Newtonmeter maximales Drehmoment ziehen den knapp 1,8 Tonnen schweren Wagen aus fast jeder Lebenslage mächtig nach vorn.

9,9 Sekunden für den Spurt von 50 auf 100 km/h im 4. Gang mögen der beste Nachweis für die Elastizität der Maschine sein, und in gut zehn Sekunden hat man aus dem Stand die 100-km/h-Marke hinter sich gelassen. Für die Gegner des Tempolimits: Erst bei 200 km/h endet der Vortrieb. Für Reiter, Caravaner und Bootseigner: An den Haken dürfen zwei Tonnen.

Fürstlich untergebracht

Ganz wichtig: Die Freude über die Leistungskraft des Motors wird weder von Lärm noch vom schlechten Gewissen (Partikelfilter serienmäßig), noch an der Tankstelle getrübt. Mit einem Durchschnittsverbrauch von nur 8,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer erwies sich der Citroën als erstaunlich sparsam, vor allem in Anbetracht der stattlichen Größe. Denn mit einer Länge von 4,65 Meter muss man den PSA-Mitsubishi fast schon zu den Riesen seiner Zunft zählen, der Newcomer VW Tiguan ist 22 Zentimeter kürzer.

Das Raumangebot ist vorbildlich, nur auf der Rückbank könnte die Kopffreiheit etwas besser sein. Aber als einziges SUV seiner Klasse bietet der PSA-Mitsubishi eine dritte Sitzreihe, die sich aus dem Kofferraumboden hervorholen lässt. Diese Prozedur ist zwar etwas trickreich, dafür ist das Umlegen der Rückbank umso einfacher. Diese ist asymmetrisch geteilt und lässt sich zudem verschieben, was die gute Beinfreiheit in der zweiten Reihe erklärt.

In der dritten Reihe sollten jedoch nur Kinder sitzen. Vorn ist man fürstlich untergebracht, die Lenksäule ist höhenverstellbar, und die Sitze sind langstreckentauglich. Man fühlt sich wohl im C-Crosser, freut sich über die übersichtliche Instrumentierung und darüber, dass alle Bedienelemente gut zu erreichen sind - mit Ausnahme der Sitzheizung (unten rechts/links am Sitz). Im Allgemeinen ist die Inneneinrichtung gut bis sehr gut verarbeitet, bemängeln kann man allenfalls das zu leise Ticken des Blinkers.

Zwei Handgriffe für den Rastplatz

Als Fünfsitzer bietet der Citroën bis zur Sichtkante 440 Liter Stauvolumen, wenn die Bank in der für die Reisenden bequemsten Position ist. Ein Schieben nach vorn - der Sitzkomfort bleibt akzeptabel - bringt weitere 60 Liter, außerdem hat man die Reserve bis zum Dach. Ein stabiles horizontales Trenngitter kostet als Zubehör 165 Euro. Ein vollwertiges Reserverad hängt unter dem Heck.

Dort überrascht eine zweigeteilte Heckklappe, die nicht mittig, à la Range Rover, sondern ungefähr im Verhältnis 1:5 geteilt ist. Das hat den Nachteil, dass man zwei Handgriffe machen muss, um sie komplett zu öffnen, andererseits hat man so eine vorbildlich niedrige Ladekante (60 Zentimeter), und man kann bei einer Rast auf dem unteren Teil prima sitzen.

Schlechte Übersicht nach hinten

Pausen müssen freilich dank der vorbildlichen Federung nicht allzu oft eingelegt werden. In dieser Hinsicht ist der C-Crosser ein echt französisches Auto, außerdem gehört er zu den fahraktiven SUVs, allerdings mit einer Einschränkung: Solange man nur mit Vorderradantrieb fährt, sind deutliche Antriebseinflüsse in der Lenkung spürbar. Bewegt man sich im 4WD-Modus (Drehschalter in der Mittelkonsole), wird die Kraft 50 : 50 verteilt, der Effekt verschwindet. Ein Untersetzungsgetriebe gibt es nicht.

Wer die forciertere Gangart liebt, wird gewiss immer mit Allrad fahren, dadurch steigt jedoch der Spritverbrauch. Kurvige Straßen sind für den C-Crosser eher Lust als Last, brav folgt er dem Lenkeinschlag und lässt sich durch Unebenheiten nicht aus der Ruhe bringen. Wer es zu wild treibt, der kann auf das recht früh eingreifende ESP vertrauen. Gleichfalls ohne Tadel sind die Bremsen.

Ja, dieses Auto hat nur wenige Schwächen, die schlechte Übersicht nach hinten kann man kritisieren, aber wofür hat man den Parkpiloten oder gar eine Rückfahrkamera? Sie gehört zu den neuen, sinnvollen Ausstattungsdetails, die in jüngster Zeit Einzug in die Automobilwelt gehalten haben, schon allein, weil man das kleine Kind nicht mehr übersieht, das direkt hinter dem Wagen steht. Leider kommt die Kamera nur zusammen mit einem Navigationssystem (von Mitsubishi) für 2490 Euro Aufpreis.

Kein Sonderangebot

Dennoch, auch als Tendance (4000 Euro günstiger) ist der C-Crosser opulent ausgestattet: CD-Radio, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrisch verstellbare und einklappbare Außenspiegel und eine Klimaanlage sind an Bord, um nur das Wichtigste zu nennen.

Mit 37.590 Euro ist der C-Crosser Exclusive beleibe kein Sonderangebot, doch in Anbetracht des Gebotenen kann er im Umfeld bestehen. Dass er eigentlich aus dem Hause Mitsubishi stammt, ist kein Nachteil, im Gegenteil. Wir setzen freilich voraus, dass citroëneske Tugenden wie schickes Aussehen und Fahrkomfort zusammengehen mit japanischer Zuverlässigkeit. Dann profitieren PSA und Mitsubishi gleichermaßen.

Daten und Messwerte

Empfohlener Preis 37.590 Euro
Preis des Testwagens 42.320 Euro

Vierzylinder-Turbodiesel-Motor, vier Ventile je Zylinder, Common-Rail-Einspritzung, 2179 Kubikzentimeter Hubraum

Leistung 115 kW (156 PS) bei 4000/min

Höchstes Drehmoment 380 Nm bei 2000/min, mindestens 90 Prozent davon ab 1700 bis 3000/min

Manuelles Sechsganggetriebe (Automatik nicht erhältlich )

Antrieb auf die Vorderräder, Allradantrieb elektronisch zuschaltbar

Länge/Breite/Höhe 4,65/1,81/1,67 Meter

Radstand 2,67, Wendekreis 12 Meter

Leergewicht 1825 (tatsächlich 1890), zulässiges Gesamtgewicht 2410, Anhängelast 2000 Kilogramm; Kofferraumvolumen 184 bis 1686 Liter

Reifengröße 225/55 R18

Höchstgeschwindigkeit 200 km/h

Von 0 auf 100 km/h in 10,2 s, von 50 auf 100 km/h im 4./5./6. Gang in 9,9/14,8/25,0 s

Verbrauch 7,8 bis 9,0, im Durchschnitt 8,4 Liter Diesel je 100 km; 179 g/km CO2 bei Normverbrauch von 7,3 Liter; Tankinhalt 60 Liter

Versicherungs-Typklassen HP 21, TK/VK 23

Garantie und Wartung Zwei Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, drei Jahre auf Lack, zwölf gegen Durchrostung, Inspektionen alle 20.000 Kilometer oder jährlich

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z., Hersteller

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
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