19. Dezember 2007 Mit einer Produktion von annähernd 120 Millionen Tonnen ist Arcelor-Mittal als unangefochtene Nummer eins in der Stahlwelt fast viermal so groß wie die nachfolgende Nippon Steel. Rund 320 000 Beschäftigte in etwa 60 Staaten machen das Unternehmen auch zum bislang einzigen global aufgestellten Stahlkonzern. Der Umsatz wird in diesem Jahr bei 70 Milliarden Euro liegen. Formal ist die in Luxemburg ansässige Obergesellschaft erst im November durch die Fusion von Arcelor und Mittal Steel entstanden. Auslöser war ein Übernahmeangebot des Familienunternehmens Mittal im Januar 2006, dem sich der Vorstand der Publikumsgesellschaft Arcelor fast ein halbes Jahr heftig widersetzte, ehe er in eine einvernehmliche Verbindung einwilligte. Da sich beide Konzerne bereits zuvor durch Zusammenschlüsse und Übernahmen an die Marktspitze geschoben hatten, stecken in Arcelor-Mittal mindestens 50 Stahlunternehmen.
Mit Tochtergesellschaften wie Eko Stahl in Eisenhüttenstadt oder den Bremer Stahlwerken ist Arcelor-Mittal in Deutschland nach Thyssen-Krupp der zweitgrößte Stahlerzeuger. Mit unterschiedlichen geographischen Schwerpunkten fügten sich die Produktionsstandorte von Arcelor und Mittal in 28 Ländern gut zusammen. Aber es gab auch Gegensätze. Bis Mittal 2004 in den Vereinigten Staaten die aus insolventen und sanierten Traditionsunternehmen gebildete ISG International Steel Group übernahm, lag das Gros seiner Produktionsstätten in der Dritten Welt. Mit dem ISG-Kauf wurde Arcelor zwar gemessen an der Produktion als Weltmarktführer abgelöst, nicht aber bei Umsatz und Gewinn überholt. Denn die Luxemburger konzentrierten sich in ihrem Expansionskurs auf höherwertige Produkte. Bei dem Zusammenschluss hat die Familie Mittal die Kapitalmehrheit abgeben müssen. Aber ihr Einfluss ist stark wie eh und je. Daher ist eine Aufstockung der verbliebenen 43 Prozent für Lakshmi Mittal kein Thema. Der Vorstandsvorsitzende wird - entgegen früheren Ankündigungen - im Frühjahr auch die hierzulande am ehesten dem Aufsichtsratsvorsitzenden vergleichbare Aufgabe des Chairman übernehmen. Dem haben die Mitaktionäre mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Neben einigen aus Arcelor-Tagen verblieben Paketaktionären wie dem Großherzogtum Luxemburg mit zusammen rund 12 Prozent bilden heute 70 000 Aktionäre den Streubesitz. Überwiegend handelt es sich dabei um institutionelle Aktionäre zuvorderst aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP
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| Nikkei 225 | 7.910,79 | +2,70 |
| S&P 500 Zert. | 7,72 | -3,26 |
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