Warum sollte es ein Kunststück sein mit Unternehmensaktien zu spekulieren, wenn man auf alle wichtigen Unternehmensdaten Zugriff hat?
Das einzige Porsche-Kunststück besteht darin, dass es als letzer Nischenanbieter der Branche unter der neuen familienfremden Führung (Wiedeking und Team) gerade noch dem Konkurs entkommen ist und jetzt sogar einen der weltweit größten Automobil- und Industriekonzerne übernimmt. Man sieht daran überdeutlich, dass es sehr stark auf die Qualität der Manager ankommt, ob ein Unternehmen Erfolg hat oder nicht. Selbst die (legalen?) Spekulationserfolge sind nur eine Folge dieser Erfolgsgeschichte.
die VW Übernahme ist ja nun weitgehend abgeschlossen.
Wie will Porsche dieses Jahresergebnis im nun laufenden Gesch.Jahr 2008 noch toppen?
Wollen die nun noch einen weiteren Autokonzern übernehmen? Toyota, GM, Daimler, BMW?
Als börsennotierte AG ist Porsche (wie jede andere Ag) gegenüber ihren Aktionären verpflichtet.
Die Aktionäre interessiert vor allem ein (weiterhin) steigender Aktienkurs (neben der jährlichen Dividende).
Ich bin zwar kein Porsche-Aktionär aber dennoch gespannt ob Porsche dies im laufenden Jahr gelingt.
Natürlich muß man dem Vorstand zu seinen Erfolgen insgesamt gratulieren. Aus dem Artikel geht aber im Detail nicht hervor, wie genau die Milliarden verdient wurden.
Deshalb ein paar kritische Fragen:
1. Haben die Porsche Aktionäre ihr Geld dem Vorstand gegeben, um gute Autos zu entwickeln, zu fertigen und zu vermarkten oder um mit der freien Liquidität massiv zu spekulieren? Nicht ausudenken, wie es im umgekehrten Fall gelaufen wäre. So etwas hatten wir schon einmal bei Währungsgeschäften, die weit über die betrieblichen Notwendigkeiten hinaus gingen.
2. Wurden die Werte der Putt- und Call-Optionen durch Porsche-Aktivitäten und Mitteilungen geschickt beeinflusst? Das müßte die Börsenaufsicht untersuchen.
3. Wenn Porsche mit Spekulationsgeschäften Geld verdient hat, wer hat es dann verloren? Die VW-Aktionäre, die jeweils einen anderen Wissensstand hatten, als die agierenden Porsche-Manager?
4. Wie sehen diese Spekulationsakivitäten im Lichte der aktuellen Diskussion über Moral, Verantwortung und Corporate Governance aus?
Fazit: Könnte sich ein FAZ-Wirtschaftsredakteur damit mal befassen?
@ heimes:
nette idee: aber - kann man sich wirklich vorstellen, dass sich ein erfolgreicher finanzmanager mit solchen (öffentlich-rechtlichen) eigentümern einlässt. Und all den neidreflexen - der öffentlichen rechtfertigung für das einkommen.
porsche versteht seine leitenden angestellten als das, was sie sind: vertreter der eigentümer im unternehmen und daher nicht mit einem multipel der durchschnittseinkommen zu messen und zu bezahlen.
soll Rüttgers sich den Härter doch für die WestLB holen.
Doch so einfach ist es nicht: die WestLB hat mit ihrem VW-Desaster einen dreistelligen Millionen-Verlust produziert.
War wenigstens für 'nen guten Zweck :-)
100.000 Sportwagen gehen unter...Porsche SE ist m.E. eine strategische Meisterleistung. Ich frage mich nur wessen? Wirklich Piechs, der bei VW m.E. verbrannte Erde hinterlassen hat oder war das Kalkül....VW runterwirtschaften und die AKtie billig machen, Porsche Kosten abnehmen im Projekt Cayenne/Touareg und so Porsche Geld verdienen lassen, alles langfristig gedacht um damit VW zu kaufen? Wie lange geht das noch gut bei Wiedeking und Härter? Der USA-Absatz des 911ers ist jedenfalls eingebrochen, aber das sind ja auch nur noch Peanuts.