23. Januar 2007 Der amerikanische Pharmakonzern Pfizer will sich in Deutschland von rund 760 Mitarbeitern trennen. Wie das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mitteilte, sollen nach ersten Planungen in Karlsruhe etwa 320 Arbeitsplätze entfallen, darunter im wissenschaftlichen Außendienst rund 190 und im Innendienst der Deutschland-Zentrale in Karlsruhe 130 Stellen. Außerdem soll das Wirkstoff- und Arzneimittelwerk Heumann PCS in Feucht bei Nürnberg mit seinen etwa 440 Mitarbeitern verkauft werden.
Die drei weiteren deutschen Produktionsstandorte Illertissen bei Neu-Ulm, Freiburg und Frankfurt-Höchst sowie der Geschäftsbereich Tiergesundheit seien von den angekündigten Maßnahmen nicht betroffen. Insgesamt beschäftigt Pfizer nach eigenen Angaben derzeit rund 5200 Mitarbeiter in Deutschland.
Ein Zehntel der Belegschaft muss gehen
Der Pharmakonzern hatte am Montagabend mitgeteilt, dass er sich weltweit von 10.000 Mitarbeitern trennen wird. Das entspricht rund einem Zehntel der Belegschaft. In der Gesamtzahl von 10.000 Mitarbeitern sind die im November angekündigten Kürzungen im Vertrieb in Amerika schon enthalten. Pfizer will seine Vertriebsmannschaft hier um 20 Prozent reduzieren, was rund 2200 Mitarbeitern entspricht. Darüber hinaus soll nun auch der Vertrieb in Europa um mehr als 20 Prozent verringert werden.
Neben dem zur Disposition gestellten Werk in Feucht will Pfizer zwei amerikanische Standorte in New York und in Omaha schließen. Daneben will Pfizer fünf Forschungsstandorte aufgeben, davon drei in Nordamerika sowie jeweils einen in Japan und in Frankreich. Das Unternehmen befinde sich außerdem gerade dabei, drei bis vier Managementebenen zu eliminieren. Den Stellenabbau will Pfizer bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen haben. Pfizer will mit seinem Restrukturierungsprogramm die jährlichen Kosten um 1,5 bis 2 Milliarden Dollar senken.
Schwerer Rückschlag in der Forschung
Pfizer leidet unter einer verschärften Konkurrenz aufgrund von Patentabläufen und einem Mangel an neuen Produkten. Im Jahr 2005 gab es erstmals seit langer Zeit einen Umsatzrückgang. Mitte vergangenen Jahres wechselte das Unternehmen seine Führung aus und ersetzte Vorstandschef Hank McKinnell durch Jeffrey Kindler. Im Herbst sagte Kindler, in den Jahren 2007 und 2008 sei nicht mehr mit einem Umsatzwachstum zu rechnen.
Der Restrukturierungsbedarf bekam Anfang Dezember eine neue Dringlichkeit, als das Unternehmen einen schweren Rückschlag in seiner Forschung erlitt. Pfizer stellte die Entwicklung seines Cholesterinmittels Torcetrapib - seinem größten Hoffnungsträger - mit sofortiger Wirkung ein, nachdem es in Tests mit Patienten zu Todesfällen gekommen war. Torceptrapib war als Nachfolger für Lipitor gedacht, das umsatzstärkste Medikament der Welt. Das Mittel hat Pfizer im abgelaufenen Jahr einen Umsatz von 12,8 Milliarden Dollar eingebracht, wird aber womöglich schon im Jahr 2010 seinen Patentschutz verlieren.
Text: dpa
Bildmaterial: AFP
Der Kosmetikunternehmer Yves Rocher ist ![]()
Konjunktur: 2010 wachsen wir - ein klein bisschen
SPD warnt vor Betrug bei Sparplänen
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.957,44 | +0,20% |
| TecDAX | 812,35 | +0,17% |
| MDAX | 7.472,43 | −0,16% |
| SDAX | 3.554,37 | −0,21% |
| REX | 377,93 | 0,00% |
| Eurostoxx 50 | 2.957,48 | +0,40% |
| Dow Jones | 10.520,10 | +0,51% |
| Nasdaq 100 | 1.869,84 | +0,96% |
| S&P500 | 1.126,48 | +0,53% |
| Nikkei225 | 10.494,70 | −0,40% |
| EUR/USD | 1,4335 | 0,00% |
| Rohöl Brent Crude | 76,10 $ | +0,86% |
| Gold | 1.104,50 $ | +1,77% |
| Bund Future | 121,84 € | −0,42% |