
Die Finanzierung von Arcandor ist gesichert und die Handelstöchter können ins Weihnachtsgeschäft starten
24. September 2008 Der Essener Handels- und Reisekonzern Arcandor hat sich nach langen und schwierigen Verhandlungen mit einem Bankenkonsortium auf ein Refinanzierungskonzept geeinigt. An den Gesprächen waren die BayernLB, die Dresdner Bank sowie die Royal Bank of Scotland beteiligt. Weitere Vereinbarungen mit den Banken, etwa über einen Verkauf von Anteilen an der profitablen Tourismustochter des Konzerns Thomas Cook, habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher.
Zu Einzelheiten wollte sich der Unternehmenssprecher nicht äußern. Aus dem Umfeld des Unternehmens hieß es, dass über einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag verhandelt worden sei. Das Unternehmen hatte zuletzt insgesamt Netto-Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Angaben über eine mögliche Aufstockung des Kredits wurden nicht gemacht. Auch die vom Kreditversicherer Euler Hermes vorgenommene Deckelung der Ausfallgarantien für Warenlieferungen an die Handelstöchter des Konzerns Karstadt und Quelle bestehe nicht mehr, sagte der Unternehmenssprecher.
Aktie legt um mehr als ein Fünftel zu
An der Börse wurde die Einigung äußerst positiv aufgenommen. Der Arcandor-Kurs stieg um mehr als ein Fünftel. Händlern zufolge war am Markt auf eine baldige Einigung von Arcandor mit den Gläubigerbanken spekuliert worden. Wegen der sich zuspitzenden Bankenkrise hatte sich dies allerdings verzögert.
Arcandor hatte seit Tagen mit den Banken über die Refinanzierung verhandelt. Gerüchte über eine womöglich drohende Insolvenz des Konzerns hatten den Aktienkurs an der Börse in Frankfurt einbrechen lassen. Euler Hermes hatte zuvor neue Kreditlinien für Arcandor auf Eis gelegt. Sie sichern die Bezahlung von Lieferungen an Arcandor.
Neben Euler Hermes hätten sich auch die Warenkreditversicherer Atradius, Coface und Zurich gegenüber der Arcandor AG bereiterklärt, begleitend zu der Finanzierung die für das Geschäft notwendigen Kreditlinien zur Verfügung zu stellen. Die Arcandor-Handelstöchter könnten nun ganz normal in das bevorstehende Weihnachtsgeschäft starten, hieß es.
Text: FAZ.NET mit dpa, reuters
Bildmaterial: dpa
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