Flash-Speicherkarten

Samsung zeigt großes Interesse an Sandisk

Von Patrick Welter

Für Fotos und andere Dateien: Speicherkarte von SanDisk

Für Fotos und andere Dateien: Speicherkarte von SanDisk

05. September 2008 Der südkoreanische Konzern Samsung Electronics Co., Ltd., zeigt Interesse an einem Kauf des amerikanischen Herstellers von Speicherkarten und -chips Sandisk Inc. „Wir prüfen mehrere Optionen, aber nichts ist entschieden“, sagte ein Sprecher von Samsung auf Anfrage. Sandisk hat einen Börsenwert von rund 3 Milliarden Dollar. Nach koreanischen Medienberichten soll Samsung vor einem Monat die Investmentbank JP Morgan Chase & Co. als Berater für die Transaktion angeheuert haben.

Sandisk enthielt sich eines Kommentars, erklärte aber, es gebe immer wieder Gespräche mit anderen Parteien, darunter auch mit Samsung. Samsung ist Marktführer in der Produktion von Nand-Flash-Speicherchips und könnte mit dem Kauf von Sandisk seinen Vorsprung vor der japanischen Toshiba Co. ausbauen, deren Ingenieure diese speziellen Speicherbausteine erfunden hatten und die nun wichtige Patente hält. Nand-Flash-Speicherchips werden heute in digitalen Kameras, Musikspielern und zunehmend auch in Computern als Festplattenersatz eingesetzt. Hier gilt Samsung als einer der Pioniere der Entwicklung.

Samsung zahlt derzeit Lizenzgebühren an Sandisk

Die Marktaussichten werden mittelfristig als sehr gut eingeschätzt, während derzeit die große Produktion und eine sinkende Nachfrage einen rapiden Preisverfall bewirken, was viele Hersteller unter Druck setzt. In diesem Jahr hat der Preis sich in etwa halbiert. Auch deshalb hat Sandisk für den Zeitraum von April bis Juni mit minus 67,9 Millionen Dollar den größten Quartalsverlust seit Jahren gemeldet.

Zum Börsenkurs

Eine Übernahme von Sandisk würde die Konsolidierung des Marktes vorantreiben. Für Samsung böte der Kauf einen zweifachen Vorteil: Zum einen müsste der Marktführer nicht mehr Lizenzgebühren an Sandisk zahlen, die manche Analysten auf 400 bis 500 Millionen Dollar im Jahr schätzen. Zum anderen würde eine Übernahme von Sandisk durch Samsung den japanischen Konkurrenten Toshiba treffen. Dieser hatte noch im Februar mit Sandisk vorläufig vereinbart, zusammen zwei Werke für die Produktion von Nand-Flash-Speicherchips in Japan zu bauen, und müsste diese allein finanzieren.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Unternehmen

 
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