Übte scharfe Kritik an den Ratingagenturen: Alan Greenspan

Alan Greenspan

„Die Ratingagenturen wissen nicht was sie tun“

Welche Rolle kommt den Ratingagenturen bei der aktuellen Krise am amerikanischen Hypothekenmarkt zu? Der frühere Fed-Chef Alan Greenspan hat dazu in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ deutliche Worte gefunden.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. September 2007 12:13

@ Herbert Schuetzenmeier

Stefan Gigga (GodSaveAmerica)

Es gibt die bessere Lösung. Schauen Sie mal in die Vergangenheit:
New Deal unter Roosevelt in den USA.
Soziale Marktwirtschaft unter Adenauer in der BRD.
Damals ging es noch darum, den Lebensstandard der Menschen durch die Entwicklung der Realwirtschaft zu verbessern. Heute dagegen, spielt die Realwirtschaft im Gegensatz zum Irsinn der Finanzwirtschaft keine Rolle mehr. Ein paar Zahlen dazu (u. a. aus den Berichten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich).
Welthandel: weniger als 1 % entfällt auf den Handel mit Gütern, der Rest ist Handel mit Finanztitel (Devisen, Derivaten etc.
Derivatwetten: Die 50 größten internationalen Banken halten Derivatwetten im Gegenwert des 20fachen des internationalen BSP. Um wieviel sich die Zahl erhöhen würde, wenn Daten über Hedgefonds vorliegen würden, kann niemand sagen.
Würden heute alle Halter (Staaten, Unternehmen, Private) von US-$, US-Staatsanleihen etc. in die USA gehen um diese in reale Güter umzutauschen, könnte sie die USA 6-fach leerkaufen.
Das dieser Irsinn irgendwann zu Ende gehen würde, hätte eigentlich jedem klar sein sollen (außer vielleicht Greenspan, Ackermann und Konsorten, die von REAL-Wirtschaft keine Ahnung haben)

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. September 2007 22:42

Alter schützt vor Torheit nicht!

Werner Schmidt (banker-schmidt)

Alan Greespan hat im Grunde zeit seines Wirkens als Notenbanker in entscheidenden Situationen die Weichen falsch gestellt. Jetzt sucht er nach einem Alibi, damit das öffentliche Bild des allwissenden "Finanzmagiers" ja keinen Kratzer bekommt. Sein leichtsinniges Verhalten bei der sich schon vor Jahren anbahnenden Immobilienblase und das Verharmlosen von konsumtiven Ausgaben auf Pump in den USA sind geeignet, der Weltwirtschaft nachhaltig großen Schaden zuzufügen. Und jetzt das Verharmlosen der aktuellen Krise und der unverantwortliche und kritiklose Umgang mit Hedgefonds! Greenspan ist ein "Schönwetterbanker" - sonst nicht viel mehr. Sieht man einmal von seinem schauspielerischen Talent ab.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. September 2007 17:40

Wohlfeile Kritik, nachdem es zu spät ist

Wolfgang Sohst (sohst)

Mr. Greenspan beschwert sich jetzt über Entwicklungen, zu deren Korrektur er zu Zeiten, als er Fed-Chef war, nicht nur in der Lage gewesen, sondern sogar kraft seines Amtes verpflichtet war. Stattdessen bewegte er sich jahrelang mit einer Haltung, die man nur als feige interpretieren konnte, im opportunistischen Windschatten einer amerikanischen Regierung, deren katastrophales politisches Vermächtnis nicht nur auf wirtschaftlicher, sondern auch militärischer und menschenrechtlicher Ebene noch gar nicht zu übersehen ist. Jemand hat all diesen Irrsinn bezahlt: dies waren die Käufer der US-amerikanischen Staatsanleihen, also vor allem China und Japan. Jemand hat diese Bonds aufgelegt: nämlich die Fed. Ergo: Die Fed hat faktisch die Finanzierung des ganzen Trümmerhaufens, vor dem die USA mittlerweile stehen, besorgt. Dafür trägt Mr. Greenspan wesentlich die Verantwortung. Mr. Greenspan ist Täter, nicht Opfer.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. September 2007 15:45

Der grosse Greenspan -

Friedebald Merkle (friedebaldmerkle)

kocht auch nur mit Wasser! Die Historie bzw. Zukunft wird zeigen, daß Alan Greenspan mit der Fed Zinspolitik die "Blasen" erst richtig angeschoben hat.

Ich kann dem grossen Greenspan das Wasser zur Suppe nicht reichen - wirtschaftliches Wissen - aber mein Bauch sagt mir, das billige Geld war ein Kardinalfehler. On verra!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
22. September 2007 14:14

Das gilt fast überall

Franz Müller (Franzy)

Um kompetent zu erscheinen, bedarf es lediglich eines schicken Anzugs, blütenweißen Hemdes, geölten Haars und eines teuren (jedoch geleasten) Wagens vor der Tür. Dazu noch ne große Röhre. Vielleicht noch ne Rolex.

Das ist alles. Mehr braucht man nicht zum großen Bluff.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 5 von 5 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche