06. September 2008 Daimler-Betriebsrat Erich Klemm hat massive Proteste der Belegschaft gegen aggressive Investoren angekündigt. Wir begrüßen jeden Investor, der ein langfristiges Interesse an der Entwicklung des Unternehmens hat. Wer nur auf kurzfristigen Profit aus ist, ohne Rücksicht darauf, wie er Daimler zurücklässt, der muss aber mit dem massivem Widerstand der Arbeitnehmer rechnen, sagte Klemm der F.A.S. Gegen jede Art von Heuschrecke werden wir notffalls den Protest der Arbeitnehmer mobilisieren.
Nach Informationen der Sonntagszeitung drängen aktive Daimler-Aktionäre den Vorstand, die Nutzfahrzeuge abszuspalten. Gegen diesen Wunsch stellt sich Vorstandschef Dieter Zetsche ebenso wie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Erich Klemm. Eine Aufspaltung ergibt für das Unternehmen keinen Sinn. Wer also dem Vorstand die Pistole auf die Brust setzt und eine Zerschlagung fordert, der hat auch die Arbeitnehmer gegen sich, sagte Klemm der Sonntagszeitung. Gegen die Mitarbeiter ist kein Unternehmen auf der Welt zu führen. Das wäre auch für die Aktionäre tödlich. Vor solchen Plänen kann ich nur jeden Investor warnen. Die müssen sich genau überlegen, mit wem sie paktieren und was sie gegen Management wie Mitarbeiter erreichen wollen.
Um sich besser vor Angriffen zu schützen, wirbt der Daimler-Vorstand um ausländische Staatsinvestoren. Ich habe keine Vorbehalte gegen Staatsfonds, sagte Dieter Zetsche. Ob Araber, Russen, oder auch Chinesen - alle Aktionäre seien willkommen. Auch Erich Klemm zeigte sich offen gegenüber dieser Art ausländischer Investoren: Wenn Staaten an der langfristigen Wertentwicklung eines Unternehmens profitieren wollen, sind sie bei uns gut aufgehoben. Als Kuwait damals eingestiegen ist, gab es eine große Aufregung. Bis jetzt kann ich nicht erkennen, dass uns Kuwait in irgendeiner Art negativ beeinflusst hätte.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: AP
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