“Der Kobold hat Vorwerk groß gemacht“: Peter Oberegger im Showroom

Im Porträt: Vorwerk-Chef Peter Oberegger

Der Staubsauger-Vertreter

Wer bei Vorwerk als Manager anfängt, muss erstmal von Haustür zu Haustür ziehen: Staubsauger verkaufen. Der heutige Chef brachte bei seinem Einstand keinen einzigen los. Heute dirigiert er mehr als eine halbe Million Außendienstler. Sein Sorgenkind ist der Staubsauger-Klassiker „Kobold“. Von Tim Höfinghoff

Lesermeinungen zum Beitrag

12. August 2008 19:26

Wen wunderts?

Rolf-Michael Henkel (mhenkel)

Da beklagt der gute Mann, dass er in Deutschland zu wenige 'Fachberater' findet. Man lasse sich das einmal auf der Zunge zergehen, 566.000 Mitarbeiter erwirtschaften ein Geschäftsvolumen von 2,3 Mrd. Euro. Die Produktivität liegt also knapp über 4.000 Euro pro Kopf und Jahr. Selbst auf die 540.000 Fachberater umgelegt ergibt das nur wenig mehr. Unterstellt man einmal, das etwa 40 % vom Umsatz an die 'Fachberater' (kann man den Titel eigentlich essen?) ausgekehrt wird, was in etwa der Quote typischer MLM-Vertriebe entspricht, dann erzielt der durchschnittliche Vertriebler im Jahr ein Bruttoeinkommen von ca. 1.700 Euro. Und das in einem Land, das bereits seit Jahren von der MLM-Welle aber auch von allen anderen Direktvertriebsformen überrollt wird. Trotz PISA-Problematik, dürften die meisten Interessenten doch gut genug rechnen können und sich den Job nicht antun. Einen schönen Abend noch Michael Henkel

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12. August 2008 17:29

Vorwerk

Gerd Lehmann (Gerd_L)

Diese "Außendienstler" sind sowas von aufdringlich um einem die völlig überteuerten Geräte anzudrehen, am besten ist, garnicht erst mit denen zu reden und die Wohnungstür schnell zu schließen !

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12. August 2008 15:48

Amerika läßt grüßen

Julius Franzot (JFranzot)

Oberegger macht einen weit verbreiteten Fehler: Er überträgt Situationen, die in den USA völlig normal sind, auf Europa. In den Staaten wird ein Richter arbeitslos und geht Zäune streichen, das Tür-zu-Tür-Geschäft ist nichts anrüchiges, es gehört seit jeher zum Alltag, nur von Provisionen zu leben (...sich stark zu verschulden, und Hypotheken sind nicht so "flexibel" wie Provisionen). Der Druck auf die Verkäufer, "mehr persönliche Kontakte und weniger Klinken putzen" ist ein Nonsense, weil provisionsabhängige Vertreter schon selbst für eine Maximierung der Kontakte sorgen, die Klinke allein kauft nicht. Eine andere Firma hätte sich vielleicht mehr Werbung, Verträge mit Großkunden, gezielten Verkauf in Ladenketten oder Fachgeschäften, als Diversifizierung des Vertriebskonzepts oder Produktverbesserungen einfallen lassen. Oberegger bleibt Amerikaner, auch wenn ihm der Erfolg ausbleibt. Die Sache mit Berlusconi ist ungewollt ein Kalauer: Man sieht, was aus Leuten wird, die ihren Erfolg dem Überreden und nicht dem Überzeugen verdanken.

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