Von Holger Appel
28. November 2007 Sechs Milliarden Euro! Der einstmals grundsolide Mittelstandsfinanzierer IKB droht unter der Last seiner Fehlspekulationen zusammenzubrechen.
Zum Glück, mag mancher sagen, hat die IKB einen Aktionär, der den größten Teil dieses drohenden Verlustes trägt. Doch die staatseigene Förderbank KfW hat, wie ihr Name schon sagt, eigentlich andere Aufgaben als eine taumelnde Privatbank zu retten.
Ein Fass ohne Boden
Nun, das lässt sich wohl nicht mehr vermeiden, auch wenn es teuer wird. Doch muss die KfW aufpassen, dass durch die immer tieferen Löcher ihre eigene Risikotragfähigkeit nicht überlastet und damit die Fördertätigkeit gefährdet wird.
Die zunächst mithelfenden privaten Banken haben dichtgemacht, sie stecken kein weiteres Geld in ein Fass, dessen Boden sie nicht sehen können. Die IKB selbst sucht Entlastung durch den Weiterverkauf ihrer Kreditportfolios.
Bleibt für Verkauf überhaupt etwas übrig?
Selbst wenn das eine normale Geschäftstätigkeit ist, wie sie behauptet, nährt es den Verdacht, das Institut werde ausgezehrt. Die Mitarbeiter sind verunsichert, einige sollen sich schon auf den Weg gemacht haben.
Sobald die IKB wieder auf soliden Füßen steht, wird sie zum Verkauf angeboten werden. Es fragt sich nur, was dann noch übrig ist.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Edgar Schoepal - F.A.Z.