03. April 2008 Die Gehälter der Vorstandsvorsitzenden der Dax-Unternehmen sind im vergangenen Jahr nicht gestiegen. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der Managementberatung Towers Perrin, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Nach Auswertung von 29 der 30 Geschäftsberichte – die Zahlen von SAP lagen bei der Erstellung der Studie noch nicht vor – lautet das Ergebnis: Die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne erhielten 2007 im Durchschnitt ein Vergütungspaket im Wert von 4,86 Millionen Euro und damit etwa genauso viel Geld wie im Jahr zuvor. Dies scheint ein Niveau zu sein, mit dem sich die Aufsichtsräte wohl fühlen“, sagte Michael Kramarsch, Deutschland-Chef von Towers Perrin. Die Aufsichtsräte entscheiden über die Höhe der Managergehälter.
Etwas anders sieht das Ergebnis aus, wenn man die Wechsel an den Unternehmensspitzen berücksichtigt und nur jene 22 Unternehmenslenker vergleicht, die sowohl 2006 als auch 2007 im Amt waren. Diese konnten der Studie zufolge durchaus eine Gehaltssteigerung für sich verbuchen, und zwar um 8,7 Prozent auf eine durchschnittliche Gesamtvergütung von 5,25 Millionen Euro. Dies liege jedoch immer noch deutlich unterhalb jener 18 Prozent, um die die Gewinne der Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr nach Steuern gestiegen seien, betonte Kramarsch.
Die variablen Anteile reißen´s raus
Spitzenverdiener der diesjährigen Gehaltsliste ist wie im Vorjahr Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank. Er kam 2007 nach Towers-Perrin-Berechnungen auf eine Gesamtvergütung von rund 14,34 Millionen Euro, nach 13,59 Millionen Euro im Jahr zuvor. Für deutsche Verhältnisse ist das viel, im internationalen Vergleich wenig: Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein erhielt 2007 umgerechnet rund 64 Millionen Euro. Den Großteil von Ackermanns Gehalt machten erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile aus. Sein Grundgehalt belief sich lediglich auf 1,15 Millionen Euro, ebenso viel wie im Jahr 2006.
Es gab so gut wie keine Grundgehaltserhöhungen“, sagte Kramarsch. Wenn, dann stiegen die variablen und langfristigen Gehaltsbestandteile.“ Im Durchschnitt über alle Vorstandsvorsitzenden machte das Grundgehalt rund 20 Prozent der Gesamtvergütung aus. 43 Prozent entfielen auf den Jahresbonus, 21 Prozent auf langfristige Vergütungsbestandteile und 15 Prozent auf Zuwendungen zur Altersvorsorge. Diese Aufteilung bezeichnete Kramarsch als annähernd ideal“.
Das Gesetz über die Offenlegung der Vorstandsvergütungen (VorstOG) verpflichtet börsennotierte Unternehmen seit mehr als zwei Jahren, detaillierte Angaben zu den Gehältern des Top-Managements zu veröffentlichen. Das Pharmaunternehmen Merck macht als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) von einer Ausnahmeregelung Gebrauch. Mit der Art der Veröffentlichung zeigte sich Kramarsch noch nicht zufrieden, ein Vergleich sei nach wie vor schwierig. Im Ausweis der langfristigen Vergütungskomponenten haben sich die Unternehmen schon deutlich angenähert. Bei der Altersvorsorge gibt es aber noch große Unterschiede.“
Text: loe., F.A.Z.
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, dpa/dpaweb, F.A.Z., picture-alliance/ dpa, REUTERS
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