25. November 2009 Porsche kommt die gescheiterte VW-Übernahme teuer zu stehen. Trotz eines Gewinns im Autogeschäft verbuchte die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE im Ende Juli beendeten Geschäftsjahr 2008/2009 unterm Strich einen Verlust von 3,6 Milliarden Euro. Ausschlaggebend für die roten Zahlen war vor allem, dass die Stuttgarter ihre Optionen auf VW-Aktien abgewertet hatten, um diese besser verkaufen zu können.
VW-Chef Martin Winterkorn sieht bei der Eingliederung von Porsche noch Schwierigkeiten zu überwinden. Winterkorn sagte am Mittwoch in Stuttgart bei der Bilanzpressekonferenz der Porsche-Holding: Vor uns liegt eine längere Wegstrecke. Und auf diesem Weg gilt es sicherlich noch einige Hürden zu nehmen. Der Integrationsprozess erfordere Disziplin, Kooperationsbereitschaft und harte, konzentrierte Arbeit von allen.
Porsche wird auch im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 (31. Juli) nicht aus den roten Zahlen herauskommen. Grund dafür ist die voraussichtliche Entkonsolidierung des knapp 51-prozentigen Anteils an VW und eines Anteils von knapp 50 Prozent an der Porsche AG, wie der neue Finanzchef der Porsche SE, Hans Dieter Pötsch, in Stuttgart sagte. Diese strukturellen Änderungen im Porsche-SE-Konzernabschluss würden nach heutigem Kenntnisstand im Saldo zu einem Verlust im niedrigen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich führen, sagte der Manager, der gleichzeitig die Finanzen von VW verantwortet.
Im Vorjahr hatte die Porsche-Dachgesellschaft dank der Beteiligung an Europas größtem Autobauer VW noch einen Rekordgewinn von 6,4 Milliarden Euro verbucht. Im operativen Autogeschäft schrumpfte das Ergebnis im Jahresvergleich von rund einer Milliarde Euro auf 700 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Einen konkreten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr legte Porsche nicht vor.
In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei der Absatz erneut geschrumpft, teilte Porsche mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verkauften die Schwaben mit 75.238 Sport- und Geländewagen 24 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz der Porsche AG ging um zwölf Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zurück.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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