14. Juni 2008 Der Medienunternehmer Leo Kirch stößt bei seiner geplanten Rückkehr ins Geschäft mit der Fußball-Bundesliga auf Widerstand des Bundeskartellamts. Nach Informationen der F.A.Z. aus Branchenkreisen beanstanden die Bonner Wettbewerbshüter potentielle Interessenkonflikte Kirchs.
Der 81 Jahre alte Medienunternehmer will einerseits mit seiner neuen Agentur Sirius der Deutschen Fußball Liga (DFL) beim Verkauf der Fernsehrechte ab Sommer 2009 helfen. Andererseits sind Unternehmen aus dem Einflussbereich Kirchs potentielle Interessenten für diese. Der Verkauf der Fernsehrechte liegt wegen der Untersuchung der Behörde seit Monaten auf Eis.
Doppelrolle könnte Wettbewerb verzerren
Die Doppelrolle von Kirch könnte nach Einschätzung des Kartellamts zu einer Wettbewerbsverzerrung bei der anstehenden Rechteauktion führen. So ist Kirch über seine Holdinggesellschaft KF 15 Großaktionär des Münchner Medienunternehmens EM.Sport, das wiederum den Spartensender Deutsches Sport Fernsehen (DSF) kontrolliert. Das DSF berichtet in seinem Programm über die zweite Bundesliga.
Auch die Pläne von Kirch und DFL, Bezahlsendern wie Premiere nur noch fertig produzierte Spielübertragungen zu verkaufen, stoßen auf den Widerstand des Kartellamts. Die Zentralvermarktung der Fußballrechte wird dagegen von den Marktaufsehern wie erwartet im Grundsatz nicht angegriffen. Von der Behörde und der DFL war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten. Ein Kirch-Sprecher sagte, es gebe weiterhin "konstruktive Gespräche".
Trennt sich die DFL von Kirch?
Das Kartellamt hat seine Bedenken Vertretern von Kirch und der DFL vergangene Woche bei einem Treffen in Bonn deutlich gemacht. Kirch und DFL haben der Behörde bisher noch keine endgültigen Lösungsvorschläge unterbreitet. Die Einwände wegen eines Interessenkonflikts könnte Kirch zum Beispiel ausräumen, indem er sich von seiner Beteiligung an EM.Sport in Höhe von 17,1 Prozent trennt. Das lehnt er jedoch ab.
Mittlerweile machen in der Branche zunehmend Spekulationen die Runde, dass sich die DFL wegen der wettbewerbsrechtlichen Querelen von ihrem Partner Kirch trennen könnte. Die DFL und Kirch hatten im vergangenen Oktober überraschend angekündigt, die Bundesligarechte gemeinsam vermarkten zu wollen. Kirch sagte den Vereinen dabei Garantieeinnahmen aus den Fernsehrechten für die nächsten sechs Jahre von drei Milliarden Euro zu.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp
„Deutschland ist besser gerüstet als ![]()
Obama will mit Konjunkturprogramm 2,5 Millionen Jobs schaffen
Düsteres Zukunftsbild: Merkel erwartet ein Jahr schlechter Nachrichten
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.127,41 | -2,20 |
| TecDax | 432,48 | +0,23 |
| DowJones | 8.046,42 | +6,54 |
| Nasdaq | 1.384,35 | +5,18 |
| STOXX 50 | 2.165,91 | -2,70 |
| Nikkei 225 | 7.910,79 | +2,70 |
| S&P 500 Zert. | 7,72 | -3,26 |
| Euro/Dollar | 1,26 | -0,07 |
| Bund Future | 120,75 | -0,58 |
| Gold | 799,25 | +0,00 |
| Öl | 48,25 | -1,65 |