Luftfahrt

Airbus-Betriebsrat lehnt Werksverkäufe nicht mehr ab

Video in voller Größe

11. Juli 2007 Der Airbus-Gesamtbetriebsrat hat sich für eine nationale Lösung beim geplanten Verkauf von drei Airbus-Werken in Deutschland ausgesprochen. Die Arbeitnehmervertreter stellten sich darauf ein, dass ein Verkauf nicht zu verhindern ist, es sollte aber ein starker deutscher Partner sein, sagte Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Lütjen am Dienstagabend vor dem Luftfahrt-Presse-Club in Hamburg.

Voraussetzung sei, dass Airbus endlich seine Konzepte über die künftige Auslastung und Investitionen für diese Standorte offen legt. „Wir möchten eine deutsche Lösung in einer Hand.“ Das Airbus-Sparprogramm Power8 sieht neben dem Abbau von 10.000 Verwaltungsstellen unter anderem auch den Verkauf von Werken in Deutschland und an anderen ausländischen Standorten vor.

Laupheim, Varel und Nordenham

In Deutschland stehen das Werk Laupheim in Baden-Württemberg sowie in Niedersachsen Varel sowie Nordenham zur Disposition. Der Flugzeughersteller will die Werke mit insgesamt 4700 Beschäftigten im Rahmen seines Sparprogramms verkaufen. „Power8“ sieht Kostensenkungen von 2,1 Milliarden Euro jährlich vor.

Auch die Bundesregierung favorisiert den Verkauf der hiesigen betroffenen Werke an deutsche Firmen. Dafür hatte sich Luftfahrtkoordinator Peter Hintze (CDU) ausgesprochen. Schließlich sei Airbus Nutznießer der Aufstockung von Forschungsgeldern im Luftfahrtbereich, hatte er erklärt.

Realistisch sein

Horst Niehus, Betriebsratschef des Standortes Hamburg und Co-Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats, betonte: „Nach wie vor halten wir den Verkauf für Unsinn.“ Man müsse aber realistisch sein. Es gehe darum, eine zukunftsfähige Lösung zu finden. An diesem Mittwoch will die IG Metall zusammen mit dem Airbus-Betriebsrat in Hamburg eine erste Zwischenbilanz zum Power8-Programm ziehen.

Protestierende Mitarbeiter des Werkes Laupheim

Protestierende Mitarbeiter des Werkes Laupheim

Inzwischen sollen mehr als ein Dutzend Unternehmen Interesse an den Werken angemeldet haben. Zu den Interessenten zählen auch Diehl (Nürnberg), EDAG (Hamburg), Kaefer (Bremen), die MT Aerospace (Augsburg) und die frühere Boeing-Tochter Spirit.

Große Verunsicherung

Auftragsflut, Produktionshochlauf, neue Montage in China, das weitere großes Flugzeugprojekt A350, Sparprogramm und Neuorganisation ­ nach Auffassung von Gesamtbetriebsratschef Lütjen hat sich Airbus zu viel vorgenommen. Es fehlten die Konzepte für die Umsetzung des Sparprogramms und auch die konkrete Definition, welche Verwaltungsstellen nun wegfallen sollen, kritisierte Lütjen. In Deutschland sollen es allein 3455 Stellen, am Standort Hamburg 2317 sein.

„Die Hängepartie dauert seit Monaten. Das ist schon einmalig.“ Die Verunsicherung sei groß. „Das Vertrauen ist weg.“ Airbus müsse aber den Produktionshochlauf für den Airbus A380 bewältigen. Einige hundert Mitarbeiter würden dafür noch eingestellt. Beim A380 stehe 2008 ein „richtiger Kraftakt“ bevor.



Text: dpa
Bildmaterial: dpa, reuters

 
Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 4.127,41 -2,20
TecDax 432,48 +0,23
DowJones 8.046,42 +6,54
Nasdaq 1.384,35 +5,18
STOXX 50 2.165,91 -2,70
Nikkei 225 7.910,79 +2,70
S&P 500 Zert. 7,72 -3,26
Euro/Dollar 1,26 -0,07
Bund Future 120,75 -0,58
Gold 799,25 +0,00
Öl 48,25 -1,65
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche