28. Februar 2008 Die Deutsche Telekom hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch verzeichnet. Wegen der Belastungen für den Personalumbau sowie einer höheren Steuerlast brach der Überschuss im Gesamtjahr um 82 Prozent von 3,2 Milliarden auf 569 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte. Dennoch will die Telekom pro Aktie 0,78 Euro zahlen (Vorjahr: 0,72 Euro). Insgesamt beläuft sich die Dividende damit auf 3,4 Milliarden Euro. Rund eine Milliarde Euro fließt davon an den Hauptaktionär Bund. Der Konzern orientiert sich bei der Höhe der Ausschüttung nach eigenen Angaben am freien Kapitalfluss (free Cash flow).
Die Telekom hat 2007 ihre eigenen Finanzziele leicht übertroffen. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag 2007 mit 19,3 Milliarden Euro zwar um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Ziel hatte die Telekom aber rund 19 Milliarden Euro ausgegeben. Umsatztreiber war vor allem der Mobilfunk, besonders in den Vereinigten Staaten. T-Mobile USA soll im laufenden Jahr drei Millionen Kunden neu unter Vertrag nehmen.
Sparen, sparen, sparen
Die Einsparungen übertrafen mit 2,3 Milliarden Euro die von Telekom-Chef Rene Obermann für 2007 ausgegebenen Kostensenkungen von zwei Milliarden Euro deutlich. Das Unternehmen lotet weitere Einsparmöglichkeiten aus. Sollten sich weitere Potenziale ergeben, werden wir sie nutzen, sagte Vorstandschef René Obermann am Donnerstag in Bonn. Der Konzern will bis zum Jahr 2010 die Kosten um 4,7 Milliarden Euro senken, wobei im vergangenen Jahr bereits rund die Hälfte realisiert wurde. Rund 40 Prozent sollen durch den Abbau von Arbeitsplätzen gestemmt werden. Neben einer Frühpensionierung von Beamten läuft ein Stellenabbau-Programm, das bis zum Jahresende den Wegfall von 32.000 Stellen vorsieht.
Auch die frei verfügbaren Mittel lagen mit 6,6 Milliarden Euro leicht über den angepeilten rund 6,5 Milliarden Euro. Für 2008 geht der Telekomriese weiter davon aus, bei operativem Gewinn und Free Cash Flow im Vergleich zum abgelaufenen Jahr nicht weiter wachsen zu können. Grund seien Investitionen, wie der Ausbau des Mobilfunknetzes in den Vereinigten Staaten sowie Kosten für das Breitbandangebot im Inland, mit denen sich die Telekom gegen die wachsende Konkurrenz behaupten will. Allerdings sind die Prognosen jetzt leicht höher, weil die Finanzkennzahlen 2007 besser als gedacht ausfielen.
Wachstum nur im Mobilfunk
Das Weihnachtsquartal zeigte ein gemischtes Bild. Nur das Mobilfunkgeschäft verhinderte einen stärkeren Umsatzrückgang im vierten Quartal. Die Erlöse im Konzern gingen von Oktober bis Dezember um 0,6 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte Ebitda stieg hingegen um 1,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Die Zahlen lagen damit im Rahmen der Analystenprognosen. Unter dem Strich verblieb im Schlussquartal ein Verlust von 757 Millionen Euro.
Das Mobilfunkgeschäft legte im vierten Quartal um 4,4 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zu, verlor jedoch beim bereinigten Ebitda 2,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Federn ließen erneut das Breitband/Festnetzgeschäft (T-Home) sowie die Geschäftskundensparte T-Systems, die wegen des harten Wettbewerbs am Heimatmarkt beim Umsatz 8,8 und 6,5 Prozent einbüßten. Während T-Home das bereinigte Ebitda jedoch leicht verbessern konnte, brach der operative Gewinn bei T-Systems um 15,8 Prozent auf 230 Millionen Euro ein.
Die Zahl der Telekom-Mitarbeiter sank um 3 Prozent auf rund 241.000.
Text: FAZ.NET mit Material von AP, dpa, Reuters
Bildmaterial: AP, dpa
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