Von Frank Boris Schmidt, Genf
04. März 2008 Der japanische Automobilhersteller Mitsubishi Motors Corp. (MMC) hat 2007 deutlich mehr Autos verkauft als im Jahr zuvor. Wie Europa-Chef Tim Tozer in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte, habe der Absatz in Europa um neun Prozent auf 270.000 Einheiten zugelegt. Der Umsatz habe ungefähr fünf Milliarden Euro betragen, und man habe der japanischen Muttergesellschaft einen Gewinn von etwa 280 Millionen Euro zukommen lassen können.
Trotz des guten Ergebnisses und der allgemein erfreulichen Entwicklung von Mitsubishi Motors, die mancher dem Unternehmen nach der Kappung der Bande zu Daimler nicht zugetraut habe, bleibe noch viel zu tun. Vor allem in den westeuropäischen Märkten müsse Mitsubishi besser werden als bisher und die Händlernetze enger knüpfen. So habe man in einem so wichtigen Absatzmarkt wie etwa Frankreich nur eine Marktabdeckung von 70 Prozent. Das sei zu wenig.
Entwicklung des Elektroautos hat Priorität
Auch in Deutschland gebe es im Händlernetz noch Löcher, vor allem in großen Städten sei man bislang unterrepräsentiert. Russland und die Ukraine gehören künftig nicht mehr in die Zuständigkeit von Mitsubishi Europa. Die beiden Märkte werden nun direkt von Japan aus gesteuert. Bereinigt ergebe sich so ein Absatz von 200.000 Autos, dieses Ergebnis will Tozer in den kommenden drei Jahren auf mindestens 230.000 Einheiten steigern.
Tozer kündigte an, dass Mitsubishi Motors seine Entwicklungskapazitäten weiterhin auf das Elektroauto konzentriere. Der kleine Mitsubishi i-eV, der vier Personen Platz bieten könne, werde noch im Jahr 2009 als reguläres Modell in Japan auf den Markt kommen. Später erfolge auch ein Export nach Europa. Zu Preisen für das Elektroauto konnte Tozer noch nichts sagen. Die Reichweite beträgt mit vollen Batterien 160 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit liege um den Wert von 130 Kilometer je Stunde. Der Energiespeicher lässt sich im schnellen, sogenannten Quick-Charge-Modus in einer halben Stunde auf bis zu 80 Prozent der Höchstleistung aufladen. An der Steckdose in der heimatlichen Garage dauert das Laden etwa sieben Stunden.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS
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