Landesbanken

Sachsen LB heißt jetzt Sachsen Bank

Von Christian Geinitz

27. März 2008 Obwohl die Sächsische Landesbank formal gerettet worden ist, verschwindet sie nun doch aus dem Handelsregister. Unter dem neuen Namen Sachsen Bank wird das Institut vom 1. April an in stark verkleinerter Form nur noch mittelständische Geschäftskunden und vermögende Privatkunden betreuen. Wie der Käufer der ehemaligen Sachsen LB, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), weiter mitteilte, werden alle anderen Aktivitäten auf eine neue LBBW-Niederlassung in Leipzig übertragen. Zu diesen Aufgaben zählten die Zentralbankfunktion für die Sparkassen, die Finanzmarktaktivitäten sowie alle überregionalen Geschäfte, etwa mit Immobilien oder Exportfinanzierungen.

In der Sachsen Bank gehen den Angaben zufolge die Filialen der BW-Bank in Leipzig, Dresden und Halle auf; die BW-Bank ist die Tochtergesellschaft der LBBW für Privat- und Unternehmenskunden. Das neue Institut hat nur rund 80 Mitarbeiter, 40 davon stellt die BW-Bank. Die Bilanzsumme wird mit 10 Milliarden Euro angegeben. Die Sachsen LB brachte es auf 70 Milliarden Euro und rund 360 Mitarbeiter. Der Großteil davon wechselt nun in die neue LBBW-Niederlassung.

Weitere 240 Mitarbeiter arbeiten bisher noch in Konzerngesellschaften, über deren Zukunft noch nicht entschieden worden sei. Es würden aber keine Stellen abgebaut. Anzunehmen ist, dass zumindest die Sachsen LB Europe in Dublin aufgelöst wird. Ihre außerbilanziellen Geschäfte hatten die Bank in eine existenzbedrohende Krise geführt, die im Notverkauf an die LBBW mündete.

„Die Sachsen Bank ist nicht belastet durch die Vergangenheit“

Der Vorstandsvorsitzende der Sachsen LB und der künftigen Sachsen Bank, Harald Pfab, kündigte an, dass die neue Mittelstandsbank sofort Gewinne erwirtschaften werde und dass man „zweistellig“ wachsen wolle. „Die Sachsen Bank ist nicht belastet durch die Vergangenheit.“ Schon bisher seien Sachsen LB und BW-Bank in der Mittelstandsfinanzierung sehr erfolgreich gewesen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gebe es 1300 Unternehmen mit mehr als 10 Millionen Euro Umsatz, die als Kunden in Frage kämen. 20 Prozent dieser Klientel seien schon Kunden. Zudem strebe die neue Bank Geschäfte in Polen und Tschechien an.

Der Vorstandsvorsitzende der LBBW, Siegfried Jaschinski, sagte, man lege großen Wert auf die Eigenständigkeit der Sachsen Bank. „Wir sehen Zukunft in Sachsen.“ Als „Anstalt in der Anstalt“ sei die Bank zwar rechtlich unselbständig, sie verfüge aber über einen eigenen Vorstand und treffe eigene Entscheidungen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp

 
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