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Ohne Stromnetz liefert die Eon-Aktie mehr Energie

Eon besitzt rund 10.000 Kilometer Hoch- und Höchstspannungsleitungen

Eon besitzt rund 10.000 Kilometer Hoch- und Höchstspannungsleitungen

04. März 2008 Eon ist ein extrem gut geführtes Unternehmen. Das werden die Bilanzzahlen am kommenden Donnerstag erneut zeigen. Das belegt auch die Debatte um den Verkauf des Eon-Stromnetzes. Denn nach allen vorliegenden Informationen ist die Weiterleitung von Strom ein schlechtes Geschäft.

Höchstens die magere Rendite einer Bundesanleihe ist dabei drin, also knapp vier Prozent. Das mag interessant sein für ein Unternehmen, das wenig Risiko haben will. Doch Eon-Aktionäre verlangen völlig zu Recht mehr - und das hat Eon-Chef Wulf Bernotat in den vergangenen Jahren auch immer geliefert.

Sonst wäre der Eon-Kurs nicht wie am Strich gezogen dermaßen geradlinig in die Höhe gegangenen. Auch die Börsenkrise in diesem Jahr hat dem Kurs von Eon wenig ausgemacht. Der mittelfristige Aufwärtstrend ist seit fünf Jahren intakt.

Dies ist ebenfalls ein Zeichen großer Stärke. Und mittelfristig sollte es sich ebenfalls positiv auf die Aktie auswirken, wenn Eon mit den Stromnetzen ein Geschäft los wird, das kaum Rendite abwirft, aber in den kommenden Jahren Milliarden-Investitionen erfordert. Da wäre es wesentlich lukrativer in weitere Kraftwerke zu investieren. Denn eines dürfte klar sein: Der Energiebedarf auf der Welt wird weiter steigen - und damit auch die Strompreise.

Streit um das Stromnetz

Die Bundesnetzagentur hat sich gegen einen Einstieg des Staates beim deutschen Stromnetz ausgesprochen. „Der Ruf nach dem Staat ist nicht notwendig“, sagte der Chef der für den Wettbewerb zwischen den Stromanbietern zuständigen Behörde, Matthias Kurth, der „Financial Times Deutschland“ vom Dienstag. „Wir können die Balance zwischen den Notwendigkeiten einer sicheren Stromversorgung, den notwendigen Investitionen und dem Einsatz von privatem Kapital halten.“ Die wirtschaftspolitische Strategie der vergangenen Jahre, privates Kapital auch für die Infrastruktur zu mobilisieren, sei richtig. „Die Erfahrungen im Telekommunikationsbereich zeigen, dass privates Kapital helfen kann, die Effizienz zu erhöhen“, sagte Kurth.

„Die gesetzlichen Vorschriften und unsere Regulierung werden sicher stellen, dass die Stromversorgung auch bei einem Eigentümerwechsel des Netzes sicher bleibt“, sagte Kurth mit Blick auf private Netzkäufer. Der Eon-Konzern hatte in der vergangenen Woche auf Druck der EU-Kommission überraschend den Verkauf seines Hochspannungs-Stromnetzes in Deutschland angekündigt. Dadurch wurde ein Streit um die künftige Rolle des Staates bei der Stromversorgung ausgelöst. Eon-Chef Wulf Bernotat brachte in diesem Zusammenhang die Schaffung einer Netz AG ins Spiel, an der sich auch der Staat als Investor beteiligen könnte.

Auch der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze (CDU), lehnte einen Kauf von Stromnetz-Anteilen durch den Staat ab. „Im innereuropäischen Vergleich ist Deutschland das Land mit der höchsten Stromversorgungssicherheit“, sagte Hintze im Deutschlandradio Kultur. Zugleich lägen die Gebühren für die Durchleitung des Stroms durch das Netz unter dem internationalen Durchschnitt. Der staatliche Rechtsrahmen sei ausreichend dafür, dass die Sicherheit bei der Stromversorgung gesichert bleibe.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @stt
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS, F.A.Z.

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