Lufthansa-Personalvorstand Lauer

Ein Moderator sucht nach Lösungen

Moderieren ist seine Stärke, doch das reicht in diesem Tarifstreit nicht. Stefan Lauer, Personalvorstand der Deutschen Lufthansa, hat sich mit seinem Vorschlag für eine neutralen Schlichter nicht durchgesetzt. Jetzt also wieder ein Streik. Von Hans-Christoph Noack

Lesermeinungen zum Beitrag

25. Juli 2008 15:23

Herr Lauer, wir sind schlauer!

Robert Revet (RobR)

Lufthansa-Vorstand Lauer scheint die Rechenfähigkeiten seiner Mitarbeiter nicht sehr hoch einzuschätzen. <Die Forderung von Verdi mit 9,8 Prozent hat er mit einem Angebot von 6,7 Prozent für die Bodenmitarbeiter beantwortet.> Diesen Satz kann man nicht so stehen lassen. Ver.di fordert 9,8% bei einer Laufzeit von 12 Monate, Herr Lauer bietet für das erste Jahr lediglich 4,6% und dann noch 2,1% für die Periode vom 1.7.2009 bis Ende Februar 2010. Übers Jahr gerechnet sind das ja keine 6,7 Prozent sondern gerade mal einen besseren Inflationsausgleich. Die vom Vorstand angeführte Gründe gegen einen realen Gehaltszuwachs sind eine alte Leier: In 2001 war es der erste Golfkrieg, dann folgte 9/11, der zweite Golfkrieg, die SARS-Welle in China, jetzt ist es der Ölpreis und nächstes Mal vielleicht unerwartete Probleme bei der Einführung des A380. Und wenn die sich reibungslos vonstatten geht, spätestens bei den nächsten Tarifverhandlungen lässt sich etwas finden. Gerade die Bodenmitarbeiter haben jahrzehntelang zurückgesteckt. Zweimal hintereinander hat das Unternehmen ein absolutes Rekordergebnis erzielt. Wenn dann immer noch kein Spielraum für reale Einkommenszuwächse da sind, wann bitte schön soll es dann gehen?

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25. Juli 2008 14:52

Englischer Krankheit

Wolf Blank (FlightLevel370)

Selbst als unmittelbar Betroffener unter den Lufthansa Regional-Piloten wirkt die Begriffsklärung durchaus schlüssig. In der Tat wird es Stefan Lauers Herzensangelegenheit sein, der Machtausbreitung der Vereinigung Cockpit nicht allzu großen Spielraum zu geben. Beobachtet man die jahrelangen Tarifstreitigkeiten bei Eurowings und Cityline mit dem Wissen eines Insiders, wird offensichtlich, daß sich die Produktivität und Arbeitsleistung seit Jahren in einem starkem Aufwärtstrend befindet wie wohl kaum irgendwo sonst im Konzern! Stenges Einhalten der von Lufthansa maßgeschneiderten Verfahren, hohes persönliches Engagement der Mitarbeiter, die Nutzung intensiver Schulungsangebote und eine kompromisslose Sicherheitspolitik inklusive zahlreicher Fluganalysesysteme haben dazu geführt, daß im LH-Regionalbereich eine industrieweit vorbildliche Qualität erreicht wird. In der Tarifpolitik wird uns Piloten hingegen vorgeschrieben, daß wir unsere Nasen auf dem Niveau eines besseren "Feld-, Wald- und Wiesenfliegers" zu tragen haben - objektiv fehlt dafür die Begründung. Mag man mit dem Hinweis auf die "E.K." den Finger auch in eine sich öffnende Wunde gelegt haben; einen Ansporn für sein engagiertes Personal bietet Lauer bisher nicht.

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