Luftfahrtindustrie

Verkauf von drei Airbus-Werken gescheitert

27. März 2008 Die Verhandlungen über den Verkauf der Airbus- und EADS-Werke in Varel, Nordenham und Augsburg mit rund 6800 Beschäftigten sind gescheitert. Dies bestätigten am Donnerstag ein EADS-Sprecher und das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB Technology.

Die Verhandlungen waren mit dem amerikanische Finanzinvestor Cerberus gemeinsam mit der Bremer OHB geführt worden. Noch Mitte März hatte der Vorstandsvorsitzende des Bremer Unternehmens Marco R. Fuchs von sehr konstruktiven Verhandlungen und guten Fortschritten gesprochen. In den vergangenen Tagen war jedoch immer über ein Scheitern der Gespräche spekuliert worden.

Trotz intensiver Verhandlungen sei keine „akzeptable industrielle und finanzielle Lösung gefunden worden“, sagte ein EADS-Sprecher. OHB wollte zunächst keine näheren Angaben machen und bestätigte nur das Scheitern der Gespräche.

Airbus will jetzt andere Lösungen suchen

Es sei immer das Ziel gewesen, die Zukunft der Werke mit einem starken Partner zu sichern, sagte Airbus-Chef Tom Enders. Mit dem Partner sollten die Technologien, Entwicklungskosten und Investitionen geteilt werden, und der Partner sollte Arbeiten zu wettbewerbsfähigen Preisen übernehmen. Mit OHB sei dieses Ziel nicht zu erreichen gewesen.

Airbus will jetzt andere Lösungen für die Werke suchen und gleichzeitig mit der Ausgliederung der Fertigungsstätten fortfahren. Die Verhandlungen über den Teilverkauf des britischen Werks in Filton, die Partnersuche für die französischen Standorte Meaulte und Saint Nazaire-Ville sowie die Bemühungen um den Verkauf von Laupheim würden fortgesetzt.

Schwierige Marktbedingungen

Die Volatilität am Finanzmarkt und der schwache Dollarkurs hätten jedoch zu schwierigen Marktbedingungen geführt, die kontraproduktiv für eine reibungslose Umsetzung des Plans seien, teilte der Airbus-Chef weiter mit.

Airbus müsse deshalb verschiedene Wege oder auch Zwischenschritte prüfen, um das weiterhin geltende Ziel einer Abgabe der Werke zu erreichen. Es gebe keinen Weg zurück, sagte Enders. Airbus werde nun alle Investitionen vornehmen, die für eine pünktliche Fertigstellung des geplanten Flugzeugs A350 notwendig seien.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp

 
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