07. Oktober 2008 Die VW-Aktie schlägt weiter Kapriolen an der Börse. Am Dienstag legte der Kurs der Stammaktie bei gewaltigen Umsätzen zeitweise um 55 Prozent auf 452 Euro zu. Das war der höchste Wert, den diese Aktie jemals erreicht hat. Im Verlauf des Tages gab der Kurs aber wieder deutlich nach. Zum Handelsschluss notierte die Aktie sogar mit einem Verlust von 1,8 Prozent bei 287 Euro. Einen erkennbaren Anlass für den überaus ungewöhnlichen Kurssprung von Europas größtem Automobilkonzern gab es nicht.
Das Ganze ist ein Mysterium. Die besten Sales-Teams aller Banken rätseln, was da los ist. Aber keiner kann das Rätsel lösen, hieß es in VW-Kreisen. Großaktionär Porsche teilte mit, man habe außerbörslich ein kleines Aktienpaket erworben. Dabei dürfte es sich um weniger als 3 Prozent handeln. Bisher hielt Porsche 35 Prozent an VW.
Analysten raten zum Verkauf der Aktie
Die VW-Börsenbewertung von fast 100 Milliarden Euro hat schon längst nichts mehr mit dem fundamental nachvollziehbaren Wert des Automobilkonzerns zu tun. Daher raten 31 von 39 Analysten zum Verkauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel aller Analysten beträgt 144 Euro. Trotzdem ist der Kurs seit Jahresbeginn um 87 Prozent gestiegen. Das am plausibelsten erscheinende Gerücht über die Gründe dafür lautet: Porsche will seinen Anteil an VW auf etwas über 50 Prozent erhöhen. Die dazu erforderlichen Aktien hat sich Porsche zu deutlich günstigeren Konditionen über Optionen längst gesichert.
Porsches Vertragspartner, also die Banken, haben sich zur eigenen Absicherung mit VW-Aktien eingedeckt, diese aber an Dritte (zum Beispiel Hedge-Fonds) weiterverliehen, um eine entsprechende Leihgebühr einzustreichen. Angeheizt von der offenkundigen Überbewertung des VW-Konzerns, wetteten die Hedge-Fonds auf fallende Kurse: Sie hofften also, die geliehenen und sogleich verkauften Aktien später zu einem niedrigeren Kurs wieder einsammeln und zurückgeben zu können. Doch diese Rechnung ging nicht auf. Irgendwann mussten und müssen sie aber dennoch die Aktien kaufen, damit die Banken ihre Optionsgeschäfte mit Porsche plangemäß abwickeln können.
Zusätzlich wurde und wird der Kurs offenbar durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers nach oben getrieben. Dieser Investmentbank haben die Banken angeblich besonders viele VW-Aktien geliehen. Doch nun fällt Lehman als Vertragspartner weg. Die große Nachfrage dürfte erst dann wieder nachlassen, wenn Porsche alle Optionen eingelöst hat. Dann geht die Luft aus der VW-Aktie, heißt es im Markt. Sollte Porsche allerdings schon jetzt auf eine Dreiviertelmehrheit hinarbeiten, könnte der VW-Höhenflug noch längere Zeit weitergehen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: F.A.Z.
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.127,41 | -2,20 |
| TecDax | 432,48 | +0,23 |
| DowJones | 8.046,42 | +6,54 |
| Nasdaq | 1.384,35 | +5,18 |
| STOXX 50 | 2.165,91 | -2,70 |
| Nikkei 225 | 7.910,79 | +2,70 |
| S&P 500 Zert. | 7,72 | -3,26 |
| Euro/Dollar | 1,26 | -0,07 |
| Bund Future | 120,75 | -0,58 |
| Gold | 799,25 | +0,00 |
| Öl | 48,25 | -1,65 |