Airbus-Sanierung

Glos bleibt auf Konfrontationskurs zu EADS

05. Februar 2007 Die Bundesregierung hat Aussagen von Wirtschaftsminister Michael Glos im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen bei Airbus relativiert. Glos hatte gesagt, es werde überprüft, dem Airbus-Mutterkonzern EADS Rüstungsaufträgen zu entziehen, sollten wesentliche Teile der Airbus-Produktion nach Frankreich verlagert werden.

Zu Glos' Äußerung sagte Steg, der Minister sei hier „ein bisschen überinterpretiert worden“. „Wir machen deutsche Interessen deutlich, aber wir drohen nicht“, unterstrich Steg. Die Verantwortlichen beim Airbus-Mutterkonzern EADS wüssten sehr genau, was sie an Deutschland haben.

Glos selbst sagte am Montag: „Wir kämpfen mit allen Möglichkeiten, die wir haben“. Zu seiner Drohung, Rüstungsaufträge an EADS zu stornieren, falls übermäßig Arbeitsplätze im Rahmen des Sanierungsprogramms abgebaut würden, erläuterte er: „Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass es uns ernst ist, um die Arbeitsplätze bei EADS zu kämpfen“. Es gehe darum, dass Zukunftstechnologien im Land gehalten würden. Zwar müsse Deutschland seinen Beitrag zum Sparprogramm leisten. Es müsse aber verhindert werden, dass moderner Flugzeugbau ins Ausland verlagert werde.

„Anpassungen und Umstrukturierungen“

„Wir bestehen darauf, dass Deutschland als Hochtechnologie-Standort von Airbus - insbesondere im Rumpfbau - bestehen bleibt“, hatte der Bundeswirtschaftsminister der „Bild am Sonntag“ gesagt. „Sollte das nicht der Fall sein, so müsste Deutschland seine Rüstungsaufträge bei der Airbus-Konzernmutter EADS überprüfen“, wurde er zitiert. „Den jetzt geplanten Abbau von Arbeitsplätzen und Hochtechnologie in Deutschland lassen wir uns unter keinen Umständen gefallen“, kündigte er an.

Bei der Sanierung des Airbus-Konzerns hält die Bundesregierung „Anpassungen und Umstrukturierungen“ für erforderlich, mahnt aber eine faire Lastenverteilung zwischen den einzelnen Standorten an. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte am Montag in Berlin, die Sanierung von Airbus sei mit Einschnitten verbunden. Allerdings müssten diese nachvollziehbar, transparent und fair verteilt sein. Notwendig sei zudem eine kritische Aufarbeitung von Managementfehlern. Die Schwierigkeiten seien nicht entstanden, weil „Beschäftigte ihre Kaffeepause überzogen haben“.

„Intensive Gespräche“

Steg unterstrich, dass alle Vertreter der Bundesregierung in „intensiven“ Gesprächen die deutschen Interessen einbringen. Bis zur Vorstellung des Sanierungskonzeptes werde die deutsche Seite ihren Einfluss geltend machen. Deutschland wolle seine Bedeutung angemessen gewürdigt sehen. Diese Interessen habe auch Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) am Wochenende deutlich gemacht.

Nicht bestätigen wollte Steg, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 13. Februar mit Konzernchef Louis Gallois treffen wird. Bisher sei kein Gespräch zwischen Merkel und Gallois vereinbart. Sollte dies der Fall sein, werde man es vorher nicht ankündigen.

Glos selbst sagte am Montag: „Wir kämpfen mit allen Möglichkeiten, die wir haben“. Zu seiner Drohung, Rüstungsaufträge an EADS zu stornieren, falls übermäßig Arbeitsplätze im Rahmen des Sanierungsprogramms abgebaut würden, erläuterte er: „Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass es uns ernst ist, um die Arbeitsplätze bei EADS zu kämpfen“, sagte er dazu. Es gehe darum, dass Zukunftstechnologien im Land gehalten würden. Zwar müsse Deutschland seinen Beitrag zum Sparprogramm leisten. Es müsse aber verhindert werden, dass moderner Flugzeugbau ins Ausland verlagert werde.



Text: FAZ.NET mit Material von ddp/Dow Jones/Reuters
Bildmaterial: ddp

 
Kursabfrage 
NamePunkteProzent
Dax 6.324,34 +3,21
TecDax 787,58 +3,47
DowJones 11.220,96 +0,29
Nasdaq 2.255,88 -0,14
STOXX 50 3.311,05 +3,93
Nikkei 225 12.624,46 +3,38
S&P 500 Zert. 12,28 -3,08
Euro/Dollar 1,42 -1,25
Bund Future 114,77 -0,44
Gold 806,20 +0,42
Öl 104,17 -3,09
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche