12. September 2007 Die nach Fehlspekulationen angeschlagene WestLB und die BayernLB sollen nach dem Willen der beiden unionsgeführten Landesregierungen näher zusammenrücken. Die Ministerpräsidenten von Bayern und Nordrhein-Westfalen, Edmund Stoiber (CSU) und Jürgen Rüttgers (CDU), treten nach Angaben der NRW-Landesregierung für eine engere Zusammenarbeit der Institute ein.
Beide Ministerpräsidenten hätten bei einem Treffen am Mittwoch ihre Finanzminister beauftragt, Sondierungsgespräche über eine Kooperation zwischen den beiden Geldhäusern unter Berücksichtigung der Entwicklung der Landesbankenlandschaft in Deutschland aufzunehmen.
Rüttgers auf Käufersuche
BayernLB und WestLB wollten die Erklärung nicht kommentieren und verwiesen auf ihre Eigentümer. Der Westfälisch-Lippische Sparkassen- und Giroverband (WLSGV) als Anteilseigner der WestLB wollte sich auch nicht äußern - erst am Donnerstag wollen die Anteilseigner der WestLB in Düsseldorf beraten. WLSGV-Chef Rolf Gerlach erwartet dann Informationen von der Landesregierung: Wir werden uns gegebenenfalls nach dem Eigentümergespräch äußern, wenn (NRW-Finanzminister Helmut) Linssen uns den Hintergrund dieser Initiative erläutert hat. Gerlach ist Aufsichtsratschef der WestLB.
Rüttgers sucht derzeit einen Käufer für den rund 38-prozentigen Landesanteil an der WestLB. Die beiden anderen Mehrheitseigentümer - der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV) und der WLSGV - plädieren für ein Zusammengehen der WestLB mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dadurch würde die LBBW ihren Vorsprung unter den Landesbanken deutlich ausbauen.
Partnerschaftliche Erarbeitung gemeinschaftlicher Lösungen
Die BayernLB hatte sich bereits vergangene Woche als potentieller Partner für die WestLB in Spiel gebracht. Das Institut denke zwar nicht an eine Übernahme der Düsseldorfer Landesbank, in Betracht komme aber eine partnerschaftliche Erarbeitung von gemeinschaftlichen Lösungen, hatten die Münchener mitgeteilt.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) präferiert eine Fusion von WestLB und LBBW. Wir sind aber auch für jegliche andere Bewegungen offen, sagte ein Verbandssprecher am Mittwoch. Wichtig sei das Zusammenrücken der Landesbanken. In Deutschland gibt es noch sieben eigenständige Landesbanken. Die LBBW hatte erst kürzlich die wegen der amerikanischen Hypothekenkrise in Schieflage geratene SachsenLB geschluckt.
NRW-Finanzminister Linssen (CDU) hatte die Investmentbank Citibank eingeschaltet, um sämtliche Optionen für die WestLB prüfen zu lassen. Unter anderem sind Finanzkreisen zufolge die Finanzinvestoren J.C. Flowers und Cerberus im Gespräch mit der Landesregierung über die Übernahme des WestLB-Landesanteils. Das Land versucht die Arbeitsplätze der Bank und den Finanzplatz Düsseldorf zu sichern.
Text: Reuters
Bildmaterial: AP
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